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Ein Auge auf den Philospohenhügel

Interview mit Thomas Mittmann Ein Auge auf den Philospohenhügel

In dem Bergdorf konzentrieren sich derzeit viele Überlegungen auf die Nachnutzung des Campingplatzes und des zugehörigen Containers. Auch sonst wird es für Krainhagen ein interessantes Jahr.

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Thomas Mittmann: „Alle Kühe sind vom Eis.“

Quelle: tw

Krainhagen. Redakteur Dr. Thomas Wünsche hat mit Ortsbürgermeister Thomas Mittmann gesprochen.

Herr Mittmann, nach den aktuellen Überlegungen soll der frühere Campingplatz hinter der Berghütte dreigeteilt und von Vereinen genutzt werden. Im Gespräch sind ein Jugend-Trainingsplatz, eine Bogenschießanlage und eine Restfläche für Zwecke des TSV. Was halten Sie von den Plänen?

 Diese Vorschläge kommen hauptsächlich vom Ortsbeauftragten Matthias Konczak, der darüber schon früh mit mir gesprochen hat. Das sind gute Vorschläge, denn so kann man die Flächen wenigstens noch nutzen; anderenfalls würden sie verwildern. Die Klosterkammer will die Flächen ja nicht zurück haben und der Pachtvertrag läuft noch eine ganze Weile. Die Jugendlichen haben bereits damit begonnen, sich einen Teil der Flächen als Trainingsplatz herzurichten. Ein Tor hat Matthias Konczak bestellt; die Jugendlichen bauen es dann selbst auf. Was die Nutzung der Flächen durch den TSV betrifft, so gibt es Überlegungen, den Sanitärcontainer in die Nähe der Sporthalle umzusetzen. Das indes ist aktuell nicht mehr als ein Gedankenspiel, denn die Kostenfrage ist nicht geklärt.

Der Griff eines Mitglieds des Sparvereins in die in der Berghütte hängende Kasse hat Gastronom Thilo Hübner geschadet. Dabei hat der mit dem Betrug nichts zu tun. Haben sich die Wogen geglättet?

 Ich selbst habe mir nie vorstellen können, dass Thilo Hübner für so eine Tat infrage kommt; anderenfalls würde er seine ganze Existenz aufs Spiel setzen. Doch zurück zu Ihrer Frage: Als wir kürzlich in der Berghütte unseren Neujahrsempfang ausgerichtet haben, ist ,Thilo’ schon kein Thema mehr gewesen. Insofern: Ja, die Wochen haben sich geglättet.

Die Klosterforst will nach dem heftig kritisierten Holzeinschlag im Bereich Philosophenhügel die Wege wieder instand setzen. Wie ist der aktuelle Stand?

 Wir hatten uns im April mit Forstdirektor Constantin von Waldthausen getroffen; Anfang Mai fand eine Begehung des Waldes statt, an der sich auch Politiker beteiligt haben. Seitdem hat sich – noch – nichts getan. Allerdings war damals bereits einer der Wege auf der Bergkuppe instand gesetzt worden. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass Herr von Waldthausen die Zusagen, die er uns gemacht hat, einhält. Dass das natürlich nicht von heute auf morgen geht, hat er uns klar gesagt. Wir werden aber ein Auge drauf haben.

Stichwort Klinikum: Halten sich die Lkw an die Routen? Oder gibt es Klagen, dass Baustellenverkehr durchs Dorf donnert?

 

Ich bekomme davon wenig mit, weil ich tagsüber nicht in Krainhagen bin. Allerdings habe ich von einem Einwohner, der an der Straße wohnt, gehört, dass leere Lkw das Dorf bergauf gequert haben. Das war’s aber auch schon. Zwar hieß es, der Lkw-Verkehr würde mehr werden, wenn der Bodenaushub beginnt. Doch davon haben wir nichts gemerkt. Im Gegenteil: Einige Bürger hatten damals Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer angesprochen und gefragt: Wann geht’s denn endlich mit dem Verkehr los? Da war der aber tatsächlich schon gelaufen.

 Nein, beschwert hat sich bei mir noch niemand. Bis jetzt halten sich die Lkw-Fahrer also offensichtlich an die Vorgaben. Das schließt natürlich nicht aus, dass sich auch mal ein Anlieferer verfährt. Aber ich glaube nicht, dass der Lkw-Verkehr jetzt noch zu nehmen wird. Was dagegen zunehmen wird, das ist der Patientenverkehr, wenn das Klinikum steht – und zwar der Verkehr aus dem Auetal. Das sind dann vielleicht zehn bis fünfzehn Prozent mehr Fahrzeuge.

Sie wollen im Oktober das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Alt-Duvenstedt und das Feuerwehrjubiläum feiern. Wie?

 Wir wollen mit mehreren Leuten hochfahren, vielleicht etwa 20 bis 25. Darunter werden auch Mitglieder des Blasorchesters sein – wenn auch nicht in spielfähiger Stärke. Dazu kommt eine Abordnung vom Fremdenverkehrsverein und von den Petticoats – und der Wirt der Berghütte möchte auch gern mit. Außerdem sollte unsre Jugendfeuerwehr nach etwa 20, 25 Jahren mal wieder dabei sein. Denn das Feuerwehr- ist Bestandteil des Stadtfestes. Das ist derselbe Termin. Nur Erinnerungssteine werden wir keine mehr mit hochnehmen; da gibt es in Alt-Duvenstedt jetzt genug davon. In jedem Fall wird dort vier Tage gefeiert; es gibt vom 22. bis 25. Oktober richtig Programm. Allerdings können wir als Ort nicht den kompletten Bus aus Ortschaftsmitteln bezahlen; wir müssen von den Teilnehmern also einen Eigenanteil verlangen.

Im Jahr 2016 soll es erneut ein Dorffest geben. Das Letzte litt unter Teilnehmermangel. Lag‘s nur an der Hitze – und was werden Sie für 2016 daraus lernen?

 Vor allem eines: Wir hatten das jüngste Dorffest zum Anfang der Sommerferien gefeiert; das Nächste wird Ende der Sommerferien über die Bühne gehen. Auch werden wir darauf achten, dass das Sommerfest nicht mit anderen Feiern in Stadt und Land kollidiert. Das war damals – leider – anders; in Bückeberg etwa zog das dortige Flugplatzfest viele Menschen auf den Weinberg. Der Rest war tatsächlich der Hitze geschuldet: Viele Krainhäger blieben bei gefühlten 40 Grad zu Hause. Dabei hatten wir für abends ein tolles Programm auf die Beine gestellt. In die Planungen für das nächste Fest steigen wir aber nicht vor Ende 2015 ein. Da setzen sich dann viele Leute an einen Tisch; wir sind ein großes Team.

Es gibt Bestrebungen, die Zahl der Ortsratmitglieder auf nur noch fünf zu reduzieren. Sie sind kein Freund davon. Warum nicht?

 Es ist besser, mit sieben als mit fünf Mitgliedern zu arbeiten, weil ohnehin nicht immer alle kommen können. Krainhagen hat mit wenigen Ausnahmen einen sehr jungen Ortsrat; dessen Mitglieder stehen noch voll im Berufsleben. Ich selbst bin seit 1991 mit nur einjähriger Unterbrechung Ortsratsmitglied in Krainhagen gewesen. Da waren wir noch 15 Mitglieder. Irgendwann ist mit dem Reduzieren jetzt auch mal Schluss, denn die Arbeit müssen wir ja noch irgendwie verteilen können – und sieben Köpfe denken besser als fünf.

Nun kommen zu den Ortsratssitzungen sowieso kaum Bürger. Warum ist das so – und wollen Sie versuchen, das zu ändern?

 Das ist in der Tat ein Problem. Regelmäßig kommt nur ein einziger Krainhäger zu den Ortsratsitzungen. Lediglich nach einer Wahl oder aber wenn es Themen gibt, welche die Menschen unmittelbar berühren, kommen mehr. Das war zuletzt der Fall, als es um das Zuparken von Hydranten an der Oststraße oder um die Nachnutzung des brachliegenden Campingplatzes hinter der Berghütte ging. Selbst wenn wir Bier auf die Tische stellen würden, würden vermutlich nicht mehr Bürger kommen.

Stichwort Straßenarbeiten: Einige Straßen im Dorf müssen noch gesplittet werden. Wann soll das geschehen?

 Bereits im Herbst war mit dem Splitten der Straßen begonnen worden. Das musste dann aber leider witterungsbedingt abgebrochen werden. Geschafft wurden damals nur zwei, drei Straßen; das meiste in Krainhagen ist liegen geblieben. Sobald es die Witterung zulässt, sollen die Arbeiten aber wieder aufgenommen werden.

Was macht Ihnen mit Blick auf Krainhagen derzeit am meisten Kummer?

 Eigentlich nichts. Der Neujahrsempfang hat gezeigt, dass es mit und unter den Vereinen rund läuft; alle hatten sich angemeldet, alle waren da. Als wir das letzte Dorffest organisiert haben, hat auch keiner gefehlt. Das war früher nicht immer so, als es unter den Vereinen noch die einen oder anderen Querelen gab. Doch das ist vorbei. Alle Kühe sind vom Eis.

 Ich würde mir nur wünschen, dass in Krainhagen eines Tages wieder mehr Menschen wohnen. Doch dagegen steht der demografische Wandel; dieses Problem haben alle Kommunen. Leider gehören wir auch nicht zum Speckgürtel von Hannover.

 Ich wäre froh, wenn wir für den Sanitärcontainer am früheren Campingplatz bald eine einvernehmliche Lösung finden würden – so dass er vom TSV, aber auch von Gelegenheitscampern genutzt werden kann.

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