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„Ein Blödsinn ist das, ein Wahnsinn“

Gelldorf „Ein Blödsinn ist das, ein Wahnsinn“

Hätte der Landkreis Schaumburg seinerzeit den Bau eines Wirtschaftsweges genehmigt, der die in der Feldmark zwischen Gelldorf und Südhorsten gelegenen Höfe mit der südlich verlaufenden K18 verbindet, wäre alles einfach.

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Die neben der asphaltierten Ringstraße eingebauten und von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe erst in diesem Jahr sanierten Absteller der hier verlegten Gas- und Wasserleitungen haben beim Ortstermin des Gelldorfer Ortsrates zu Diskussionen geführt.

Quelle: wk

Gelldorf. Dann müsste nicht mehr der gesamte Verkehr zu und von diesen Betrieben über die Ringstraße geführt werden und der Ortsrat hätte ein Problem weniger. So aber wird derzeit über die Erweiterung der Ringstraße um eine mindestens 40 Meter lange Ausweichbucht diskutiert – und die Frage, wer dafür die Kosten trägt.

 Für heutige Verhältnisse ist diese Jahrzehnte alte Straße laut Ortsbürgermeister Andreas Hofmann (Team Gelldorf) zu schmal, um Begegnungsverkehr zwischen zwei Treckergespannen respektive Sattelzügen zu ermöglichen, ohne dass der Grünstreifen befahren werden muss. In dem unbefestigten Randbereich befinden sich die erst vor Kurzem von den Stadtwerken sanierten Absteller der die Wohngebäude versorgenden Gas- und Wasserleitungen, die durch das Gewicht schwerer Fahrzeuge beschädigt werden könnten, da die Absteller für solche Belastungen nicht ausgelegt seien. Damit sie nicht mehr überfahren werden, sind dort inzwischen Warnbaken aufgestellt worden, die aber zur Folge hätten, dass in diesem Bereich der Ringstraße nun gar kein Begegnungsverkehr mehr zwischen Treckergespannen möglich sei.

 „Es wäre wünschenswert, die Stadtwerke würden die Absteller so einbauen, dass sie überfahrbar sind“, kritisierte Hofmann anlässlich einer Ortsbesichtigung, an der außer Mitgliedern des Gelldorfer Ortsrates auch Vertreter des Bauausschusses der Stadt Obernkirchen teilgenommen hatten.

 Sinnvoller sei es indes, parallel zur Ringstraße eine ausreichend lange Ausweichbucht zu pflastern. Zumal durch die schweren Fahrzeuge dann auch kein Dreck mehr vom Grünstreifen auf die Fahrbahn befördert werden würde, was den Anliegern sicherlich entgegenkommen würde.

 „Den Stadtwerken muss doch auch daran gelegen sein, dass nichts kaputt gefahren wird“, merkte Wilhelm Mevert (SPD) als Vertreter des Bauausschusses hierzu an. Ergo müssten sie die Absteller so herrichten, wie dies in anderen Straßen ja ebenfalls möglich sei.

 Selbstverständlich müssen die Stadtwerke „ihre Leitungen schützen“ und diese Maßnahmen auch selbst bezahlen, bestätigte Bernhard Watermann, der stellvertretende Verwaltungschef der Stadt. Was indes die Pflasterung der angedachten Ausweichbucht betrifft, in die einige der Absteller eingebettet sein würden, sei die Kostenübernahme letztlich „eine Frage der Verhandlung“.

 Demgegenüber vertritt Klaus Leinemann (SPD) die Meinung, dass sich die Landwirtschaft „auch mal Gedanken machen“ müsse und „für solche Maßnahmen nicht die Allgemeinheit zahlen lassen“ könne, da die Ringstraße doch eine „Wohnstraße“ sei. Worauf hin sich der Gelldorfer Landwirt Heinrich Eggelmann, der den Ortstermin bis dahin lediglich als interessierter Bürger verfolgte, genötigt sah klarzustellen, dass die Ringstraße von der Bestimmung her ein „Feldweg“ sei und somit von den Landwirten auch mit schweren Fahrzeugen genutzt werden dürfe.

 In der Folge entwickelte sich eine Diskussion über den Wirtschaftsweg, der laut Dirk Rodenbeck (Team Gelldorf) zumindest „als Entlastung“ der Ringstraße sinnvoll wäre. „Die Landwirte wollen das Land zur Verfügung stellen und diese Straße sogar selbst anlegen, aber der Landkreis will die Anbindung an die Kreisstraße 18 nicht genehmigen – ein Blödsinn ist das, ein Wahnsinn“, schimpfte Burkhard Molthahn (Team Gelldorf). Leinemann verriet, dass er kein Verständnis dafür habe, „dass da solche Sturköppe beim Landkreis sitzen, die das nicht genehmigen“. wk

 Am Ende verständigte sich der Ortsrat darauf, dass an der Ringstraße bis spätestens zur Maisernte im September 2015 „in geeigneter Form“ eine Ausweichbucht gebaut werden soll, wobei die Stadt wegen der Kosten ein Gespräch mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe suchen soll. Unabhängig davon werde die Stadtverwaltung gebeten zu prüfen, ob der von den Betreibern der beiden landwirtschaftlichen Betriebe gewünschte Wirtschaftsweg zur Kreisstraße 18 nicht doch genehmigt werden müsse.

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