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„Eine Anzeige ist sinnlos“

Wilde Müllkippe „Eine Anzeige ist sinnlos“

Eine wilde Müllkippe hat sich im Wald oberhalb von Krainhagen angesammelt: Ein richtiger Berg aus gefüllten Säcken, Malerutensilien, Sitzpolstern, Bierflaschen, Styropor und mehr. Auch wenn die Polizei dem Problem nachgegangen ist, sei die Chance, die Verursacher auszumachen gerin.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Krainhagen. Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer hat ein Handy-Foto davon am Sonnabend im Vorfeld der Diskussionsrunde in der BKK24 präsentiert.

Gestern Morgen schauten sich gegen 11 Uhr zwei Polizeibeamte den Müllhaufen an. Denn generell, so erklärt ein Sprecher der Bückeburger Polizei, schaue man sich jede wilde Müllkippe an, unabhängig von deren Menge und Größe. Dabei würden die Beamten auch stets nachschauen, ob sich nicht ein Hinweis auf den Verursacher finde. Manchmal mit Erfolg: Man habe auch schon Fälle dabei gehabt, in denen gefundene Unterlagen mit Personalien dazu geführt hätten, dass der Verursacher ermittelt worden sei. Über den Landkreis Schaumburg gab es dann Bußgelder im dreistelligen Bereich: Billiger, so die Polizei, wäre es allemal gewesen, den Müll legal zu entsorgen.

Arno Hansing ist Leiter des Einsatz- und Streifendienstes und antwortet auf die Frage, ob der Eindruck stimmt, dass die Zahl der wilden Müllkippen zunimmt, mit „eigentlich nicht“. Zunehmen würde eher der Müll an den Glascontainern.

Hinweise deuten auf das Ausland hin

Hinweise habe man auf der Müllsammlung in Krainhagen auch gefunden, aber sie würden auf das Ausland verweisen, und an der deutschen Grenze endet die Zuständigkeit, schließlich handele es sich nicht um eine Straftat, sondern um eine Ordnungswidrigkeit.

„Manchmal haben wir Glück“, so Hansing, „etwa weil ein vermüllter Bereich videoüberwacht war und wir Nummernschild und Mensch sehr gut erkennen können.“ Und selbst dann, fügt er hinzu, „streiten sie alles ab“.

Schäfer macht noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam: Immer mehr und immer häufiger werde Müll neben den offiziellen Containern abgestellt. Als Beispiel nennt er in der Bergstadt die Straße Hinter dem Graben: Es gebe Menschen, die wüssten ganz genau, wann die AWS über ihre Tochterfirma die Behälter leere und den Müll mitnehmen würden. Kurze Zeit später würden sie dann neuen Müll anschleppen.

Sicher, das Wegwerfen von Müll entlang von Straßen komme immer wieder vor, sagt Bürgermeister Schäfer mit Blick auf Krainhagen: „Die Menge ist aber ungewöhnlich viel.“ Das Thema fange mit Hausmüll in den Papierkörben an, dann werde Rasenschnitt in den Wald gebracht oder der Haus- oder Sperrmüll an Glascontainern abgelagert, nicht zu vergessen die Entsorgung von Reifen und Möbeln am Straßenrand, dazu kommen Plastiktüten mit Katzenstreu: „Es gibt nichts, was nicht illegal entsorgt wird“, sagt Schäfer. Es werde wohl von einigen immer noch als Kavaliersdelikt angesehen, doch die Kosten der Beseitigung würden der Allgemeinheit überlassen. Frage: Wird es mehr? Antwort Schäfer: „Es geschieht ständig.“

Kein Zusammenhang mit Gebühren

Susanne Rintelen ist bei der Abfallwirtschaft Schaumburg (AWS) für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und wilde Müllkippen, sagt sie, gab es immer schon: „Das hält sich auf einem bestimmten Level.“ Selbst in der Zeit, als man über die Restmüllsäcke den Müll einfach an der Tür abstellen konnte, wo er kostenlos abgeholt wurde, selbst zu jener Zeit „haben wir die Säcke aus dem Wald geholt“, so Rintelen. Dass der Müll im Wald abgeladen werde, „das hat aus unser Sicht nichts mit den Gebühren zu tun“.

Revierleiter Mark Gützkow will keine Strafanzeige wegen der Müllkippe im Krainhägener Forst stellen: „Das zahlt sich nicht aus.“ Er hat Rücksprache mit der Polizei gehalten. Es seien keine weiterführenden Hinweise gefunden worden, daher wäre eine Anzeige aus Sicht des Waidmannes sinnlos. Man binde damit nur Arbeitszeit bei Staatsanwaltschaft und Polizei, am Ende werde das Verfahren eingestellt. „Es muss sich schon lohnen“, sagt Gützkow mit Blick auf mögliche Anzeigen.

Für Gützkow ist es ein Klassiker: Ein Handwerker hat renoviert, der Müll wird dann einfach im Wald entsorgt. Er kennt das schon. Manchmal seien es kleine Müllberge, manchmal große – „und manchmal ist es auch lange ruhig“. Die Nähe zur Autobahn spiele wahrscheinlich auch eine Rolle, vermutet er. In Krainhäger Fall will er jetzt die Stelle der Müllkippe dem zuständigen Landkreis melden, und auf der nächsten normalen Tour wird dann der Müll eingeladen und mitgenommen.

Rintelen verweist auf die Grenzen der AWS: Zuweilen werde ja eine ganze Couchgarnitur irgendwo abgestellt, die könne der Caddy dann nicht mehr mitnehmen. rnk

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