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„Eine Kita liegt mir sehr am Herzen“

Ortsgespräch „Eine Kita liegt mir sehr am Herzen“

Eine eigene Betreuungseinrichtung für Knirpse im Ort – die liegt Andreas Hofmann sehr am Herzen. Darum kämpft der Ortsbürgermeister; derzeit laufen Gespräche.

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Der Durchblick ist ihm wichtig:Gelldorfs Ortsbürgermeister Andreas Hofmann sammelt Brillen, Kneifer und Lorgnetten.

Quelle: tw

Gelldorf. Auch der Schulweg von und zur Bushaltestelle soll für die Kinder des Dorfes sicherer werden. Darüber und über vieles mehr hat Redakteur Dr. Thomas Wünsche mit dem Ortsbürgermeister gesprochen.

Herr Hofmann, die Ringstraße ist augenscheinlich in einem schlechten Zustand – und für Schwerlastverkehr nicht ausgelegt. Anwohner mokieren sich. Gibt es Pläne für eine alternative Zuwegung via Biogasanlage und Schweinemastbetrieb?

Wir haben das Thema bereits des Öfteren im Ortsrat behandelt – und uns gewünscht, dass wir eine zusätzliche Zuwegung auf die Kreisstraße 14 nach Südhorsten bekommen. Nur ist das seitens des Landkreises Schaumburg abgelehnt worden. Begründung: Nach den bestehenden Vorschriften sei die Anbindung eines Landwirtschaftsweges an eine Kreisstraße nicht machbar. Demnach sind und bleiben wir bei der Zuwegung an die Ringstraße gebunden; wir müssen also sehen, dass sie noch so lange wie möglich hält. Darauf werden wir ein Auge haben. Fakt ist: Wir wollen ja Betriebe wie die von Ihnen angesprochenen in Gelldorf haben und halten. Dass sie ihre Fläche erweitern, wenn es wirtschaftlich angezeigt ist, kann nicht verwerflich sein. Nein, wir müssen sehen, dass wir alle miteinander auskommen – auch wenn die Situation vor Ort für die Anwohner der Ringstraße natürlich belastend ist.

Ein großes Ärgernis für zahlreiche Bürger sind die vielen Reklamewände beidseits der Gelldorf teilenden B65. Was muss getan werden, um den Wildwuchs einzudämmen oder besser noch zu verhindern?

Wir bemängeln diese Situation schon, seitdem wir im Januar 2011 den ersten Antrag auf eine Werbeanlagensatzung gestellt haben, haben seitdem diverse weitere Vorstöße unternommen. Auch die Stadt Obernkirchen hat sich mit dem Problem beschäftigt, hat 2013 landesweit bei den Kommunen nachgefragt; daraufhin hatten sich 20 niedersächsische Städte gemeldet, 16 von ihnen haben bereits eine Werbeanlagensatzung – und sind damit im Grundsatz auch zufrieden. Selbst dann, wenn dieses Instrument nicht immer leicht anzuwenden ist. Fazit: Es wäre gut, so etwas auch bei uns in Obernkirchen zu haben. Erst kürzlich haben wir ja einen Planer beauftragt, eine solche Satzung zu erstellen. Das geschieht derzeit. Wir hoffen, dass wir sie noch 2015 beschließen können.

Nun stellt die Stadt gerade einen Aktionsplan zum Lärmschutz auf, der insbesondere die Anwohner an der B 65 besser vor den Fahrgeräuschen schützen soll. Was muss aus Ihrer Sicht getan werden?

Zunächst einmal: Die Anwohner beidseits der Gelldorf teilenden B65 erwarten von uns Politikern mit Recht eine Reaktion. Wie konkret ein solcher Aktionsplan gegen Lärm aussehen könnte, das ist den Stadtentwicklern bei ihrer jüngsten Zusammenkunft im Obernkirchener Rathaus von einem Fachmann vorgestellt worden; sie werden den Plan weiter beraten und die Kosten ermitteln. Am Ende wird das Papier dann öffentlich ausgelegt. Wir hoffen aber, dass wir den Plan, soweit er Gelldorf betrifft, bereits bei der nächsten Sitzung des Ortsrats vorgestellt bekommen, das wäre am Montag, 16. Februar.

Wie ist es um die Zukunft des – verschlammten – Dorfteichs bestellt?

 Darüber gehen die Meinungen etwas auseinander. Auf der einen Seite verschlammt er tatsächlich zusehends. Doch seitens des Rathauses Obernkirchen wird diese Verschlammung auch unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet. In jedem Fall ist mit Blick auf das gewünschte Entschlammen ein aufwendiges Verfahren notwendig. Reingreifen, rausholen – und weg damit: So einfach ist das nicht. Wenn ich den Kämmerer Andreas Jasper richtig verstanden habe, sind aber für das Entschlammen des Teiches bereits Gelder in den Etat eingestellt. Wir werden also sehen, dass wir das noch dieses Jahr über die Bühne bekommen.

Stichwort Ortsräte: Braucht Gelldorf den seinen noch – und wenn ja: Wie viele Mitglieder halten Sie für sinnvoll?

Dass Gelldorf auch weiterhin einen Ortsrat braucht, haben wir bereits des Öfteren sehr deutlich gemacht. Nur ein Ortsrat hat – im Wortsinn – die nötigen „Ortskenntnisse“, die man braucht, um ein Dorf voran zu bringen. Was die Zahl der Mitglieder betrifft, so haben wir Folgendes deutlich gemacht: Wir können uns zwar vorstellen, sie künftig auf nur noch fünf zu reduzieren. Gleichwohl können wir aber auch der Argumentation folgen, wonach nicht fünf, sondern wie bisher sieben Mitglieder sinnvoll sind. Denn mit sieben Mitgliedern hätten wir eine größere Bandbreite an Berufen und damit einen größeren Erfahrungsschatz in diesem Gremium: Außerdem ist es ja oft so, dass nicht jeder zu einer Sitzung kommen kann; dann aber würde die tatsächliche Zahl der Sitzungsteilnehmer bei nur fünf Mitgliedern noch kleiner sein. Doch wie gesagt: Wir können auch mit nur noch fünf Ortsratsmitgliedern leben.

Nun wird in Ihrer Nachbarschaft gerade ein neues Klinikum gebaut. Merkt Gelldorf davon etwas – im Guten oder im Bösen?

 Nein, weder im Guten noch im Bösen. Natürlich wird über das Klinikum im Ort lebhaft diskutiert. Eine Belastung durch die Baustelle in Form von Lkw stellen wir aber weder auf der B65 noch auf anderen Straßen in Gelldorf fest. Doch eben das war ja gerade im Zuge des Aushubs der Baugrube von vielen Bürgern befürchtet worden – insbesondere mit Blick auf die Lange Straße. Gemerkt hat man davon tatsächlich so gut wie nichts. Nun hoffen wir, dass das auch den Rest der Bauphase so bleibt – und freuen uns im Übrigen schon auf die positiven Effekte, die das Klinikum Schaumburg für uns in Gelldorf und für die Region als Ganzes bringen wird.

Gibt es für 2015 konkrete Pläne für die weitere Entwicklung des Dorfes?

Es gibt zwar keine neuen Projekte, wohl aber kleinere Dinge, die uns am Herzen liegen. Da ist zum einen die Ertüchtigung beziehungsweise Sanierung der fußläufigen Verbindung von der Grundstraße zur Schulbushaltestelle an der Schulstraße; die wird von den Gelldorfer Schülern gerne in beiden Fahrtrichtungen genutzt, also sowohl um zur Schule, als auch von der Schule wieder nach Hause zu kommen – und zwar ohne am Rand der B65 entlang laufen zu müssen. Doch auch Senioren mit Rollatoren oder junge Familien mit Kinderwagen würden diese Verbindung gerne nutzen. Dazu indes ist sie derzeit nicht geeignet. Doch wir hoffen sehr, dass wir das bald ändern können. Darüber hinaus hätten wir in Gelldorf gerne eine Kita oder eine U3-Betreuung. An eine Einrichtung der Stadt ist derzeit nicht zu denken; wir sind also auf eine Tagespflege angewiesen. Da sind wir derzeit in Gesprächen. Denn ich darf daran erinnern: Mit Stand vom September 2014 hatte Gelldorf von allen Ortschaften die meisten Kinder; nämlich 21 von 138, die in Obernkirchen insgesamt leben. Der Bedarf, hier direkt vor Ort eine Betreuungseinrichtung zu haben, ist also da. Das liegt mir sehr am Herzen.

Als CDU-Abgeordneter im Stadtrat machen Sie sich dafür stark, dass die Grundschule am Kammweg mit „Lernlicht“ ausgestattet wird. Muss das bei leeren Kassen wirklich sein?

Ja. Wir haben den Antrag in den Schulausschuss eingebracht, weil in uns die Erkenntnis gereift ist, dass eine bessere Lichtqualität zu größeren Lernerfolgen führt. Schüler können sich durch eine bessere Beleuchtung nämlich besser konzentrieren. Hinzu kommt, dass wir bei der Konsolidierung des Stadtetats erheblich Energiekosten einsparen können. Das Lernlicht bringt uns also einen doppelten Vorteil. Allerdings wird das Projekt im Rahmen der aktuellen Etatberatungen wahrscheinlich auf 2017 und 2018 verschoben. Da habe ich nun die große Befürchtung, dass die Fördergelder, die uns noch für 2015 und 2016 in Aussicht gestellt wurden, dann nicht mehr bereitstehen.

Nun ist Ihr Lernlicht-Antrag schon ziemlich alt; passiert ist seitdem nichts. Haben Sie den Eindruck, dass das Rathaus zu untätig ist?

Nein, das habe ich nicht. Es ist nur so, dass komplexe Projekte auf kommunaler Ebene leider nicht immer so zügig abgearbeitet werden können, wie man das aus der Wirtschaft kennt. Laufzeiten von vier Jahren und mehr sind in der Wirtschaft nicht üblich. Aber – wir sind dran. Das Rathaus unterstützt das Projekt.

Ist Gelldorf nach wie vor noch ein lebendiger Ort?

Ja. Was mich ganz besonders freut, das ist, dass wir seit vergangenem Jahr wieder eine Jugendfeuerwehr haben, die sich aus der Kinderfeuerwehr entwickelt hat. Die Jugendfeuerwehr existiert jedoch nicht nur – sie hat auch gleich spontan für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt. Das hat mich sehr gefreut und ich freue mich im Übrigen bereits jetzt auf das große 50-Jahre-Jubiläum, das dieses Jahr gefeiert wird.

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