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Erntekrone gefällt sogar Mäusen

Sichere Unterbringung ist wichtig Erntekrone gefällt sogar Mäusen

Ein Traktor mit einem Anhänger steht auf der Schachtstraße vor der Tür des Hauses Nr.6. Auf der Ladefläche sind Halme ausgebreitet, die noch Ähren tragen – Gerste und Weizen. Es bedarf keiner Kombinationsgabe, daraus zu schließen, dass hier die neuen Erntekronen gebunden werden.

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Die Erntekrone ist fast vollendet: Jetzt ist Zeit für einen längeren Umtrunk.

Quelle: sig

Vehlen (sig).  Dazu ist im Vorgarten ein Zelt aufgestellt worden, in dem Mitglieder der Dorfjugend Platz nehmen. Sie binden dort die Halme zu kleinen Büscheln, die anschließend zu einer neuen Krone zusammengesteckt werden. Vorher aber muss die an dem Stahlgestell befestigte vorjährige Krone entfernt werden. Sie ist von Mäusen durchlöchert worden, die sich wohl auf Futtersuche befanden.

 „Wir binden drei Erntekränze, der größte ist bereits fertig und zwischengelagert worden“, verrät Björn Dehne, der mit Ruben Klose und Anna Psotta zur Führungsriege der Vehlener Dorfjugend gehört. Es ist das Verdienst dieser Gemeinschaft, dass in dem Dorf dieses Brauchtum wiederbelebt wurde und danach auch weiter gepflegt wird; das geschieht jetzt bereits im dritten Jahrzehnt.

 So ganz selbstverständlich ist das nicht, denn damit ist ein erheblicher Arbeitsaufwand verbunden. Außerdem weiß niemand vorher, wie das Wetter ausfällt und ob die Kosten gedeckt werden. Ganz zu schweigen davon, dass es früher wesentlich mehr Bauernhöfe in Vehlen gab als heute.

 Deshalb ist es nicht leichter geworden, immer wieder ein Erntebauernpaar zu finden. In diesem Jahr haben Steffi und Lars Vieregge diese Aufgabe übernommen. Es ist das Verdienst aller Dorfjugend-Gruppen im Schaumburger Land, dass diese Tradition bewahrt wird. Dadurch werden auch immer wieder die Festtags- und Arbeitstrachten hervorgeholt. Außerdem sind die Erntefeste eine gute Gelegenheit, achttourige Heimattänze einzustudieren und vorzuführen.

 Auch das richtige Binden der Erntekronen ist von den Vorfahren übernommen worden und muss jeweils der nächsten Generation vermittelt werden. Diese Arbeit übernehmen meistens die Mädchen. Die Jungen sind eher für das Mähen und Herbeischaffen des Korns zuständig. Auch das Tragen sowie Transportieren der Kronen gehört zu ihren Aufgaben.

 In Vehlen vergehen vier Stunden, bis die Bindearbeiten an einer Krone vollendet sind. Sie kann beim Festzug am Sonntag, 23. August, bewundert werden. Daran nehmen über 20 Gruppen aus dem Schaumburger Land teil. Mit Nammen wäre dann auch eine Dorfjugend aus Ostwestfalen dabei.

 Für den Fortbestand des Erntefestes von erheblicher Bedeutung ist die künftige Situation um das Dorfgemeinschaftshaus. Björn Dehne: „Wir wissen noch nicht endgültig, wie‘s dort weitergeht, haben aber darauf hingewiesen, dass wir den Vorplatz für das Festzelt benötigen und den Saal für das Kaffeetrinken am Sonntag. Das ist eine wichtige Einnahmequelle. Und wir sind den Damen des Turnvereins Vehlen sehr dankbar, dass sie uns dafür kostenlos Kuchen und Torten spenden. Sie übernehmen dazu noch das Ausschenken des Kaffees.“

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