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„Es geht ums Geld“

CDU, CDA und SPD diskutieren über ITT Bornemann „Es geht ums Geld“

ITT Bornemann? Der Drops ist gelutscht. Diesen Eindruck hat man bei der Informationsveranstaltung im Gelldorfer Krug gewinnen können, zu der der CDU-Stadtverband Obernkirchen und der Kreisverband Schaumburg der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) eingeladen hatten.

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Peter Rudolf (links) und Bürgermeister Oliver Schäfer. Fotos: wk

GELLDORF. Denn anders als von den Veranstaltern erhofft, lockte die aus Anlass der massiven Stellenstreichungen bei dem Pumpenhersteller ITT Bornemann angesetzte Diskussionsrunde nur knapp ein Dutzend Besucher an, bei denen es sich zu einem großen Teil um Parteimitglieder der CDU handelte. Von der Sparmaßnahme betroffene oder deswegen besorgte „Bornemänner“, die man gerne dabei gehabt hätte, waren indes überhaupt nicht gekommen.

So oder so wurden der CDU-Stadtverband und der CDA-Kreisverband mit ihrer Veranstaltung von der Entwicklung der Ereignisse überrollt. Dabei betonte der CDA-Kreisvorsitzende Heiko Tadge, dass ITT Bornemann nach wie vor ein Thema sei, „das uns unter den Nägeln brennt“. Und dass man „mit Erschrecken“ zur Kenntnis genommen habe, dass durch den amerikanischen Konzern ITT am Standort Gelldorf 120 Arbeitsplätze „geopfert“ werden.

Eine „Musterlösung“ für den langfristigen Erhalt der nach dem jetzigen Personalabbau noch verbleibenden Belegschaft über die von ITT Bornemann zugesagte zweijährige Beschäftigungs- und Standortsicherungsgarantie hinaus werde es nicht geben, meinte er. Gleichwohl müsse man aber orts- und regionalbezogene, unternehmensspezifische Lösungen finden, die einen zukunftsweisenden Weg ergeben.

Wie dies vonstattengehen sollte, erklärte das CDA-Bundesvorstandsmitglied Egbert Biermann: Die lokale Politik auf Stadt- und Kreisebene müsse mit ITT Bornemann im Gespräch bleiben, sich regelmäßig danach erkundigen, wie „der augenblickliche Stand“ ist, und in Erfahrung bringen, „welche Anforderungen es an die Politik gibt beziehungsweise was wir tun können“. Es sei wichtig, seitens der Kommunen „arbeitsmarktpolitische Dialoge“ mit den in der Region ansässigen Unternehmen zu führen und „die Akteure auch beim Wort zu nehmen“, betonte Biermann.

„Familienbetriebe denken immer in Generationen, Konzerne maximal in Quartalen“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann. Und man brauche nicht zu glauben, dass einmal abgebaute Industriearbeitsplätze irgendwann wieder geschaffen werden. Im Klartext: „Wenn sie weg sind, sind sie weg.“ Allerdings sei es für Unternehmen „hochgradig gefährlich“, wenn sie wegen einer „kurzfristigen Misere“ Stellen streichen und damit das fachliche Know-how der davon betroffenen Mitarbeiter verlieren. Denn wenn sich die Marktlage wieder bessere, fehle deren Kompetenz.

Die Einflussmöglichkeiten der lokalen Politiker (auch wenn sie Bürgermeister oder Landrat sind) auf Unternehmen wie ITT Bornemann seien – „vorsichtig“ formuliert – „begrenzt“, kommentierte Horst Sassenberg, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat Obernkirchen und stellvertretender Landrat. Eine Option, seitens der Verwaltung respektive der Lokalpolitik in Gelldorf neue Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen, sehe er daher nicht.

Die Stadt Obernkirchen werde der Entwicklung des ITT-Bornemann-Standortes Gelldorf im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht entgegenstehen, versicherte der als Mit-Diskutant eingeladene Bürgermeister der Bergstadt, Oliver Schäfer (SPD). Ob dies jedoch ausreiche, müsse man sehen.

Außerdem merkte der Verwaltungschef an, dass aufgrund der insbesondere durch die niedrigen Erdölpreise bedingten Absatzschwierigkeiten für Erdölförderpumpen nicht nur ITT Bornemann, sondern der gesamte ITT-Konzern umstrukturiert werde. Hätte die Familie Bornemann das Gelldorfer Unternehmen vor einigen Jahren nicht an die Amerikaner verkauft, stünde sie jetzt vielleicht ebenfalls vor diesem Problem. Daher dürfte man diesbezüglich „keine Schwarz-Weiß-Malerei betreiben“.

Peter Rudolf, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Obernkirchen, kritisierte, dass sich ITT Bornemann hinsichtlich der Produktpalette bislang nicht breiter aufgestellt habe. So hätte sich das Unternehmen etwa ein „größeres Standbein“ im Segment der am gleichen Standort hergestellten Pumpen für die Lebensmittelindustrie schaffen können.

„Es geht um Geld – um nichts anderes“, stellte schließlich einer der Besucher, der Obernkirchener Robert Rammelsberg, klar. „Nachhaltigkeit interessiert in den obersten Chefetagen keinen Menschen.“ we

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