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Freifunk für ein Jahr

Gelldorf Freifunk für ein Jahr

Die Entscheidung ist getroffen: Der öffentliche Bereich der Schulwiese am Feuerwehrgerätehaus wird zunächst für ein Jahr zur Probe mit freiem WLAN – mit „Freifunk“ – versorgt. Darauf hat sich der Gelldorfer Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich verständigt.

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Das als Bolz- und Spielplatz dienende Areal am Gelldorfer Feuerwehrgerätehaus wird demnächst von einem öffentlichen Freifunk-Netzwerk abgedeckt, das einen Zugang ins Internet ermöglichen wird. wk

Quelle: Michael Werk

Gelldorf.  „Mehrheitlich“ bedeutet allerdings, dass das von Ortsbürgermeister Andreas Hofmann (Team Gelldorf) angeregte Projekt in dem politischen Gremium nicht nur Fürsprecher gefunden hat. Vorbehalte in Form von zwei Enthaltungen bei der Abstimmung gab es aus dem Lager der SPD, deren Vertreter Probleme damit haben, dass sich beim „Freifunk“ jedermann mit seinem Smartphone, Tablet-PC oder Notebook in das Internet einloggen kann, ohne dass eine vorherige Registrierung des Nutzers erfolgt.

 „Man muss mit allem rechnen und man muss von den Leuten ausgehen, die nichts Gutes im Schilde führen“, begründete Kirsten Battaglia, die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Gelldorf, ihre Bedenken gegen die Installation eines Freifunk-Routers. Und insofern sehe sie „noch gewisse Mängel“ hinsichtlich der Haftungsfrage, falls ein anonymer Nutzer dieses freien WLAN-Netzes mithilfe dieses Internetzugangs illegale Dinge treiben sollte.

 „Wir haben da gewisse Bedenken, was für Leute sich das dann möglicherweise auf der Schulwiese herumtreiben“, ergänzte ihr Parteikollege Klaus Leinemann und betonte: „Ich traue dem Braten nicht!“

 Für Hofmann war die fehlende Zustimmung der beiden Genossen nicht nachvollziehbar: Wer „Humbug machen“ wolle, schaffe das auch auf anderem Wege, dafür brauche es kein Freifunk-Netzwerk, entgegnete er. Gleichwohl zeigte er sich kompromissbereit, indem er seinen zur Abstimmung gegebenen Beschlussvorschlag um die zeitliche Befristung des Gelldorfer Projektes ergänzte. Und nach einem Jahr, so der Ortsbürgermeister, könne man ja schauen, wie das Ganze bis dahin gelaufen ist, und entscheiden, ob man an der Schulwiese danach weiterhin freies WLAN anbieten wolle.

 Vorausgegangen war der Diskussion eine kurze Präsentation eines Aktiven der Freifunk-Initiative Obernkirchen, der die Mitglieder des Gelldorfer Ortsrates über die Aktivitäten der lokalen „Community“ und technische Aspekte des Freifunk-Netzes informierte. Zudem ging er auf die Haftungsfrage ein.

 Derzeit zähle die nicht vereinsmäßig organisierte Initiative Obernkirchen „sechs bis acht Leute“, die sich dafür engagieren, dass die gesamte Bergstadt mit freiem WLAN versorgt wird, berichtete Bernd Kirsch.

 Gesucht würden Unterstützer, die über einen DSL-Internetanschluss nebst herkömmlichem Router verfügen und bereit sind, eine „gewisse Bandbreite“ ihres Internetzugangs für den Betrieb eines speziellen Freifunk-Routers zur Verfügung zu stellen. Im Stadtgebiet habe man bislang immerhin schon 52 solcher Router installiert, was allerdings noch keine flächendeckende Versorgung mit freiem WLAN ermögliche.

 Zur Frage der möglichen Haftung eines Freifunk-Router-Betreibers erläuterte Kirsch, dass es die diesbezüglich diskutierte gesetzliche „Störerhaftung“ nur in Deutschland gebe. Da die Daten bei der Internetnutzung mittels des nicht-kommerziellen Freifunks jedoch von hier aus über einen „virtuellen Tunnel“ zunächst in die Niederlande geleitet und erst an einem dort eingerichteten Übergabepunkt in das Internet weitergeleitet werden, sei die Störerhaftung letztlich „nicht relevant“. wk

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