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Fundgrube für Pfiffige: Alles schon ab 50 Cent

Obernkirchen / DRK-Kleiderladen Fundgrube für Pfiffige: Alles schon ab 50 Cent

„Der Laden befindet sich im Gebäude Neumarktstraße 23, liegt also direkt an einer Durchgangstraße, die von Stadthagen nach Rinteln führt.

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Mehr als 2000 Textilien: Martina Marino-Gruson zeigt das Angebot.

Quelle: tw

Obernkirchen (tw). Auch die zwei Roten Kreuze über dem Schaufenster sind nicht zu übersehen. Warum also“, rätselt Kirk Johnson, „kommen bislang so wenig Kunden durch die Tür?“ Vielleicht deswegen, weil es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass die Bergstadt seit Februar 2012 einen DRK-Shop mit 65 Quadratmetern Verkaufsfläche hat, überlegt der Kreisgeschäftsführer. Das Geschäft mit seinen mehr als 2000 Artikeln ist der bis dato jüngste unter den vier DRK-Läden im Landkreis Schaumburg – ein fünfter in Bückeburg ist in Planung. Kaufen kann dort jeder.

 Eines ist sonnenklar: An den Preisen kann die Abstinenz nicht liegen. „Egal, ob Kostüm, Abendkleid, Winterjacke oder Schuhe – alle Kleidungsstücke kosten minimal 50 Cent und maximal fünf Euro“, sagt Martina Marino-Gruson, DRK-Mitarbeiterin vom Abholservice für Textilien. „Darunter sind auch Markensachen. Etwa von Boss, Esprit oder Bugatti, um nur einige zu nennen“, weiß Ulla Kiewall, wie ihre Kollegin Ebba Wieczorek Ehrenamtliche an der Neumarktstraße. Lidia Michel vom Projekt „Bürgerarbeit“ verstärkt das Team. Kiewall: „Manches ist so gut wie gar nicht getragen worden.“ Diverse Kleinmöbel ergänzen das Angebot und auch für Kinder gibt es jede Menge Klamotten.

 Bestückt wird der DRK-Laden zum einen durch Kleidersammlungen, von denen der Ortsverein Obernkirchen jedes Jahr zwei organisiert, eine im Frühjahr und eine im Herbst. „Darüber hinaus“, erinnert Johnson, „unterhält der Kreisverband für Bekleidung und – kleine – Gegenstände des Haushalts einen kostenlosen mobilen Abholdienst.“ Ein Anruf im Gebäude Bornemannplatz 1 genügt – und die Haupt- oder Ehrenamtlichen fahren vor. „In Obernkirchen“, sagt Marino-Gruson, „können wir die Sachen praktisch jeden Tag abholen.“ Einzige Voraussetzung: Sie müssen bereits verpackt sein und sollten von der Menge her einen Sack füllen. „Nur Matratzen“, sagt Johnson, „nehmen die Fahrer aus Hygienegründen nicht entgegen; ihre Reinigung wäre zu teuer.“

 Aber noch aus einer dritten Quelle speisen sich die Kleiderbestände des DRK: den Altkleidercontainern, von denen es im gesamten Landkreis 25 gibt. Just die machen Sorgen: „Wir überlegen, ob wir sie nicht abschaffen“, so Johnson. Denn die Container werden all zu oft als Mülleimer missbraucht. Eine einzige „volle“ Windel ruiniert den ganzen Inhalt der Container unwiderruflich; denn gewaschen werden kann die Kleidung nicht, auch das wäre viel zu teuer. Nebenbei bemerkt: „Dass das Leeren solcher Container für die Fahrer ein Graus ist, kann man sich vorstellen“, so der Kreisgeschäftsführer.

 Doch wie auch immer. Abgegeben wird das Tragbare wie gesagt an jeden, der den DRK-Laden an der Neumarktstraße betritt. Manchmal sogar gratis. „So haben wir schon Kindergruppen aus Russland vollständig eingekleidet“, erinnert Marino-Gruson. Kostenlos ausstaffiert werden auch nicht selten Menschen ohne festes Dach über dem Kopf oder solche, denen die Ehrenamtlichen schon auf den ersten Blick ansehen, dass sie bettelarm sind; so bettelarm, dass selbst fünf Euro für einen Wintermantel für sie zu viel wären.

 Was an eingesammelter Kleidung nicht verwertbar ist, wird vom DRK-Kreisverband an die Firma East-West mit Sitz in Langen im Landkreis Cuxhaven verkauft. Die Firma hat sich auf Textilrecycling spezialisiert. Als eines der ersten Textilrecyclingunternehmen in Deutschland wird East-West seit 1998 fortlaufend als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert; die Firma wurde 2010 mit der Ehrenplakette des Bundesverbandes zur Förderung gemeinnütziger Arbeit ausgezeichnet. „Im Schnitt kommen im DRK-Kreisverband Schaumburg Monat für Monat etwa 14500 Kilogramm Altkleider zusammen, die nicht mehr brauchbar sind“, rechnet Johnson.

 Zwar gibt jeder Privathaushalt in Deutschland nach Aussagen der Textilrecycler pro Jahr 888 Euro für neue Bekleidung aus, aber: „Das Geld“, weiß Marino-Gruson, „sitzt bei den meisten Menschen nicht mehr so locker. In unseren Läden merken wir das daran, dass die Sachen, die wir bekommen, viel länger getragen worden sind, als das früher der Fall war.“

 Mit dem Erlös aus den Verkäufen in Shops wie demjenigen in Obernkirchen und dem, was das DRK von den Recyclern erhält, werden die Personal- und Fahrtkosten, werden die Mieten und wird die Energie bezahlt. Bleibt etwas übrig, wird es häufig in die Nachwuchsarbeit gesteckt.

 Öffnungszeiten: DRK-Shop Obernkirchen, Neumarktstraße 23, montags bis mittwochs, 9 bis 14 Uhr, donnerstags 10 bis 16 Uhr. Hotline für Abholungen von Privatleuten: Telefon (05724) 972600.

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