Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Ortsteile Handwerksbetrieb statt Biogasanlage
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Handwerksbetrieb statt Biogasanlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 28.06.2017
Die noch gut erhaltene Scheune will der an dem Grundstück interessierte Handwerksbetrieb als Büro- und Lagerraum nutzen, berichtete Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann. Quelle: wk
Anzeige
AHNSEN

Konkret ging es dabei um ein als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesenes Areal westlich der Obernkirchener Straße, auf der nur noch die Scheune eines ehemaligen – da vor mehr als zehn Jahren abgebrannten – Bauernhofes steht. Dieses rund 3000 Quadratmeter große Grundstück (Obernkirchener Straße 2) will ein derzeit noch in Heeßen ansässiger Handwerksbetrieb erwerben, um darauf ein neues Wohngebäude zu errichten und um in der bisher als Scheune genutzten Altimmobilie eben diesen Handwerksbetrieb unterzubringen.

Nicht zuletzt deshalb soll – so die Samtgemeindeverwaltung – zur „Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Deckung des auf den Planbereich bezogenen Baulandbedarfs“ in dem Flächennutzungsplan statt der landwirtschaftlichen Nutzung nun ein Mischgebiet ausgewiesen werden. Dies auch mit Blick darauf, dass „auf den bisher nicht bebauten Grundstücksflächen des Änderungsgebietes, der sonstige Baulandbedarf gedeckt werden“ kann.

Wie Bernd Schönemann, der Samtgemeindebürgermeister, vor Kurzem bei der Ratssitzung informierte, wurden bei einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit diverse Bedenken von Ahnser Bürgern vorgetragen. Inhaltlich sei es unter anderem um die Ausweisung von gemischten Bauflächen, die Verkehrsbelastung und - Entwicklung in Folge des neuen (noch im Bau befindlichen) Klinikums Schaumburg sowie um vermutete Immissionsprobleme durch die Ansiedlung von Handwerks- und Gewerbebetrieben gegangen.

Kein Imissionskonflikt

Weiter berichtete Schönemann, dass es sich bei diesem Änderungsgebiet um „bebaute Flächen im Außenbereich“ handele, die bereits einem Mischgebiet entsprechen. Hinsichtlich des Schutzanspruches der bestehenden Nutzungen bedeute die beabsichtigte Änderung des Flächennutzungsplanes daher „keine Verschlechterung“. Zudem sei die Ansiedelung des Handwerksbetriebes hier konfliktarm möglich, zumal dieser Betrieb – da überwiegend auf Baustellen tätig – auch keinen Immissionskonflikt erzeuge.

Ferner merkte der Verwaltungschef an, dass das besagte Grundstück aufgrund dessen ungepflegten Zustandes derzeit ein „Schandfleck“ sei, der durch die Ansiedelung des Handwerksbetriebes („positives Beispiel für Wirtschaftsförderung“) und die Wohnbebauung beseitigt werde.

Eine Anwohnerin der Obernkirchener Straße indes die Befürchtung, dass auf dem zur Diskussion stehenden Areal ein Gewerbe angesiedelt werden könnte, „das da auch keiner vom Samtgemeinderat haben möchte“ - so etwa eine Tankstelle, was für den Eigentümer sicherlich „sehr lukrativ“ wäre.

Katharina Drinkuth, bezeichnete es als „bedauerlich, dass diese landwirtschaftlichen Flächen jetzt Mischgebiet und somit Versiegelungsflächen werden können, wenn sich Investoren finden“. Außerdem stellte sie die Frage in den Raum, warum der Heeßer Handwerksbetrieb denn nicht in das Gewerbegebiet in Luhden umsiedele, wo es geeignetere Grundstücke als „so ein topografisches Grundstück“ wie das in Ahnsen gebe.

Er könne die Bedenken der Anwohner durchaus verstehen, meldete sich der Ratsherr und derzeitige Eigentümer Areals, Gerhard Hasse, zu Wort. „Wenn es kommt, wie es geplant ist, bekommen sie einen guten Nachbarn“.

 Hasse verriet , dass er eigentlich vorgehabt hatte, an dieser Stelle eine Biogas-Anlage zu bauen, um damit das neue Klinikum mit Wärmeenergie zu versorgen. wk

Anzeige