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Heimspiel für den Liedgitarristen

Ein Schaumburger Musiker mit klarem Faible für Blues und Rock Heimspiel für den Liedgitarristen

Oliver Schröder, den alle nur Olli nennen, holt seinen Gitarrenkoffer aus seinem Auto, und der Blick fällt auf eine dünne Schaumstoffmatte, die den hinteren Teil des Coupés einnimmt. So viel zum glamourösen Leben eines Rock'n'Rollers.

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Virtuos: Oliver Schröder bei seinem Gastspiel in Obernkirchen

Quelle: rnk

OBERNKIRCHEN. Erste Band mit elf Jahren, dann folgten die Skyliner mit 16 Jahren. Der Schaumburger kann auf eine lange Zeit im Musikgeschäft zurückblicken, und noch immer ist er an mehr Projekten beteiligt, als Blätter auf einer Kastanie in der Gebamtsstraße zu zählen sind. Er hat seinen Weg gemacht, wie man so schön sagt. Er kann von der Musik und Gitarrenunterricht leben, es reicht.

„Skyliner, das war eine geile Zeit“, sagt Schröder nach der ersten Konzertstunde. Jeff Rich steht an den Keyboards, und Jimmy Mac sitzt hinter dem Schlagzeug: Es gibt Oldies, im besten Wortsinne gut abgehangene Klassiker, „Take me home, Country Road “ von John Denver und „Street Life“ von den Crusaders mit der göttlichen Randy Crawford als Sängerin; Songs, die gute Erinnerungen wecken.

„Skyliner“, sagt Schröder nach dem ersten Set im Pressegespräch, „kam richtig auf Touren, als nach zwei Jahren Peter Wilcek zur Band kam und man sich zur Top-40-Band wandelte. Bis zu drei Konzerte an einem Tag, Skyliner war ein Treffer.“ Der Vorteil der Cover-Band: Durch Skyliner ist Schröder mit extrem vielen Stilarten in Kontakt gekommen und konnte sich einen „Wortschatz“ im Gitarrespiel zulegen. Später hat er sein Können in Richtung Blues und Rock vertieft – die Genres, die ihn unterm Strich am meisten interessieren.

Santana, Lukather, Moore und Landau als Vorbilder

Bei den Vorbildern fällt als Erstes ein Name, der den meisten Nicht-Gitarristen unbekannt sein dürfte: Michael Landau, ein US-amerikanischer Gitarrist, Studiomusiker und Songwriter. Danach nennt Schröder noch Steve Lukather (Toto), die Blues-Legende Gary Moore, später fällt noch der Name von Eric Clapton, „den frühen Clapton“, sagt Schröder. Und Carlos Santana? „Ja“, sagt Schröder, „der hat mich tatsächlich schon in ganz frühen Jahren mitgeprägt.“ Den Gitarrensound fand und findet er klasse, und an diesem Abend gibt es im richtig voll besetzten Brauhaus-Biergarten immer mal wieder eine Reminiszenz an den Meister, Schröder lässt ab und an mal kurz durchblicken, was er so kann. Und das ist viel. Sein perlender Sound veredelt sogar eigentlich unhörbare Schmachtfetzen von Chris Rea.

Santana ist ein Stichwort, weil Schröder jetzt in einer Santana-Tribute-Band zweite Gitarre spielt, und dies ist nicht eine der Wald-und-Wiesen-Tribut-Bands, die landauf, landab die Hits der anderen spielen, keineswegs. Es ist „die“ Santana-Tribute-Band. Dort spielen gerne auch Musiker mit, die selbst Mitglied bei Santana waren, Alex Ligertwood etwa, dessen Markenzeichen die kräftige, soulige Stimme war und ist; der Band Santana gehörte er mit kurzen Unterbrechungen von 1979 bis 1994 an. „The Magic of Santana“ nennt sich das Projekt, und es ist am 20. August live in Minden zu hören – ab 20 Uhr im Kulturzentrum Büz mit Ligertwood und Schröder. Der Eintritt ist frei.

Zum Santana-Projekt kam er durch Zufall

Ihn rief sein bester Freund an, Martin „Wunz“ Hohmeier, ehemaliges Skyliner-Mitglied und seit sechs Jahren Teil des Santana-Projektes. Es fehle ein Gitarrist, ob Olli den Job wolle? Und weil Schröder gerade aus dem Westernhagen-Tribute-Projekt „Mit 18“ hinauskomplimentiert wurde, weil er so viele andere Termine hatte, nahm er das Angebot gerne an. Und kann es heute manchmal gar nicht fassen: Weil immer mal wieder ehemalige Mitglieder von Santana in diesem Projekt mitspielen, steht Schröder manchmal mit einem Musiker auf einer Bühne, der schon beim legendären Woodstock-Open-Air dabei war.

Dann hat Schröder es eilig, die Bandpflichten rufen. Also eine Frage noch: „Wie war es denn damals so mit Sex and Drugs and Rock‘n‘Roll?“ Schröder lacht: Er hatte immer eine feste Freundin, und auf Tour war er treu. Drogen? „Ja, schon eher“, sagt er. Ab und an ein Bier, manchmal sogar einen Jägermeister. Ist ja doll. Und Rock‘n‘Roll? Treffer! „Ohne Rock‘n‘Roll geht gar nichts“, sagt Schröder und lacht. Dann muss er weiter.

Vor zwei Jahren spielte er sein erstes Solo-Album ein

Schade, denn er ist ein unfassbar netter Gesprächspartner. Aber eine allerletzte Frage lässt er doch noch zu, denn vor zwei Jahren hat er sein erstes Solo-Album eingespielt. „Liedgitarrist“ heißt es, und das ist ja nicht unwitzig. Die Songs habe er für einen Freund geschrieben. Bei den Aufnahmen habe man festgestellt, dass sie stimmlich nicht passen würden. „Hätte ich vorher gewusst, dass es dann meine Platte wird, hätte ich einige Lieder wohl anders geschrieben“, erklärt er – und schiebt noch kurz nach, dass man ihn mit Jeff Rich und Jimmy Mac natürlich mieten könne, „für Feste, goldene Hochzeiten oder Geburtstage“. Klar, sie bringen Oldies mit, große Hits von gestern.

Und dann steht er wieder auf der handtuchgroßen Bühne, und die goldene Gitarre perlt und perlt und perlt. Die Schaumstoffmatte wird er heute nicht benötigen, seit sieben Jahren wohnt er in der Bergstadt. Heimspiel nennt man das dann wohl. rnk

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