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Hilfe für Problemfälle

Projekt Husky Hilfe für Problemfälle

Als Träger der freien Jugendhilfe widmet sich das von Eva Felka und Volker Harre in Vehlen betriebene „Projekt Husky“ der individuellen Entwicklungs- und Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen. Rund 50 Heranwachsende werden seitens dieser Einrichtung derzeit stationär betreut.

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Weichen für die Zukunftgestellt

Maik Beermann (links) informiert sich über die Arbeit von Eva Felka und Volker Harre.

Quelle: wk

Vehlen. Statt bei ihren leiblichen Eltern sind diese für eine gewisse Zeit bei pädagogischen Fachkräften untergebracht, die sich um den ihnen jeweils anvertrauten jungen Menschen kümmern – ähnlich wie in einer Pflegefamilie.

Hinzu kommen einige Jungen und Mädchen, die – weil es sich um weniger schwere Problemfälle handelt – lediglich ambulant betreut werden, sodass diese weiterhin bei ihrer Mutter und/oder ihrem Vater leben können. Und zu guter Letzt hat das seit 1990 mit Hauptsitz in Köln und seit 1994 mit einer Zweigstelle in Vehlen ansässige Unternehmen aktuell auch noch 16 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan in der Betreuung.

Ungefähr jeder Fünfte der vom „Projekt Husky“ stationär betreuten jungen Leute wird dabei von einem Mitarbeiter im europäischen Ausland (zum Beispiel Schweden) betreut, berichtete Felka anlässlich eines Informationsbesuchs des heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann. Mitunter sei es nämlich sinnvoll, das bisherige soziale Umfeld für ein, zwei Jahre zu verlassen, um dadurch beispielsweise Abstand von Alkohol und Drogen zu bekommen; gleiches gelte für Schulverweigerer. Für solch eine Maßnahme spreche zudem, dass das Kind oder der Jugendliche in einem fremden Land allein schon aufgrund der dort fehlenden Kontakte viel mehr auf den Einzelbetreuer angewiesen ist. Dies führe zu einer engeren persönlichen Beziehung, die sich wiederum positiv auf die individualpädagogische Arbeit auswirke.

Regulärer Unterricht oder Fernschule

Ergänzend wies die Diplom-Sozialpädagogin darauf hin, dass die jungen Leute während des Auslandsaufenthaltes selbstverständlich weiterhin schulpflichtig sind. Entweder gehen sie dort regulär zur Schule – oder sie absolvieren den Unterricht bei einer speziellen Fernschule, wobei erfahrungsgemäß in beiden Fällen ein hoher Anteil der bisherigen Schulverweigerer am Ende einen Schulabschluss in der Tasche habe, so Felka. Zudem würden die Heranwachsenden „relativ schnell“ die fremde Landessprache lernen, da sie die anderen Kinder oder Jugendlichen ja verstehen wollen.

Derartige Maßnahmen, konkret die Individualbetreuung im Ausland, habe in der öffentlichen Meinung allerdings schon häufiger in der Kritik gestanden, sagte Harre. Von „Urlaub unter Palmen“ sei dann etwa die Rede gewesen – obwohl man bei dieser Form der Entwicklungs- und Bildungsförderung durchaus Erfolge vorweisen könne.

„Da liegt ein großes Potenzial drin“, bestätigte Felka. Eine Sorge sei indes die geplante Reform des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII), im Zuge der die Möglichkeit, benachteiligte Kinder und Jugendliche im Rahmen der Erziehungshilfe im Ausland stationär betreuen zu lassen, eingeschränkt werden solle. Und zwar, indem in das Gesetz ein Passus eingearbeitet werden soll, gemäß dem solche Maßnahmen zukünftig nur noch „im Ausnahmefall“ bewilligt werden.

Erziehungshilfe "europäisch denken"

Für die in Vehlen lebende Diplom-Sozialpädagogin ist dies ein Unding: Erziehungshilfe müsse man „europäisch denken“ und das „Ausland als Lebens- und Lernort“ einbeziehen, betonte sie. Eine Beschränkung auf den „Ausnahmefall“ dürfe es nicht geben. Im Gegenteil: Erforderlich sei in diesem Kontext vielmehr ein gesetzlich garantierter „Mobilitätsgutschein für jeden jungen Menschen“, um Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern.

Beermann meinte, dass es „hilfreich“ wäre, wenn es diesbezüglich „Unterstützung aus Brüssel“ – sprich: seitens der Europäischen Union – gebe würde. Unabhängig davon versprach der Parlamentarier, das dargestellte Problem bei einer Sitzung des Bundestagsausschusses „Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche“ anzusprechen, dem er angehört. Zudem bot er Felka und Harre an, dass diese ihr Anliegen bei einem der sogenannten „Donnerstagsgespräche“ des in Berlin tagenden Ausschusses persönlich vortragen könnten. Dies vor dem Hintergrund, dass es sich bei den von den beiden „Projekt Husky“-Betreibern beschriebenen Auslandsbetreuungen um, so Beermann, „Investitionen in die Zukunft“ handele. wk

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