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Jagdgesellschaft bleibt das Jagdglück verwehrt

Vehlen / Schwarzwild-Drückjagd Jagdgesellschaft bleibt das Jagdglück verwehrt

Ohne, dass auch nur ein einziger Schuss abgegeben wurde, ist eine groß angelegte, revierübergreifende Schwarzwild-Drückjagd in den Jagdrevieren Vehlen, Ahnsen und Obernkirchen zu Ende gegangen. Dabei hatten sich die drei ausrichtenden Jagdpächter – Heinrich Struckmeier, Frank Linke und Heinz-Günther Möller – die Sache eigentlich ganz anders vorgestellt.

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„Achtung: Treibjagd“: Außer dem Wildschwein auf dem Warnschild haben die drei Jagdpächter Heinrich Struckmeier (von links), Frank Linke und Heinz-Günther Möller sowie der Rest der Drückjagd-Gesellschaft kein Schwarzwild in Anblick bekommen. © wk

Vehlen (wk). Während des Mähdreschens von Raps in der Gemarkung Vehlen war vor rund 14 Tagen nämlich eine aus 21 Tieren bestehende Wildschweinrotte dabei beobachtet worden, wie diese aus dem Feld geflüchtet war, so Struckmeier.
Und da sich Schwarzwild bekanntermaßen auch gerne im Mais aufhält, hatte man angenommen, dass die Rotte in einem der großen Maisschläge zu finden ist, nachdem bereits viele andere Felder abgeerntet worden waren. Insofern waren die Waidmänner auch guter Hoffnung, zumindest einige dieser Schwarzkittel mit einer groß angelegten Gemeinschaftsjagd zur Strecke bringen zu können.

Zum Vergleich: Im Jagdbezirk Vehlen wurden im vergangenen Jagdjahr (1. April 2010 bis 31. März 2011) insgesamt zwei Stück Schwarzwild erlegt, im Revier Ahnsen fünf (plus ein durch den Straßenverkehr getötetes Wildschwein) und im Jagdrevier Oberkirchen 23 Stück.

Wenngleich sich die Schäden, die das Schwarzwild auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern und Wiesen verursacht, in ihren drei Jagdrevieren erfreulicherweise „noch in Grenzen“ halten, könne es aber auch beträchtliche Wildschäden anrichten, für die dann ebenfalls die Pächter der Jagdreviere aufkommen müssen, erklärte Struckmeier die Notwendigkeit der Bejagung.

Die einzelne Ansitzjagd vom Hochsitz aus gestalte sich allerdings recht schwierig, da Wildschweine zum einen „Vagabunden“ sind, die mal hier und mal dort auftauchen, und zum anderen vorwiegend nachts unterwegs sind. Als Jäger sei man daher auf die wenigen hellen Mondnächte angewiesen, um die dunkel gefärbten Tiere richtig ansprechen und gegebenenfalls schießen zu können.

Aus dieser Gemengelage heraus wurde also eine große Drückjagd angesetzt, bei der sämtliche Maisschläge von einer achtköpfigen Jagdhundemeute eines aus Walsrode bestellten Hundeführers durchkämmt wurden, um das darin vermutete Schwarzwild vor die Büchsen der außerhalb des Maises wartenden Jäger zu treiben. Die Waidmänner selbst hatten sich zudem auf landwirtschaftlichen Anhängern postiert, um von schräg oben auf die flüchtenden Wildschweine schießen zu können, da der Ackerboden auf diese Weise als natürlicher Kugelfang fungierte.

Doch trotz des hohen logistischen Aufwandes, die insgesamt 22 Jäger innerhalb der drei aneinander angrenzenden Jagdbezirke so zu platzieren, dass der zu bejagende Bereich - unter Beachtung von Sicherheitsaspekten - lückenlos abgedeckt wurde, sollte der Jagderfolg ausbleiben.

Und dass, obwohl alles in allem rund 40 Hektar Mais von den agilen Hunden unter die Pfoten genommen worden waren. Erwartet habe man solch einen Ausgang zwar nicht, resümierte Struckmeier. Allerdings zeige dies einmal mehr, wie schwer es sei, die Bestände des überall zunehmenden Schwarzwildes zu regulieren. Für die nächste Zeit werde man erst einmal wieder auf die Ansitzjagd setzen, bevor irgendwann vielleicht erneut eine Gemeinschaftsjagd ausgerichtet wird.

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