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Momente des Glücks

"Gesprächsbegleitung lernen" Momente des Glücks

Das Wichtigste, was die Teilnehmer erfahren, ist dies: Sie sind nicht so wichtig wie ihr Gegenüber. Zwölf Teilnehmer des Grundkurses „Gesprächsbegleitung lernen“ haben jedoch an acht Abenden im Gemeindehaus „Elim“ in Vehlen mehr mitgenommen.

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Die Teilnehmer lernen viel.

Quelle: rnk

VEHLEN. Eingeladen waren ehrenamtliche Mitarbeiter der „Tür an Tür“-Arbeit der Landeskirche Schaumburg-Lippe, die von Ulrike van Gemmern vom Diakonischen Werk Stadthagen geleitet wird. Ulrike Henckel und Hartmut Ahrens aus Sülbeck leiteten den Grundkurs.

Dieses Seminar folgt in seinem Aufbau dem sogenannten „Celler Modell“. Dieses ist ursprünglich für den gemeindlichen Besuchsdienst insbesondere bei kranken oder sterbenden Menschen und ihren Angehörigen entwickelt worden. „In der Weiterentwicklung dieses Ansatzes haben wir den Schwerpunkt auf die Gesprächsbegleitung gelegt“, sagt Henckel. Ziel sei es, eine Art der „Gesprächsführung“ zu erlernen, die helfe, Menschen in einer annehmenden, akzeptierenden Weise zu begleiten.

Wahrnehmen des Gesprächspartners

Dazu gehören als Teillernziele unter anderem das vorurteilsfreie Wahrnehmen des Gesprächspartners durch das Erkennen eigener „Filter“, die dies erschweren können, das aktive Zuhören, das Sich-Einfühlen in die Situation des anderen Menschen, das Aushalten auch schwieriger Gesprächssituationen und der Respekt gegenüber der Eigenständigkeit des Anderen.

Bei älteren Menschen, erzählen Henckel und Ahrens, treffe man oft auf eine Sprachlosigkeit, denn in den Jahren habe sich ihr Umfeld geändert. Dazu komme bei manchem die Angst vor dem Alter, und über das Sterben wolle man auch nicht gerne sprechen. Da sei es Aufgabe des Besuchsdienstes, klar herauszuarbeiten: Kann ich Dir Gutes tun? Was brauchst Du?

Und dafür sei es wichtig, sich immer einen halben Schritt hinter dem Besuchten aufzuhalten und nicht etwa Ratschläge anzubieten: „Jeder geht seinen eigenen Weg“, formulierte es Ahrens, „es ist sein Leben, es ist seine Lösung, die er sucht.“

Arbeit mit Rollenspielen

Gearbeitet wurde unter anderem mit Rollenspielen, anonymisierten Gesprächsprotokollen, sowie Kurzreferaten und Übungen zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Seminars.

Übrigens: Ulrike van Gemmern hat sich mit dem Projekt „Tür an Tür“ an einem bundesweiten Wettbewerb beteiligt und ist für die Endrunde nominiert. Heute fährt sie nach Hamburg, dort werden die Gewinner bekannt gegeben, „aber die Nominierung an sich ist für mich schon ein toller Gewinn“, sagt sie. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Verein „Zuhause hat Zukunft – Wege aus der Einsamkeit.“

Generell, so van Gemmern, würden Besuchsdienst und Nachbarschaftshilfe leise und oft im Verborgenen geschehen, „dennoch leisten die Ehrenamtlichen Großes und bewirken viel bei den Empfängern“.

Auf der anderen Seite bekämen sie auch viel zurück: „Gebraucht zu werden und helfen zu können, ist mehr als ein gutes Gefühl: Es entstehen durchaus Momente des Glücks – auf beiden Seiten.“ rnk

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