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00:20 01.01.2016
 Neue Holzkonstruktion und geweißte Stelen: Das Ehrenmal in Ahnsen. Quelle: tw
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Vehlen

Denn: Noch bevor das neue Jahr so richtig Fahrt aufnimmt, konnten zwei Alt-Projekte abgeschlossen werden, die die Bürger und ihre Vertreter seit Langem beschäftigt haben: der Abriss und Neubau des Buswartehäuschens vor dem Gasthof Vehlen und die Sanierung des Kriegerdenkmals – beides mit Mitteln des Amts für Landentwicklung. Sowohl Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer als auch sein Vehlener Kollege Werner Harder freuen sich darüber.

 „Nachdem die Fassade des Gasthofs saniert ist, war die Hässlichkeit des davor stehenden Wartehäuschens aus Waschbeton umso stärker ins Auge gefallen“, sagt Volker Wehmeyer. Der in die Dorferneuerung involvierte Bauingenieur: „Ich selbst bin von Bürgerinnen und Bürgern vielfach darauf angesprochen worden.“ Anschieben indes musste er selbst den Abriss des Siebziger-Jahre-Schmuckstücks nicht; das hatten zuvor bereits die Lokalpolitiker besorgt.

 Inzwischen ist das Wartehäuschen verschwunden – und hat einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion Platz gemacht. Diese verfügt über drei Einzelsitze und klemmt sich ebenso exakt wie dezent zwischen den Gasthof Vehlen und das benachbarte Gebäude, in dem Britta Borges das Geschäft „Jagdfieber“ betreibt, ein Ableger vom Stadthäger „Stilhaus“.

 Abgeschlossen sind derweil auch die Arbeiten an der dem „Elim“ respektive der Kirche vorgelagerten Kriegerdenkmal an der B65. Es wurde im Jahr 1913 zu Ehren der Vehlener Kriegsteilnehmer errichtet, die in den Freiheitskriegen 100 Jahre zuvor gegen die Franzosen unter Napoleon Bonaparte gekämpft hatten. Zugleich erinnert es an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871. „Der Bildhauer“, sagt Wehmeyer, „ist nicht bekannt.“

 Dass nur ein Jahr, nachdem das Denkmal eingeweiht worden war, zwischen Deutschen und Franzosen erneut ein Krieg und diesmal sogar ein Weltkrieg stattfinden sollte – das berührt den Betrachter des Sandsteins aus heutiger Sicht besonders. Der Konflikt von 1870/1871, an den in Vehlen erinnert wird, sollte übrigens der letzte sein, in dem man mit Masse von „Kriegern“ und „Kriegerdenkmälern“ sprach; danach verschwand das Wort zunehmend aus dem Sprachgebrauch. Im Zuge des Ersten Weltkriegs war es bereits weitgehend verblasst, im und nach dem Zweiten Weltkrieg sprach man nur noch von Soldaten.

 Doch zurück zum Sandstein des Denkmals: „Der“, berichtet der Bauingenieur, „ist behutsam gereinigt worden.“ Dabei sei darauf geachtet worden, dass die Patina des Werkstoffs nicht beschädigt wird. Augenfälliger indes dürfte sein, dass die vier das Denkmal umgebenden Stelen einen neuen weißen Anstrich erhalten haben. Zudem sind die die Stelen verbindenden abgängigen Holzbalken durch neue ersetzt worden.

 Die städtischen Kosten für die Erneuerung respektive Sanierung von Wartehäuschen und Denkmal beziffert Wehmeyer auf zusammen 15000 Euro; weitere 11000 Euro kommen aus dem Fördertopf des Amts für Landentwicklung dazu.

 Wenn sich der Arbeitskreis Dorferneuerung am Donnerstag, 14. Januar, im „Elim“ trifft, wird es laut Wehmeyer insbesondere um jetzt aktuelle Projekte wie das Dorfgemeinschaftshaus und den Friedhofsvorplatz gehen; weitere können dazu kommen. Beim Dorfgemeinschaftshaus geht es um dessen multifunktionale Sanierung beziehungsweise Umbau, beim Friedhofsvorplatz darum, dass Trauernde auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes zur Kapelle kommen. tw 

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