Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Neun sind zu schnell – und einer hat das Handy am Ohr

Obernkirchen/Röhrkasten Neun sind zu schnell – und einer hat das Handy am Ohr

„Ja ich weiß, es war ’ne geile Zeit …“, spielt das Radio – ganz leise – im Streifenwagen, als das Auto auf der Eilsener Straße vom Messstrahl der Radarpistole erfasst wird.

Voriger Artikel
Rottbrüder spenden 200 Euro
Nächster Artikel
So soll „Barbarossa“ zum Bringer werden

Der schwarze Renault gerät in den Laserstrahl des Messgeräts. Im zivilen Streifenwagen so gut wie unsichtbar, kann der Beamte Fahrzeuge schon in 1000 Metern Entfernung erfassen.

Quelle: tw

Obernkirchen/Röhrkasten. Nun, die Redaktion weiß nicht, ob auch der Fahrer zu diesem Zeitpunkt das Lied der Band „Juli“ in seinem Wagen hört. Sicher aber ist, dass die „geile Zeit“ für ihn viel zu schnell verfliegt, als er mit Tempo 70 vor Haus Nr. 77 gemessen wird, wenige Hundert Meter später die rote Kelle sieht und von Polizisten nach rechts in einen Feldweg gewunken wird.

 Tempo 70 markiert an diesem Tag den High-Score unter den neun Verstößen, die die zwölf Beamten um Arno Hansing in 90 Minuten am Ortsausgang von Obernkirchen registrieren; erlaubt ist dort Tempo 50. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Kommissariat Bückeburg hat an jenem Tag Verstärkung von jungen Bereitschaftspolizisten aus Hannover erhalten, die im Bereich der Dienststelle üben. Sie alle kommen durchweg nicht als „bärbeißige Bullen“, sondern als Sympathieträger rüber – auch wenn sich die Sympathie für den einen oder anderen Angehaltenen natürlich in Grenzen hält. Aktuell im Einsatz haben die Beamten das neueste Modell der Messpistole, das ein Fahrzeug bereits auf 1000 Metern erfasst. Auf diese Distanz hat ein Bleifuß nicht die Spur einer Chance.

 Alle neun Sünder kommen mit einem Verwarngeld davon; der, den die Beamten mit 70 erwischen, hat dabei noch Glück. Nur ein Km/h mehr – und es wäre richtig teuer geworden. „Das Gros der Fahrer ist rücksichtsvoll unterwegs gewesen“, lobt Hansing denn auch. Und denkt dabei an den Einsatz zuvor in Rusbend, als einen Fahrer der Messstrahl bei Tempo 85 traf – innerorts wohlgemerkt.

 Ausgeguckt hat sich die Polizei die Messstelle an der Eilsener Straße, weil es auf der abschüssigen Strecke stadtauswärts in den vergangenen Jahren zu schweren Unfällen wegen Rasens gekommen ist. Dabei misst die zweiköpfige Besatzung des Streifenwagens vom Straßenrand aus alles, was die leichte Kurve vor ihr mit 65 und mehr km/h passiert. „Drei Km/h“, so Hansing, „werden als Toleranzwert abgezogen. Ab 62 ,echten’ Km/h zahlt man.“

 Auch sogenannter Beifang geht den Beamten an diesem Nachmittag ins Netz: Etwa ein Fahrer, der wegen des Verdachts auf Drogenkonsum zur Blutentnahme muss; in einem weiteren Fall liegt das Tempo des Autos zwar im grünen Bereich, dafür aber hat sein Fahrer, das Auge des Gesetzes sieht auch das, ein Handy am Ohr. Das erleichtert seine Haushaltskasse um 40 Euro und wird zudem noch mit einem Punkt in Flensburg honoriert. Hinweis:

 Die Eilsener Straße ist ein Unfallschwerpunkt. Ein Zweiter, wen wundert’s, die schnurgerade und gleichfalls abschüssige Rintelner Straße. Dort wird die Polizei Freitag, 2. November, messen. Also Fuß vom Gas!

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg