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Planer wollen „Mückenbrühe“ verhindern

Dorfteich bereitet Sorgen Planer wollen „Mückenbrühe“ verhindern

Ursprünglich als Idyll gedacht, bereitet der 1989 angelegte Gelldorfer Dorfteich nun schon seit einigen Jahren Sorgen. Grund dafür ist der diesen touchierende Liethbach, der in seinem Wasser Sedimente mitführt, die sich nach und nach in dem Tümpel ablagern und langfristig eine Verlandung des Teiches zur Folge haben.

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Der Dorfteich am Gelldorfer Backhaus droht zu verlanden und soll deshalb ausgebaggert werden.

Quelle: wk

Gelldorf. Zudem erwärmt sich das Wasser in der immer flacher werdenden Teichmulde während der Sommermonate zu stark, was sich in Veränderungen hinsichtlich der Fauna und Flora dieses Biotopes bemerkbar macht. Das berichtete Christiane Matthaei, Mitarbeiterin des Umweltamtes der Stadt Obernkirchen, bei einer Sitzung des Gelldorfer Ortsrates.

Zwar habe man bereits 1997 den Verlauf des Baches abändern lassen, damit dieser bei sogenanntem Niedrig- und Mittelwasser nicht mehr direkt durch den Dorfteich fließt, sondern an diesem – abgetrennt durch ein aus Sandsteinen errichtetes Wehr – „quasi vorbeifließt“ und lediglich bei Hochwasser zusätzliches Wasser in den Teich läuft.

Anders als ursprünglich geplant funktioniere diese Trennung jedoch nicht mehr, da sich das Bachbett durch auch dort abgelagertes Sediment und „Geschiebe“ (Steine) im Laufe der Zeit verändert habe – sprich: Bei Niedrig- und Mittelwasser läuft der Liethbach weiter durch den Teich, während er bei Hochwasser daran vorbeifließt.

Mitarbeiter des Bauhofes hätten die Sandsteine des Wehres deswegen bereits enger zusammengestellt, eine Lösung des Problems habe dies allerdings nicht bewirkt, sodass der Bachlauf weiterhin Sedimente in den Dorfteich einschlämmt.

Diskutiert werden laut Matthaei daher zwei Optionen: Zum einen ist da die Möglichkeit, das Wehr komplett dichtzumachen, sodass das Wasser des Liethbaches nur noch bei Hochwasser darüber hinwegschwappen kann. Dies indes hat den Nachteil, dass die meisten Sedimente bei Hochwasserlagen eingeschwemmt werden und der Teich, wenn er jetzt ausgebaggert werden würde, spätestens in 20 Jahren erneut mit einem Bagger vom Schlamm befreit werden müsste.

Die zweite Möglichkeit sieht dagegen so aus, das Wehr so zu überarbeiten, dass der Bach zukünftig auch bei Hochwasser in sein Bett gezwungen wird. Damit der Teich bei dieser Variante nicht austrocknet, hat ein die Stadt in dieser Angelegenheit beratender Biologe empfohlen, am Ende des Teiches eine Verbindung zum Liethbach zu schaffen, um einen sedimentfreien Rückstau in dem Tümpel zu ermöglichen. Das Wasser würde somit also von hinten in den Teich einfließen und das Stillgewässer weder zu einer „Mückenbrühe“ verkommen noch verlanden.

So oder so: Der Dorfteich muss nach Auskunft der Umweltamtsmitarbeiterin aber entschlammt werden, wobei der anfallende Aushub aufgrund darin enthaltener Schadstoffe nicht auf einem der umliegenden Äcker ausgebracht werden dürfe. Um wie viele Kubikmeter zu entsorgendem Schlamm es sich handelt, darüber gibt es allerdings unterschiedliche Einschätzungen: Seitens des städtischen Bauhofes gehe man zunächst von rund 30 Kubikmetern aus, die auf der Kostenseite mit insgesamt 15000 bis 20000 Euro zu Buch schlagen würden, erklärte sie. Ein konsultierter Wasserbauer indes halte 70 Kubikmeter anfallenden Aushub für wahrscheinlicher.

Was die weitere Vorgehensweise betrifft, könne man nach Abschluss der derzeit laufenden Ausschreibung für die Ertüchtigung des Wehres sicherlich noch in diesem Jahr die Umgestaltung des Stauwehres vornehmen lassen, ergänzte Matthaei. Das Ausbaggern des Dorfteiches müsse man dagegen aus Kostengründen vermutlich in das nächste Haushaltsjahr verschieben.

„Wichtig ist, dass die Gesamtlösung richtig ist“, resümierte der Gelldorfer Ortsbürgermeister Andreas Hofmann, der eine nachhaltige Sanierungsmaßnahme für den Dorfteich forderte. wk

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