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Prachtwetter und ein bisschen Randale

Gelldorf / Erntefest Prachtwetter und ein bisschen Randale

Früher ist vielleicht nicht alles besser gewesen, aber die Regeln sind deutlich strenger gewesen. Wer sich von der veranstaltenden Dorfjugend noch in der traditionell langen Erntefest-Nacht zum Sonntag (4. September) etwas zuschulden kommen ließ, der durfte sicher sein, dass zumindest in Gelldorf alle davon erfuhren: Denn bevor der Umzug startet, wird erst einmal vorgelesen, wer seit dem letzten Erntefest wann und wo welchen Unsinn fabriziert hat.

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Das Erntebauernpaar bringt die Krone: Iris und Siegfried Langermann schreiten der Dorfjugend voran. © rnk

Gelldorf (rnk). Da kennen die Organisatoren kein Pardon, da können 60 Sekunden schnell zu einer peinlichen Minute werden, die nie vergeht. Jetzt gibt es eine kleine Änderung: Weil der Umzug schon am Sonnabend ist, wird die Nacht zum Sonntag erst im nächsten Jahr verlesen – bis dahin sind die dramatischen Peinlichkeiten meistens schon zu gut abgehangenen Anekdoten mutiert.

Am Sonnabend hielt sich die Aufregung beim Verlesen des Sünderegisters der Dorfjugend in Grenzen, es ging um Handys, einen Gelldorfer in Mannheim und dessen Stellvertreter hier im Ort, um Trecker, Toltern, Pinkelpartys für den neuen Nachwuchs und Pausen. Ein bisschen Ärger gab es auch, denn in der Nacht zum Sonnabend wurde die Scheibe eines Geschäftes in der Schulstraße eingeworfen, ein paar Zäune müssen ebenfalls repariert werden, eine Anzeige bei der Polizei wurde auch gestellt – aber Personenschäden wurden nicht verzeichnet.

Einen kleinen Bruch mit der Tradition gab es, weil das Erntebauernpaar nicht vor seinem Haus abgeholt werden konnte, aber Siegfried und Iris Langermann wohnen an der B 65; mit dem langen Trekkerkorso wäre ein Chaos programmiert gewesen. Alles ist gut, befand Langermann in seiner Rede, auch wenn es den meisten Bauern so schlecht ging, dass sie ihr Feld nur noch mit bis zu den Achselhöhlen hochgezogenen Gummistiefeln betreten konnten: „Irgendwie taten sie uns leid, aber jammern konnten sie ja immer schon.“ Das Protokoll verzeichnete größere Heiterkeit. Ein zweites Mal, als Langermann erkennen ließ, dass er das schöne Wetter bestellt habe: „Im Gegensatz zu den Bauern können wir das, wenn es drauf ankommt.“

Ortsbürgermeister Andreas Hofmann sagte, dass bei all der privaten Unzufriedenheit mit dem Sommerwetter die Landwirtschaft dennoch gute Erträge habe einfahren können – nach einem hohen Einsatz, aber dies sei nun mal der Tribut, den die Landwirte zollen müssten. Aber alle hätten sich gegenseitig über optimale Erntestrategien informiert, abgesprochen und sich unterstützt, wenn der Zeitpunkt gekommen sei, die Ernte einzufahren: „Vieles gemeinsam machen und im Grundsatz auf Dauer im harten Einsatz gegen den internationalen Wettbewerb, gegen sich verändernde marktpolitische Szenarien und vor allem gegen widrige Wetterbedingungen bestehen können.“

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