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Premiere der „Vehlener Erntesache“ gelungen

Völlig unaufgeregt Premiere der „Vehlener Erntesache“ gelungen

Der Sonnabend ist längst abgehakt, und der Sonntag der ersten „Vehlener Erntesache“ feiert Halbzeit, als Holger Meier schon ein Fazit ziehen kann. Mehr als 1000 Besucher am ersten Tag, dazu prächtiges Wetter, weniger am Sonntag, weil der Himmel mit Regen drohte – „aber unter dem berühmten Strich“, sagt Meier, „war alles okay“.

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Bei der „Erntesache“ in Vehlen demonstrieren auch etliche Handwerksmeister ihre Fähigkeiten.

Quelle: rnk

VEHLEN. Das eine oder andere hätte ein bisschen besser laufen können, aber es sind nur Kleinigkeiten. Etwa, dass nicht alle Besucher informiert waren, wenn es Sondervorführungen gab wie das Barockreiten – weil es bei der „Erntesache“ keine Lautsprecheranlage gab. „Man hätte jemanden mit einem Schild über das Gelände schicken können“, sagt Meier, der dann selbst von Tisch zu Tisch geeilt ist, um die Infos zu verbreiten.

 „Ein netter, steter Strom von Menschen“, so formuliert es der Vehlener, hat vor allem am Sonnabend das weitläufige Areal an der Ahnser Straße besucht. Ein Strom, der sich völlig unaufgeregt vom Hof, wo die Handwerksmeister ihre Berufe vorstellten, über die Wiese, wo die Traktoren sowie die Getränke-, Essens- und Dekostände platziert waren, bis hin zur sanierten Mühle inklusive Hof, wo es weitere Angebote gab, bewegte. Zwischendurch hätte man gut an den Angeboten für Kinder einen Zwischenstopp einlegen können. „Nirgendwo gab es Schlangen, nirgendwo wurde gedrängelt“, so Meier.

 Vielfalt und Abwechslung hatte Meier zum Konzept erhoben, als er nach dem Ausfall der Bückeburger „Ährensache“ kurzerhand den Termin für die erste „Erntesache“ in Vehlen angesetzt hatte, weil sich die meisten Aussteller den ersten Wochenendtermin im September für die Ex-Residenzstadt freigehalten hatten.

 Stetig angewachsen ist an diesem Wochenende die Anzahl der historischen Trecker. Meier vermutet, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda bestens funktioniert habe. Jeder habe noch einen mitgebracht, der auch noch einen Trecker sei eigen nennen konnte. Mehr als 40 Stück waren es am Schluss, und die Fahrer konnten selbst entscheiden, wann sie etwas vorführen wollten. „Das“, so Meier, „hat ihnen gefallen.“

 Wird es nun jedes Jahr eine „Erntesache“ geben? „Nein“, sagt Meier: Zum einen wisse man ja nicht, ob und wie es mit der „Ährensache“ weitergehe, zum anderen wolle er sich mit den Vereinen, die die „Erntesache“ tragen, nicht auf einen jährlichen Rhythmus festlegen: „In zwei Jahren müssen wir mal drüber nachdenken; wenn alle wieder Lust haben.“ Allerdings: Die Resonanz spreche dafür.

 Ob sich die „Erntesache“ finanziell gelohnt habe, darüber werde er mal am Jahresende nachdenken, wenn Bilanz gezogen werde, sagt Alexander Bellendir. Immerhin könne er an seinem Stand zeigen, was er handwerklich kann: Und das ist zeitlos Gedrechseltes. Im Sommer 2006 eröffnete er seine Werkstatt. Vier Jahre war er auf der „Ährensache“ präsent, und dass er von der Absage aus der Tageszeitung erfahren hat, das ärgert ihn immer noch ein bisschen. Umso schöner sei es gewesen, dass Meier seine „Erntesache“ als Alternative hochgezogen habe. Bellendir, der auf vielen Märkten sein Handwerk gezeigt hat, sagt: Man suche sich nicht mehr auf Biegen und Brechen eine neue Ausstellung, wenn eine wegfalle. „Aber hier in Vehlen war vor allem die Stimmung richtig gut, auch wenn die Geschäfte ein bisschen besser hätten laufen können.“

 Zwei Geschichten will Meier noch kurz erzählen: Mit Nils Rethmeier ist er an seinem Stand kurz ins Gespräch gekommen, und jetzt meißelt der Obernkirchener Steinmetz und Steinbildhauer das Meierhöfer-Logo samt Gründungsdatum in einen Sandstein. Und auch bei den Zimmermännern hat Meier vorbeigeschaut. Sie arbeiten jetzt an einer großen Holzstele, die dann ein Glasdach erhalten wird. Und beides wird Meier seiner Mutter schenken, damit der Westeingang des Hauses einen regengeschützten Bereich erhält. So funktioniert sie, die „Vehlener Erntesache“.

Von Frank Westermann

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