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„Projekt Husky“ baut Netzwerk aus

Förderung für Kinder und Jugendliche mit Problemen „Projekt Husky“ baut Netzwerk aus

Kinder und Jugendliche, die immer wieder dadurch unangenehm auffallen, dass sie den Schulunterricht stören oder schwänzen, sich anderen Menschen gegenüber aggressiv verhalten oder sogar Dinge machen, die dazu führen können, dass sie auf die schiefe Bahn geraten, sind kein ausschließliches Problem sozialschwacher, bildungsferner Schichten.

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Haben sich der freien Jugendhilfe verschrieben: Volker Harre (von links) und Eva Felka vom „Projekt Husky“ mit ihren zusätzlichen Netzwerk-Partnern Florian Burger-Freund, Elke Troiani und Michael Hamfler.

Quelle: wk

Vehlen. Vielmehr kann es jede Familie treffen – „egal, welcher gesellschaftlichen Schicht sie angehört“, weiß die Diplom-Sozialpädagogin Eva Felka, die mit ihrem Ehemann, dem Diplom-Pädagogen Volker Harre, das „Projekt Husky“ betreibt.

 Bei „Husky“ handelt es sich um eine seit 1990 mit Hauptsitz in Köln und seit 1994 mit einer Zweigstelle in Vehlen ansässige Einrichtung der freien Jugendhilfe, die sich der Entwicklungs- und Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen widmet, die nicht in deren leiblichen Familien leben können und die deshalb für eine gewisse Zeit ersatzweise von pädagogischen Fachkräften betreut werden.

 Die Bandbreite der Ursachen, die zu solchen Verhaltensauffälligkeiten führen, ist groß: Angefangen bei psychischen Belastungen, die aus finanziellen Notlagen wie etwa einem Leben mit Hartz IV heraus entstehen, über Verlustängste oder Beziehungskonflikte von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich getrennt haben, bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten, die darauf zurückzuführen sind, dass Eltern mit der ihnen obliegenden Erziehungsaufgabe schlichtweg überfordert sind.

 Dort greift das „Projekt Husky“ dergestalt ein, dass Betroffene aus deren Familien herausgenommen werden und – ähnlich der Unterbringung in einer Pflegefamilie – für einige Monate oder Jahre „stationär“ bei fachlich qualifizierten Betreuern leben, um durch diese individualpädagogische Betreuung nebst Aufbau einer „starken Beziehungsebene“ auf den richtigen Weg gebracht zu werden.

 Dabei setzen Felka und Harre nicht nur auf ihr eigenes Know-how und das ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf ein Netzwerk mit externen Fachleuten, das sie kontinuierlich ausbauen. Dazu gehört mittlerweile auch Florian Burger-Freund, der in Obernkirchen die ambulante Kinder- und Jugendhilfe „Freund & Helfer“ betreibt und von der Qualifikation über einen Studienabschluss als Bachelor in Sozialarbeit verfügt. Außerdem mit an Bord sind Michael Hamfler aus Aerzen, der seit 2013 als Heilpädagoge und psychologischer Berater in der Jugendhilfe selbstständig tätig ist, sowie Elke Troiani, die 2014 Jahr mit ihrer Jugendhilfe-Einrichtung „Troiani & Helfer“ (Minden) an den Start gegangen ist.

 In Schaumburg gebe es außer einigen großen Trägern der freien Jugendhilfe wie der „Gotteshütte“ und dem „Weidenkorb“ zunehmend kleine Institutionen, die ebenfalls „gute Ideen und Konzepte“ haben und die zudem „sehr flexibel“ seien, erklärt Felka. Ihre Stärke bewiesen diese kleinen Träger überdies dadurch, dass sie ihrerseits in Netzwerken miteinander kooperierten, um sich gegenseitig zu unterstützen und fachlich zu ergänzen.

 „Wir sind gerne bereit, unser Know-how weiterzugeben“, bestätigt Troiani. Zudem handele es sich bei der Betreuung verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher um ein „durchlässiges System“, denn wenn ein junger Mensch durch einen „Husky“-Mitarbeiter stationär betreut wird, bedeute dies nicht, dass dieses Kind respektive dieser Jugendliche immer stationär betreut werde. Bei einer positiven Entwicklung könne es gut sein, dass nach einer gewissen Zeit nur noch eine ambulante Betreuung notwendig ist. wk

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