Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Quo vadis Dorfgemeinschaftshaus?

Vehlen Quo vadis Dorfgemeinschaftshaus?

Quo vadis Dorfgemeinschaftshaus? Diese Frage treibt die Vehlener schon seit vielen Jahren um. Auf der einen Seite – die Vereine, die um ihre Heimat fürchten – auf der anderen: die Stadt, die einen „Investitionsstau“ und „Lücken in der Finanzierung“ sieht.

Voriger Artikel
In der Schule lässt es sich leben
Nächster Artikel
Kaum angeschafft und schon im Einsatz

Vehlen. Das alles unter ein Dach zu bekommen ist nicht leicht, wie sich in der jüngsten Sitzung des Ortsrates zeigte. Diplom-Ingenieur Volker Wehmeyer versucht dennoch den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ein Gebäude, viele Ansprüche – auf diese knappe Formel lässt sich das Problem bringen, das Wehmeyer zu bewältigen hatte. Zum einen ist da die Stadt, die einen „Investitionsstau von bis zu 500.000 Euro“ und einen „Fehlbedarf in der Wirtschaft von jährlich etwa 3500 bis 4000 Euro“ sieht, wie Kämmerer Andreas Jasper ausführte. Und da sind die Vereine, die in diesem Gebäude ihre Heimat haben. Ein Bürger formulierte es in der Einwohnerfragestunde so: „Sind die Preise für das Dorfgemeinschaftshaus wirklich so explodiert, dass es sich die Stadt nicht mehr leisten kann?“ fragte er aufgebracht. Ein anderer erinnerte an die Zuschüsse für das Sonnenbrinkbad: „Da gibt es offenbar genug Mittel, nur für Vehlen ist nichts da.“

Sei es wie es sei, an der Haltung der mehrheitlichen Meinung des Ortsrates änderte der Einwurf nichts. Die Vereine müssen zusammenrücken – und das Gebäude aller Voraussicht nach mit der geplanten U3-Kinderbetreuung der Kirchengemeinde teilen. Andreas Jasper brachte noch einmal den „Wunsch der Stadt Obernkirchen“ zum Ausdruck: „Es soll hier eine U3-Kindergruppe eingerichtet werden, um den Bedarf der U3-Kinderbetreuung Rechnung zu tragen.“ Um alle Belange unter ein Dach zu bringen, habe man das Büro Wehmeyer beauftragt, eine Skizze zu machen. „Darin sollten alle Wünsche und Anregungen, die beim Runden Tisch der Vereine gemacht wurden, berücksichtigt werden.“

Volker Wehmeyer fasste die einzelnen Ansprüche dann in drei Lösungen zusammen: Die kleinste: der Raumbedarf der U3-Kinderbetreuung wird erfüllt und kleinere Vereine können sich treffen. Die mittlere: Zusätzlich will der Turnverein hier Sport treiben. Und die große Lösung: Ein Haus, in dem man auch größere Feiern abhalten kann. „Diesen letzten Punkt werden wir nicht erfüllen können“, sagte der Planer. Alles andere sei aber durchaus machbar.

Konkret bedeutet das: Die Kita bekommt 146 Quadratmeter Nutzfläche, dem Dorfgemeinschaftshaus verbleiben 179 Quadratmeter. Der Krippenraum ist 58,6 Quadratmeter groß, der Dorfgemeinschaftsraum 112,6. Dazu kommen (bei der Kita) eine Küche und ein Wickelraum. Die große Theke müsste einem Ruheraum mit 15 Schlafplätzen weichen.

Und wenn eine größere Versammlung abgehalten werden soll? Das sei erstmal kein Problem, findet Wehmeyer: „Man kann hier durchaus 70 Stühle reinstellen, die Frage ist, ob Catering oder Musikanlage technisch möglich sind.“ Hier ein Kaffeetrinken (oder Turnsport) abzuhalten, sei absolut möglich. Darüber hinaus gibt es laut Wehmeyer die Möglichkeit die Räume der Feuerwehr zu nutzen: „Da kann vom Grundsatz her jede Gruppierung rein, solange sie nicht wilde Sau spielt.“ Auf die Frage, ob man das Dorfgemeinschaftshaus nicht verbreitern könne, antwortete der Fachmann: „Wenn der Bedarf so groß ist, muss man sich fragen, ob es nicht besser ist, gleich zwei getrennte Häuser zu haben.“ Die Fragestellung sei doch, ob sich der Ortsrat eine Umwidmung vorstellen könne. „Wenn man sagt, wir brauchen in Vehlen einen Raum dieser Größe, dann muss man nicht weiter diskutieren, dann muss die Krippe woanders hin. Die wichtigste Frage ist: Braucht Vehlen ein großes Dorfgemeinschaftshaus oder nicht?!“

Braucht Vehlen also ein großes Dorfgemeinschaftshaus? Ortsbürgermeister Werner Harder (SPD) rückte kurz vor der Abstimmung den Blick noch einmal auf die finanziellen Aspekte. Das Dorfgemeinschaftshaus sei unter den jetzigen Bedingungen nicht zu halten, sagte Harder. Sprich: „Das Haus ist ein reines Zuschussgeschäft.“ Konkret müssten Pacht und Miete verdrei- oder vervierfacht werden, „damit wir bei Null rauskommen.“ Vorteile der Umnutzung sieht Harder in den „Zuschüssen, die es für Krippenbau gibt“ und in der Tatsache, „dass das Haus dann 25 Jahre in der Hand der Stadt wäre.“ Auf diese Weise, so Harders Folgerung, „könnten wir unseren Dorfmittelpunkt behalten.“

Dazu kommt, dass der Ortsrat weiterhin Einfluss auf Gebührenordnung und Satzung hat, wie Kämmerer Jasper ausführte. „Da müsste man vertraglich genau regeln, wer was wann und wo darf“, gab eine Zuhörerin zu bedenken.

Keine Gegenliebe fand der Vorschlag von Horst Sassenberg (CDU), dass die Stadt das Gebäude für einen Euro an die Kirche verkaufen könne. „Da muss ich ganz klar Nein sagen“, gab Pastor Günter Fischer zu verstehen. An dem Gebäude sei lange Zeit nichts gemacht worden – „wir wissen um die Folgekosten.“ Diese hatte letzten Endes auch der Ortsrat im Blick, der einer Umnutzung mehrheitlich zustimmte – bei einer Enthaltung. mig

 So ganz steht noch nicht im Detail fest, wer in der Dorfgemeinschaftsanlage was nutzt, aber die große Theke im Untergeschoss wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben – sie nimmt einfach zu viel Platz weg. mig(2)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg