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Schreck in der Abendstunde

Übungseinsatz Schreck in der Abendstunde

Es ist Punkt 18.30 Uhr, als in Obernkirchen die Sirenen kreischen. „Feuer!“ meldet der Alarmempfänger von sechs Wehren. Auf dem Hof Röhrkastener Straße Nummer 11, so der Funkspruch, brennt ein großes Stall-Gebäude.

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Feuerwehrleute legen Atemschutzgeräte an. Sie gehen von einem Scheunenbrand aus.

Quelle: mig

Röhrkasten. Was für ein Schreck ausgerechnet in der Abendstunde. Kaum hatten sich die Röhrkastener an den Fernseher gesetzt, um die Füße hochzulegen, schrillten die Sirenen der umliegenden Feuerwehren. Ein Brand? Hier im Ort?

Der Blick aus dem Fenster schien diese Vermutung zunächst zu bestätigen. Zahlreiche Einsatzwagen rasten die Anhöhe hinauf, bis zum sogenannten „Klippschloss“, einem Hof aus dem 17. Jahrhundert. Oben, in der Einfahrt, warteten schon Stadtbrandmeister Clemens Keich und Stellvertreter Volker Schramm auf die Wehren aus Röhrkasten, Krainhagen, Gelldorf, Obernkirchen, Vehlen und von Ardagh-Glass. Von einem massiven Vollbrand „mit zwei Vermissten“ war weit und breit nichts zu sehen. Spätestens jetzt war klar, dass dieser Einsatz in Wirklichkeit eine Alarmübung war.

Vollbrand mit zwei Vermissten

Viel Zeit ließen sich die Feuerwehrmänner dennoch nicht. Kaum war der erste Wagen zum Stehen gekommen, flogen Schläuche durch die Luft. Mit einem „Wasser marsch!“ rückte man dem Feuer gleich von mehreren Seiten zu Leibe. „Wir gehen von einem Vollbrand der Scheune mit zwei Vermissten aus“, erläutert Schramm das Szenario. Ziel sei die Überprüfung dreier Punkte: der Disziplin, des vorhandenen Platzes und der Wasserversorgung.

Eine Herausforderung ist laut Schramm die abseitige Lage des Klippschlosses: „Wir haben hier oben zwar einen Hydranten, aber das Wasser daraus wird nicht reichen.“ Man werde deshalb eine Schlauchverbindung zur Eilsener Straße legen und eine Schlauchbrücke über die Straße einrichten.

Zaungäste gab es auch diesmal wieder reichlich, den unbestritten besten Platz hatten aber die Mitglieder der Familie Struckmeier. Hausherr Heinrich Struckmeier machte es sich mit Enkel Tim und Sohn Henning auf einer Bank gemütlich und schaute zu, wie die Blauröcke schwitzten. „Die habens jetzt mollig warm“, scherzte Struckmeier, als zwei Atemschutzgeräteträger vorbeiliefen.

Brände sind ein Risiko für Pferde

Wie schnell auf einem großen Hof etwas passieren kann, zeigt ein Erlebnis aus der jüngeren Vergangenheit. Durch Umbaumaßnahmen war ein Lichtfluter zu nah ans Fachwerk geraten, sodass das Holz anfing zu schwelen. „Da wäre es fast so weit gewesen“, so Struckmeier. Ein Problem sieht der Landwirt vor allem darin, dass die Pferde im Fall eines Brandes nur schwer dazu zu bewegen seien, aus dem Stall zu gehen.

Es gebe Fälle, in denen die Tiere deshalb verbrannt seien: „Obwohl die Leute mit einem Bagger ein Loch in den Stall gestemmt haben.“ Gerade Pferde, aber auch andere Tiere, bräuchten ein vertrautes Gesicht, wenn es zu einem Brand komme, sagt ein Feuerwehrmann. „Wenn die die Atemschutzgeräte sehen, bekommen die noch mehr Angst.“

Keich bilanzierte: „Für uns Führungskräfte war es wichtig zu sehen, wie das alles in der Realität abläuft, ob es Verbesserungsbedarf gibt.“ Positiv äußerte sich Schramm, der das zugrundliegende Szenario ausgearbeitet hatte. Er lobte die gute Zusammenarbeit der Wehren und sprach davon, dass man eine „sehr gute Mannschaft mit einem hohen Ausbildungsstand“ habe.

„Wir haben jetzt gesehen, wo wir hier Wasser herkriegen und auf welche Sachen man achten muss.“ Er habe sehr motivierte und disziplinierte Mannschaften erlebt. Das sieht Struckmeier ähnlich: „Wir fühlen uns jetzt noch etwas sicherer.“mig

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