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„So schnell kann man bei uns was werden“

Krainhagen / SPD-Ortsverein „So schnell kann man bei uns was werden“

55 Jahre: So alt ist zusammengenommen das neue Spitzenduo des SPD-Ortsvereins Krainhagen. Seit der jüngsten Zusammenkunft wird der kleine Verein von Oliver Keller (Vorsitzender) und Nina Zeuke (Stellvertreterin) geführt.

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Der neue Vorsitzende Oliver Keller und Schatzmeister Thomas Mittmann (r.) überreichen dem neuen Mitglied und gleichzeitig der neuen Vizevorsitzenden Nina Zeuke das rote SPD-Mitgliedsbuch.

Quelle: mig

Krainhagen. So schnell kann es in der Kommunalpolitik gehen: Kaum hat Nina Zeuke ihr rotes Parteibuch bekommen, wird sie auch schon zur Vizevorsitzenden gewählt. „Damit habe ich nicht gerechnet,“ gibt die 16-Jährige später zu. „Ich freue mich aber sehr darüber, dass ich jetzt Politik aktiv mitgestalten kann.“

 Dass es zur Wahl von Zeuke gekommen ist, hat zum einen mit dem charmanten Auftritt der jungen Frau zu tun, zum anderen damit, dass ihre Großeltern als SPD-Mitglieder bekannt sind. „Es ist mir in die Wiege gelegt worden“, unterstreicht die Schülerin eines beruflichen Gymnasiums. Näher mit der SPD beschäftigt habe sie sich bei einem Referat. „Ich habe das Programm gelesen und gemerkt, dass dort das steht, was ich denke.“ Von da bis zum Beitrittsentschluss war es nicht weit. Ein Praktikum bei Karsten Becker habe ihr den Weg gewiesen, sagte die Schülerin. „So schnell kann man bei uns was werden“, sagte ein Mitglied erfreut. Das sei der Vorteil eines kleinen Ortsvereins.

 Welche Vorteile eine kleine Gruppe hat, zeigte auch die Entscheidung der Versammlung, Oliver Keller zum neuen Vorsitzenden zu bestimmen. Die SPD Krainhagen hat damit einen radikal verjüngten Vorstand und das jüngste Spitzenduo in Obernkirchen (Keller, 39 Jahre, Zeuke, 16 Jahre). Es geht also doch, lautete der Tenor am Tisch. „Wir haben unseren Altersschnitt heute stark nach unten verschoben“, sagte ein SPD-Mann stolz. Die weiteren Ergebnisse der Vorstandswahl: Schatzmeister bleibt Thomas Mittmann, Katrin Albers und Thea Hanke bestimmten die Mitglieder zu Kassenprüfern. Die Delegierten für die Unterbezirksversammlung sind Katrin Albers und Günter Böhning. Einen Schriftführer wird es in Zukunft, nach dem Willen der Versammlung, nicht mehr geben: „Der Vorstand soll überschaubarer werden“, so Keller. Der bisherige Chef der Krainhäger, Peter Brandt, war nicht mehr angetreten.

 Auf dem Programm stand auch eine Aussprache zu einem großen SPD-Ortsvereins Obernkirchen (mit Vehlen, Krainhagen, Gelldorf und Röhrkasten). Die Gründung, so Keller, sei für Anfang 2014 angedacht. Ob es dabei bleiben kann, ist nach dem „Nein“ des Ortsvereins Vehlen und der Zusammenkunft des Ortsvereins Krainhagen zweifelhaft. Vonseiten der Mitglieder gab es viel Kritik an dem Zusammenschluss – ein SPD-Mitglied befürchtete gar negative Auswirkungen auf die Ortsräte. Seine Frage: „Wird dann noch Politik vor Ort gemacht?“ fand deutlichen Widerhall.

 Kritik entzündete sich auch an schwindenden Kompetenzen: „Seit 25 Jahren wird den Krainhägern ein Stück nach dem andern weggenommen“, sagte ein Mitglied. Er sei nicht dafür, dass man weitere Zugeständnisse machen sollte, denn: „Der SPD in Krainhagen wird auf diese Weise ihre Eigenständigkeit genommen.“

 Ebenfalls eine Rolle spielte die Besetzung von Posten. Hierbei führte ein Mitglied das Beispiel Zenkes an. „Ob es einer Neueinsteigerin in einem Großverein gelungen wäre, sofort Vizevorsitzende zu werden?“ so der SPD-Mann skeptisch. „Ich glaube nicht, dass in einem großen Ortsverein jemand untergeht“, so die Antwort Kellers. Bisher sei es das größere Problem, überhaupt jemanden zu finden. Die Situation wäre anders, wenn man 70 Mitglieder hätte und viele Kandidaten für die Posten. Er sieht gute Gründe, die Ortsvereine zusammenzulegen. Etwa, weil manche Posten gar nicht mehr vergeben werden könnten. Oder, weil Verantwortliche, die im Stadtverband, den Ausschüssen und in den Ortsvereinen säßen, sich das gleiche Thema „vier bis fünf Mal anhören müssen.“

 Für die Zukunft sei es wichtig, die Strukturen zu verschlanken und den Verein für junge Menschen interessant zu machen. Es gehe darum, wie man neue, jüngere Mitglieder einbeziehen kann. Er hoffe, dass bei der Entscheidung über einen Zusammenschluss viele Mitglieder kommen. „Ladet jeden ein, sagt allen Bescheid“, legte Keller den Anwesenden ans Herz. Die Versammlung der SPD Krainhagen soll noch im November stattfinden.

 Der SPD-Ortsverein Obernkirchen hat 94, Vehlen 41, Krainhagen 29, Gelldorf 24 und Röhrkasten 15 Mitglieder. 1991, so Stadtverbandschef Jörg Hake, habe allein Obernkirchen so viele Genossen gezählt wie nun der ganze Stadtverband. mig

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