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Sparverein beklagt Griff in die Kasse

Mitglied soll fast 15 000 Euro veruntreut haben Sparverein beklagt Griff in die Kasse

Eigentlich sollte es wie alle Jahre wieder ein Freudenfest werden – doch den 40 Mitgliedern des „Sparvereins Berghütte Krainhagen“ ist bei ihrer jüngsten Ausschüttungsfeier zum Heulen zumute gewesen. Denn: Von den insgesamt 28 585 Euro, Sparerlös eines ganzen Jahres, fehlen 14 491 Euro – gut die Hälfte. Unterschlagen von einem Mitglied des Vorstands, wie aus den Reihen des Vereins verlautet.

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In die Kasse gegriffen: Ein Mitglied des Sparvereinsvorstands soll Geld unterschlagen haben.

Quelle: pr.

Krainhagen. (tw). Ein mündliches coram publico abgegebenes Schuldeingeständnis soll es bereits geben; ebenso ein schriftliches und unterschriebenes Dokument der Verfehlung. Jetzt wollen die Sparer bei der Polizei Obernkirchen Strafanzeige stellen; 30 bis 35 planen eine Sammelklage.
Außer der Wut über den Verlust und die Enttäuschung bewegt die Mitglieder vor allem eines: Die Sorge, „Berghütten“-Gastronom Thilo Hübner könne in ein schlechtes Licht geraten – zu Unrecht, denn Hübner ist selbst eines der Opfer. „Genau ein Jahr nach der Insolvenz sind wir nun endlich aus dem Gerede raus. Da kommt das“, ärgert sich der Wirt der „Berghütte“. Er sorgt sich massiv, dass Gäste irrtümlich glauben könnten, er habe das Geld unterschlagen und als Konsequenz aus diesem Fehlschluss das Lokal meiden.
Aufgeflogen ist der mutmaßliche Betrug des besagten Vorstandsmitglieds während der Kassenprüfung, bei der die beschuldigte Person selbst nicht erschienen sein soll. Ein Telefonat mit der Volksbank in Schaumburg, heißt es aus dem Verein, habe kurz darauf die traurige Gewissheit gebracht, dass die Hälfte des Ersparten fehle. Nach Informationen dieser Zeitung sollen im Zuge der Unterschlagung sogar Kontoauszüge gefälscht worden sein – offenbar so gut, dass die Manipulation nur mit der Lupe zu erkennen gewesen wäre.
In ihrem Schreiben soll besagte Person „finanzielle Schwierigkeiten“ als Grund für die Tat angeführt haben. Sie soll den Sparern aber versichert haben, alles ihr tun zu wollen, um den Schaden wiedergutzumachen.
Den Sparverein gibt es seit etwa 20 Jahren. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung von zwei Jahren – ein Vorgänger von Hübner wollte den Stahlschrank mit seinen 40 Geldschlitzen nicht im Lokal wissen – war immer die „Berghütte“ Vereinslokal. Weggekommen soll in dieser Zeit nie etwas sein. Nicht zuletzt um den Schaden infolge eines möglichen Einbruchs zu minimieren, wird der Stahlschrank wöchentlich geleert. Den meisten Mitgliedern geht es zwar in erster Linie nicht ums Sparen selbst, sondern um die Geselligkeit in fröhlicher Wirtshausrunde. Gleichwohl dürfte jedem der Geprellten rein rechnerisch ein Schaden von rund 700 Euro entstanden sein – übrigens auch Hübner, der zusammen mit seiner Familie und seinen Angestellten ebenfalls zu den Sparern und damit zu den Geschädigten gehört.
Denen ist der Restbetrag von 14 094 Euro derweil ausgezahlt worden; Schriftführer und Kassierer wurden entlastet, der beschuldigten Person dagegen das Amt entzogen. Die muss nun außer der Strafanzeige auch noch mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Hintergrund: Erste Gemeinschaften von Kleinsparern gab es in Deutschland schon seit 1847. Die Idee des Gemeinschaftssparens verbreitete sich besonders in Norddeutschland, wo sie zuerst als „Weihnachtssparen“ aufgegriffen wurde. Seine Blütezeit erlebte das Vereinssparen in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Sparschränke wie der in der „Berghütte“ kamen in den zwanziger Jahren auf; von den 800 000 gefertigten sollen heute nur noch 250 000 im Einsatz sein. Denn nachdem Sparvereine und Banken das Kleinsparen anfänglich unterstützt hatten, zogen sich in den achtziger und neunziger Jahren die meisten Institute aus diesem Geschäft zurück.

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