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Stolz auf Gebäude

Gasthof Vehlen Stolz auf Gebäude

Als stilvollen Ort für größere Veranstaltungen aller Art hat sich der neu eröffnete Gasthof Vehlen in den vergangenen Monaten zwar schon einige Male bewährt, aber jetzt soll es damit so richtig losgehen.

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Bei den Besichtigungstouren zeigt Susanne Wittkugel (rechts) den Besuchern auch das Obergeschoss und ihre Kochschule.

Quelle: wk

VEHLEN. Um die Werbetrommel dafür kräftig zu rühren und Interessierten die für viel Geld aufwendig sanierte Immobilie vorzustellen, haben die beiden Betreiber des Eventgasthofs, Volker Wehmeyer und Susanne Wittkugel, zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Auf dem Programm stand dabei zunächst ein Empfang für geladene Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, Vereinsleben, Verwaltung und Politik. An sich sei es eine „unvernünftige Entscheidung“ gewesen, das „verbaute und heruntergekommene Objekt“ vor einigen Jahren zu erwerben, berichtete Wehmeyer. Denn eine konkrete Vorstellung hinsichtlich der künftigen Nutzung des seinerzeit leer gestandenen Gebäudes habe man noch nicht gehabt. Nur die unmittelbare Nähe zu seinem Elternhaus sei damals der Grund gewesen, den Kauf zu tätigen.

Den Anstoß dafür, die Immobilie in der jetzigen Form zu sanieren, gab schließlich ein Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen, verriet der Bauingenieur. Insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro habe der Umbau gekostet, wobei seine Familie über deren Wehmeyer Wohnbau GmbH (Gebäudeeigentümerin) davon deutlich mehr als eine Million Euro selbst finanziert habe. Unterm Strich habe man also mehr Geld ausgegeben als an Fördergeld erhalten – allerdings wäre der „Vollausbau“ ohne die Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm nicht möglich gewesen, betonte er.

Der Gasthof sei ein schönes Beispiel dafür, was sich aus alter Bausubstanz machen lässt, würdigte Wilhelm Mevert, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Obernkirchen, das Engagement von Wehmeyer und dessen Familie. Dabei merkte er an, dass der Wiedererkennungswert eines Ortes nicht zuletzt daran festzumachen sei, was für besondere, historische Gebäude es dort gibt.

„Hier ist ein ortsbildprägendes Gebäude wiedererstanden“, resümierte der stellvertretende Landrat Horst Sassenberg. Dies sehe sogar dermaßen „phantastisch“ aus, dass die Autofahrer auf der vorbeiführenden Bundesstraße an dieser Stelle deutlich langsamer als vorher fahren, um dieses Gebäude – insbesondere abends, wenn es schön illuminiert ist – bewundern zu können. Daneben hob er hervor, dass durch die kostspielige Sanierung der Immobilie „auch viel Geld in das heimische Handwerk geflossen“ sei. Vor diesem Hintergrund erinnerte der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker noch einmal an das „persönliche Investitionsrisiko“ der Familie Wehmeyer, das diese eingegangen ist. Ein finanzielles Engagement und Bekenntnis zu deren Heimatort, das sich allein schon deshalb gelohnt habe, weil der Gasthof einen über das Wehmeyer’sche Interesse hinausgehenden identitätsstiftenden Symbolwert habe.

Ernst Völkening vom Arbeitskreis Dorferneuerung Vehlen ließ in einem kurzweiligen Vortrag die bewegte Geschichte des Gasthofs Revue passieren. Demnach reicht die Historie bis 1731 zurück, in dem am Standort des heutigen Gasthofs der „Vehler Krug“ eröffnet wurde. Nachdem dieser aber einem Brand zum Opfer gefallen war, wurde um das Jahr 1900 herum jenes rote Backsteingebäude gebaut, in dem heute der Gasthof beheimatet ist.

„Von 1940 bis 1980 hat dieses Haus dann eine Fülle von unterschiedlichen Nutzungen erlebt.“ So diente die Immobilie damals der Unterbringung von französischen Kriegsgefangenen, bevor sie von 1949 bis 1953 als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Erst danach zog dort wieder eine Gaststätte ein – und zwar der von Friedrich Ilse eröffnete „Haiti-Club“. Spätere Nutzungen durch andere Betreiber waren etwa ein Striptease-Lokal sowie die Diskotheken „Herz As“ und „Lollipop“. Nun habe die Familie Wehmeyer die Immobilie im Rahmen der Sanierung wieder so hergerichtet, dass „wir alle hier in Vehlen stolz“ auf dieses Haus seien, lobte Völkening.

Im Anschluss an den offiziellen Teil mit den rund 200 Gästen konnte die interessierte Öffentlichkeit den in neuem Glanz erstrahlenden Gasthof mitsamt der von Susanne Wittkugel im Obergeschoss betriebenen Kochschule besichtigen. wk

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