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Streit um geplante Obdachlosenunterkunft

Gelldorf Streit um geplante Obdachlosenunterkunft

Dass die Stadt Obernkirchen eine im Gebäude Schulstraße 9 befindliche Wohnung „ungefragt“ als potenzielles Quartier für Obdachlose nutzen will: Das hat beim jüngsten Treffen des Ortsrats Gelldorf im Hofcafé Eggelmann für Verstimmung gesorgt – allen voran bei Bürgermeister Andreas Hofmann.

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Die desolate Obdachlosenunterkunft Stoevesandtstraße 21: Im Rathaus wird darüber nachgedacht, den Komplex abzureißen und durch ein neues Objekt in Modulbauweise zu ersetzen; dann würden die zwei Wohnungen in Gelldorf und Vehlen nicht mehr gebraucht.

Quelle: tw

Gelldorf. Fakt ist: Während auf der einen Seite des Objekts das vom Trägerverein unterhaltene Dorfgemeinschaftshaus liegt, gibt es im Westteil zwei Wohnungen: Die untere Wohnung ist vermiete, die obere steht seit vielen Jahren leer. „Wenn sie wieder vermietet werden soll, so ist das nicht ohne erheblichen Sanierungsaufwand möglich“, erinnert Hofmann; der Ortsrat hatte darüber in der Vergangenheit bereits diskutiert.

Jetzt hat den Ortsbürgermeister eine E-Mail von Kämmerer Andreas Jasper erreicht, der zu Folge die Stadt die besagte Wohnung als Obdachlosenunterkunft vorhalten will.

„Wir sind dazu allerdings nicht gehört worden“, ärgert sich Hofmann – dabei sei nach dem Niedersächsichen Kommunalverfassungsgesetz bei Vermietungen eine Beteiligung seines Gremiums vorgeschrieben. Der Alleingang sei umso bitterer, als Gelldorf mit dieser Wohnung langfristig andere Pläne habe. Sie eigne sich nämlich aufgrund ihrer vorteilhaften Lage – Spielplatz und Schulbushaltestelle vis-à-vis – nach einer bis 2017 geplanten Sanierung insbesondere für junge Familien mit Kindern.

Obdachlose, erinnert Oliver Schäfer, sind aber nicht zwingend sogenannte Stadtstreicher, die von Punkt A nach B ziehen und auch keine Asylbewerber oder Flüchtlinge. „Obdachlose sind auch solche Menschen, die infolge eines Wohnungsbrandes kein Dach mehr über dem Kopf haben“, betont Obernkirchens Bürgermeister. Das sei ein Schicksal, das jeden Bürger treffe könne, die Unterbringung eine Pflichtaufgabe der Kommune.

Zwar verfüge die Bergstadt mit der Stoevesandtstraße 21 über ein zentrales und aktuell auch genutztes Quartier für Obdachlose, doch: „Das Gebäude sieht von außen wesentlich besser aus, als sein Zustand im Inneren ist“, weiß der Rathauschef. Daher sei die Stadt gehalten, für den Fall der Fälle Quartiere in petto zu haben: Außer der Wohnung in Gelldorf ist das eine weitere in der Dorfgemeinschaftsanlage Vehlen; während in Erstere noch investiert werden müsse, sei Letztere quasi bezugsfertig.

Gleichwohl gelte: Sollte es im Obernkirchener Stadtrat mit Blick auf die Stoevesandtstraße zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, wäre die Verwaltung nicht genötigt, auf die beiden Quartiere in den Ortsteilen zurückzugreifen. Schäfer auf Nachfrage dieser Zeitung: „Ich habe mir vorgenommen, dass wir das Thema Stoevesandtstraße Ende 2015/Anfang 2016 auf politischer Ebene angehen.“ Seine persönliche Meinung: „Das Beste wäre ein Abriss des Objekts mit anschließendem Bau einer neuen Unterkunft in Modulbauweise.“ Besagte Bauweise, in der anderenorts auch Schulen sowie Kranken- und Wohnhäuser errichtet werden, sei vergleichsweise günstig – um so mehr, als ein solcher Bau weitaus kleiner als die jetzige Obdachlosenunterkunft an der Stoevesandtstraße ausfallen könne. tw

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