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Suche nach neuen Erntebauern hat begonnen

Vehlen / Dorffest Suche nach neuen Erntebauern hat begonnen

Noch sind nicht alle Felder leer geerntet. Die im August eigentlich unerwünschten Regenphasen haben da einiges hinausgezögert. Aber es sieht trotzdem nicht nach einem schlechten Ernteergebnis aus. Und deshalb durfte in Vehlen mit Recht nach Kräften gefeiert werden.

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Immer ein großartiges Bild: Rote Röcke bauschen sich bei schnellen Bewegungen auf.

Quelle: sig

Vehlen. Es ist das Verdienst der Dorfjugend, dass dieser alte Brauch auch hier heute noch weiterleben darf. Und es ist schön, dass das mitten im Dorf geschieht – auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Dort stand das Zelt, in dem sogar eine Sektbar eingerichtet wurde.

 Es hätte etwas gefehlt, wenn die Dorfjugend das Toltern ausgelassen hätte. Die Mädchen und Jungen in der traditionellen heimischen Arbeitstracht hatten die Einwohner eingeladen, Tanzbänder ausgegeben und einen Schluck eingeschenkt. Üblich ist übrigens auch, die Disco am Freitagabend nicht so früh zu besuchen. Erst blieb das Zelt fast leer, als „Real-Sound-Project“ zum Tanz aufspielte. Das änderte sich aber zu später Stunde.

 Am Sonnabend füllte sich das Zelt zwar früher, aber die Besucher hielten erst einen „Stehkonvent“ mit Bierprobe ab. Nachdem die Dorfjugend mit den Erntekronen ihren Einzug gehalten hatte, ließen sich die Besucher von den Klängen der Rio-Band in Schwung bringen. Der Morgen graute bald, als die letzten Gäste, gestärkt mit Rührei aus der Pfanne, den Heimweg antraten. Manche blieben gleich wach, denn um 10 Uhr begann der Zeltgottesdienst.

 Als alle Festwagen aus Vehlen und zahlreichen Orten des Schaumburger Landes eingetroffen waren, versammelte man sich auf dem Hof des Erntebauernpaares Julia und Karsten Weiser. Unübersehbar groß war die Zahl der Tanzkreise, die dort zu den Achttourigen antraten. Für die originalgetreue Begleitung sorgte die Schaumburger Trachtenkapelle.

 Karsten Weiser wies in seiner Rede darauf hin, dass sich die Arbeitsabläufe eines Landwirtes in den vergangenen 40 Jahren erheblich geändert haben. Er werde nach dreimaligem Einsatz künftig nicht mehr die Rolle des Erntebauern übernehmen. Das könne dann ein Jahrzehnt später sein Sohn Jobst machen. Ehefrau Julia ist überzeugt davon, dass die Lücken bis dahin durch andere geschlossen werden können. Sie müssten ja nicht unbedingt einen Hof haben. Das Fest sei eine super Sache, und sie werde dabeibleiben.

 Der stellvertretende Ortsbürgermeister Heiko Mevert zeigte sich erfreut darüber, dass sich immer wieder ein Organisationsteam findet, dass dieses Traditionsfest ausrichtet. Vehlen putze sich durch den Dorferneuerungsplan weiter heraus. An etlichen Häusern sehe man die Veränderungen, besonders bei der früheren Disco „Lollipop“. Und auch beim Gerätehaus der Feuerwehr hätten die Arbeiten begonnen.

 Zur Freude aller Festteilnehmer und der Zuschauer an den Dorfstraßen fand der sich anschließende Festumzug bei trockenem Wetter statt. Da wollte sich Petrus offensichtlich nicht lumpen lassen. Der Bogen der beteiligten Trachten- und Jugendgruppen spannte sich von Nordschaumburg bis nach Nammen.

 Nach der Rückkehr zum Zeltplatz gab es Kaffee und Kuchen, gesponsert von den Frauen des Vehlener Turnvereins. Und ab 19 Uhr wurde noch einmal das Tanzbein geschwungen. sig

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