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Trauung auf Probe

Vehlener Gasthaus ist doch "würdig" Trauung auf Probe

Potenzielle Ehepaare aufgepasst – die Stadt Obernkirchen soll ein weiteres Trauzimmer bekommen.

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Jetzt ist Vehlener Gasthaus doch "würdig" für Hochzeiten.

Quelle: mig

Obernkirchen. Der Bürger- und Bildungsausschuss stimmte dem Vorhaben zu, allerdings unter der Voraussetzung einer noch ausstehenden Besichtigung.

Ein historisches Gebäude, nach hinten raus ein schöner Garten – heiraten kann so schön sein. Das hatte sich der Besitzer des Gasthauses Vehlen gedacht und flugs eine Genehmigung für ein mögliches Trauzimmer beantragt. Drei Räumlichkeiten – der Saal, ein Clubraum und die Remise – sollen für standesamtliche Trauungen gewidmet werden, so der ursprüngliche Plan. Doch ganz so einfach sollte das nicht werden, wie die Vorlage der Verwaltung zeigte.

Standesamtliche Eheschließung hat offenbar größere Bedeutung als früher

Diese verwies auf die notwendige „würdige Form“ hin und darauf, dass die Eheschließung ein „erkennbar staatlicher Rechtsakt“ bleiben müsse (wir berichteten). Außerdem müssten die „wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen“ und das „Diskriminierungsverbot“ beachtet werden, sagte Bürgermeister Oliver Schäfer, der dabei aus der Vorlage zitierte. Das schien eher gegen ein Trauzimmer in einem – direkt an der Bundesstraße 65 gelegenen – Gasthaus zu sprechen. Hatte der Besitzer, die Wehmeyer Wohnbau GmbH, die Rechnung also ohne den „Wirt“, sprich: die Stadt Obernkirchen, gemacht?

Den Anfang machte dann Bürgermeister Schäfer mit einer kulturgeschichtlichen Sichtweise auf das Problem. Heute werde der standesamtlichen Eheschließung offensichtlich eine größere Bedeutung zugemessen als früher üblich. „Heute kann es durchaus sein, dass man in einem kleineren Rahmen heiratet – hier hat sich etwas geändert“, gab Schäfer zu verstehen. Es gebe aber eine Konstante: „Und das ist das Personenstandsgesetz, in dem es lapidar heißt: ,Die Eheschließung soll in einer der Bedeutung der Ehe würdigen Form vorgenommen werden.’“ Dieser Satz sei zwar schon älter, „aber er ist immer noch gültig“.

Rathaus ist als würdig anzusehen

Lediglich das Rathaus sei per Definition als würdig anzusehen, sagte Schäfer. Trauzimmer in besonderen Bauwerken (etwa in Schlössern oder denkmalgeschützten Gebäuden) sieht das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport ebenfalls als „unproblematisch“. Problematisch sei die Tatsache, dass „auseinanderliegende Orte“ mit dem vorhandenen Personal schwerlich bedient werden könnten.

Etwas anders als der Gesetzgeber sahen das die Mitglieder des Ausschusses für Bürger und Bildung. Man habe Fälle gehabt, wo der Landkreis das eine gesagt habe, es dann aber woanders anders gehandhabt worden wäre, sagte ein Ratsherr mit Blick auf die Samtgemeinde Nienstädt. Dort sei ein Trauzimmer nicht nur in einer ehemaligen Leibzucht untergebracht, sondern werde auch gewerblich betrieben.

Trauzimmer auf Probe

„Nach meiner Auffassung ist das großzügig ausgelegt worden“, gab der Ratsherr zu verstehen. „Ich würde dafür plädieren den Antrag für eine begrenzte Zeit anzunehmen und dann zu gucken, ob das Angebot angenommen wird.“ Wenn es nicht angenommen werde, werde es von selbst wieder einschlafen.

Dem konnten die meisten seiner Kollegen nur zustimmen. Ein Mitglied sah auch die würdige Form als gegeben, „weil das Gasthaus in Vehlen unter Denkmalschutz steht und damit ein historisches Gebäude ist“. Ergo: „Man sollte den Versuch wagen und dem Betreiber zwei Jahre Zeit geben, damit er planen kann.“ Ein Jahr sei zu wenig.

Letztlich wurde das Projekt „Trauzimmer“ tatsächlich genehmigt, die einzige Gegenstimme kam von einem Mitglied der „Grünen“. Sie sei in diesem Punkt eher konservativ, schilderte die Ratsfrau. Die Genehmigung ist allerdings mit einer Einschränkung verbunden: „Wir wollen bei einer Besichtigung der Räumlichkeiten sehen, ob die würdige Form gegeben ist.“ mig

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