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Obernkirchen Ortsteile Turbine aus dem Jahr 1916 soll bald wieder in Betrieb gehen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Turbine aus dem Jahr 1916 soll bald wieder in Betrieb gehen
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20:42 01.08.2011
Winfried Brempel bei der Anlage, die einst das Getreide von Fremdstoffen reinigte. Quelle: sig
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Vehlen (sig)

Der Zahn der Zeit hatte an dem Antrieb genagt: Ein Lager war beschädigt und der Rost hatte sich in mehrere Metallteile eingefressen. Die notwendige Reparatur hatte der Förderverein der Mühle bei einer Spezialfirma in Auftrag gegeben. Diese Arbeiten lassen sich nicht von den sonst so aktiven Förderern erledigen.

Vorsitzender Winfried Brempel kündigte nach Rückfrage an, dass die aus dem Jahre 1916 stammende Turbine eines Wittenberger Herstellers im Spätsommer wieder angeworfen werden kann. Das soll im Rahmen eines zweiten Mühlenfestes in diesem Jahr geschehen – das erste wurde anlässlich des Deutschen Mühlentages am Pfingstmontag abgehalten. Der Ansturm von Gästen, die zu einem großen Teil per Fahrrad kamen, war schon damals beachtlich. Hunderte nahmen an den Führungen durch das um 1890 erbaute Gebäude teil. Zu Vorführzwecken konnten die beiden Walzenstühle, der Schrotgang sowie alle notwendigen Transport- und Hebeeinrichtungen mit einem Hilfsmotor angetrieben werden.

Bis zum nächsten Mühlenfest sollen noch einige weitere Maschinen zugänglich gemacht werden. Außerdem gibt es noch einiges an den Außenanlagen sowie an der Beleuchtung der Maschinen zu tun. Die gesamte Inneneinrichtung der Wassermühle ist in Eigenleistung saniert worden. Dazu gehören der Fußboden in allen Etagen und das gesamte Holzständerwerk, dessen Restaurierung mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde – ebenso wie die Reparatur der Turbine.

Winfried Brempel weiß zu berichten, dass die Vehler Mühle bis zur Entwicklung der Turbine mit einem Wasserrad in Gang gesetzt wurde. Das wenige hundert Meter entfernte Kaskadenwehr sei die wertvollste historische Stauanlage längs der Bückeburger Aue. Dort habe man die Zahl 1714 entdeckt, die auf den Zeitpunkt der Entstehung schließen lässt.

Sein Großvater Friedrich Lehra habe noch bis vor rund 20 Jahren in Vehlen Weizen, Roggen und Gerste gemahlen, außerdem Haferkörner „gequetscht“, die als Pferdenahrung Verwendung fanden. Als der Müllermeister den Beruf aufgab, war er bereits 76 Jahre alt. Bis ca. 1900 gehörte sogar eine eigene Bäckerei zu dem Familienbetrieb. Abnehmer für das Mehl kamen aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern.

Was vielleicht nicht weithin bekannt ist: Die gesamte maschinelle Einrichtung der Mühle und auch das Kaskadenwehr stehen unter Ensembleschutz.

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