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Obernkirchen Ortsteile Ungewöhnliches Rezept gegen Frühjahrsmüdigkeit
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12:54 21.02.2018
Gerd Glaeske präsentiert bei seinem Vortrag in Vehlen hilfreiche Tipps, wie man der Frühjahrsmüdigkeit entfliehen kann. Quelle: wk
Vehlen

Bei vielen setzt die Frühjahrsmüdigkeit bereits dann ein, wenn die Tage wieder länger werden. Denn das Phänomen ist keine Erfindung der Pharmaindustrie, es gibt es wirklich. Die Umstellung der Temperaturen und Lichtverhältnisse verlangt dem Körper nämlich ganz schön was ab: Stoffwechsel und Hormonhaushalt müssen angepasst werden, durch die wärmere Luft weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab.

Abgeschlagenheit und Kreislaufprobleme sind das Resultat, und je nach Schätzung leiden viele aller Deutschen unter solchen oder ähnlichen Symptomen. Zum Glück verschwindet die Frühjahrsmüdigkeit aber nach ein paar Wochen von alleine wieder. Und bis dahin gibt es ein paar Tricks, den Körper auf Hochtouren zu bringen, erklärte Gerd Glaeske auf einer Veranstaltung der BKK24 im Gasthof Vehlen.

Ratschlag für kostenneutrale Abhilfe

Der Wissenschaftler und Ernährungsexperte begann mit einem glasklaren und zumeist auf den ersten Blick kostengünstigen Tipp: Sich zu verlieben , das ist der richtige Weg, um der Frühjahrsmüdigkeit zu entgehen. Denn wer sich verliebt, der will sich verabreden, der will das Haus verlassen, der will sich treffen, der will alles, nur eben nicht müde oder gar krank werden.

Jeder Zweite, sagte Glaeske, hat in Deutschland damit ein Problem. Das Klima wechselt, der Organismus reagiert, die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck fällt ab: „Das macht müde.“ Schuld ist das Serotonin, sagte Glaeske, genauer gesagt: dessen Mangel. Normalerweise regt Licht den Körper an, dieses stimmungsaufhellende Hormon zu produzieren – doch davon gibt es über die Winterzeit zu wenig, man spricht ja nicht ganz ohne Grund von der dunklen Jahreszeit. Der Mensch braucht über die kalendarische Winterzeit seinen Vorrat an Serotonin fast auf. Mit den länger werdenden Tagen muss es erst wieder nachgebildet werden.

Und während der Körper noch mit der Steigerung des Serotonins beschäftigt ist, verringert er die Ausschüttung von Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Bis sich der menschliche Hormonspiegel nun neu eingestellt hat, kommt es häufig zur Frühjahrsmüdigkeit. Ganz einfach formuliert: Die Umstellung schlaucht, der Mensch wird müde.

Der Lebensstil macht die Gesundheit

Was also hilft gegen das große Gähnen? Sonne, erklärte Glaeske, mit ihr steigt die Chance auf gute Laune. Und natürlich viel Bewegung, Spaziergänge im Tageslicht, Wechselduschen, mageres Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vitamine. „Das bringt uns auf Trab.“ Und es hilft, sagte der wissenschaftliche Leiter des „Länger besser leben“-Instituts, das sich mit den Themen Prävention und Gesundheitsförderung befasst. Es hilft gegen Stress, gegen Schlaganfall, gegen allerlei Wehwehchen. Dreimal 25 Minuten, also 75 Minuten in der Woche raus an die frische Luft, empfohl Glaeske, denn Gesundheit sei nur zu 20 Prozent genetisch bedingt, 40 Prozent allein seien Umwelt und Lebensstil: „Machen Sie sich nichts vor, Sie haben die Chance, Ihr Leben besser zu gestalten“, sagte Glaeske, wollte aber auch die Schattenseite benannt haben: „Leider haben wir eine Umwelt, die uns stark belastet.“ Und auch das hohe Alter, dass man erreichen könne, wenn man sich an die Länger-besser-leben-Regeln halte, habe eine Kehrseite. Demenz und Parkinson würden warten, und ein Drittel aller Senioren, die 90 Jahre oder älter sind, würden daran erkranken.

Und noch eine Zahl gab es abschließend von Glaeske: 9,4 Jahre würde ein männlicher Raucher sein Leben verkürzen. Auf seine Frage, wer denn heute hier noch Raucher sei, hoben sich im voll besetzten Gasthof ganze zwei Hände. Glaeske gab sich optimistisch: „Die beiden kriegen wir auch noch hin.“ wk