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Walzer am zweiten Advent – darf man das?

Bückeburger Jäger in der Vehlener Kirche Walzer am zweiten Advent – darf man das?

Ein Walzer am zweiten Advent? Darf man das? Pastor Günter Fischer hat diese Frage beim Benefizkonzert des „Blasorchesters Bückeburger Jäger“ eindeutig bejaht.

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Gesa Neumann (links) und Christina Heckler berichten von ihrer Arbeit für die „Mercy Ships“.

Quelle: mig

Vehlen. „Gerade im Advent feiern wir ja die Ankunft Christi – und das ist schließlich ein Grund zur Freude.“

 Etwas ungewöhnlich war die Einladung zu dem Konzert in der Kirche Vehlen ja schon. Das „Blasorchester Bückeburger Jäger“ spielt am zweiten Advent? Da musste so manch einer zweimal hingucken. Und auch die für ihre schmissigen Märsche bekannten Musiker waren leicht verunsichert. „Ernst Weiser hat mich gefragt, ob in einer Kirche auch Walzer gespielt werden darf“, erinnert sich Pastor Fischer an ein Vorbereitungstreffen. Die Antwort mag erstaunen: „Ich habe ihm gesagt, dass in der Kirche vieles möglich ist.“ Gerade im Advent – wenn die Ankunft Christi gefeiert werde – gebe es Grund zu Freude und Tanz. „Die Kinder des Kindergottesdienstes tanzen hier ja auch.“ Mit einem Dank an das Orchester endete die Begrüßung: „Sie spielen heute zum ersten Mal, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal in unserer Kirche.“

 Dafür, dass es wiederkommen darf, sorgte das Blasorchester eigentlich schon mit dem Eingangsstück, einem Konzertmarsch von Georg Friedrich Händel. Feierlich, majestätisch, mit viel Tutti kam der kurze Marsch daher – ein toller Einstand, der Lust machte auf mehr. Weiter ging’s mit dem ersten Weihnachtslied, einer Bearbeitung von „Tochter Zion“ und viel Flöten- und Klarinettenklang. Es folgte der melancholische „Deep River Blues“, ein wunderbar süßes und trauriges Werk. Einmal mehr zeigte das Orchester hier sein großes Können – einfach ein schönes Stück Musik.

 Richtig gute Laune machte dann der „böhmische Walzer“ (Moderator Dirk Hasse: „Es bleibt ihnen überlassen, ob Sie mitschunkeln oder kuscheln wollen...“). Die Musik dreht sich im Kreis, immer wieder, immer mehr, bis einem ganz schwummrig wird. Einfach nur schön. Kurz vor der Pause gab’s dann einige Soli: Olaf Busche beim „Einsamen Hirten“ und Marleen Wedermeier bei „Wunderland bei Nacht“. Ein gefühlvolles Trompetensolo eines sehr jungen und sehr talentierten Musikern. Den Schlusspunkt vor dem zweiten Teil (und besinnlicher Weihnachtsmusik) setzte dann das Breitband-Stück „One Moment in Time“ von Whitney Houston – einmal mehr zeigen die Bückeburger hier ihr ganzes Können.

 In der Pause selbst berichteten Christina Heckler und Gesa Neumann über die Arbeit von „Mercy Ships“. Die Hilfsorganisation – Empfängerin des Geldes, das das Benefizkonzert einbringt – unterhält das größte, private Hospitalschiff der Welt, die „Africa Mercy“, die in armen Ländern medizinische Hilfe leistet. Die Operationen werden an Bord von einem ehrenamtlich tätigen medizinischen Fachpersonal ausgeführt. Mitarbeiter aus mehr als 40 Ländern setzen sich auf den Krankenhausschiffen ehrenamtlich ein und kommen selbst für Unterkunft und Verpflegung auf.

 Sie leisten Hilfe in Form von Operationen, Zahnbehandlungen, Bau- und Landwirtschaftsprojekten sowie Ausbildungsprogrammen. „Davon ein Teil zu sein, ist großartig“, sagt Neumann, die im vergangenen Jahr in Madagaskar war. „Diesen Menschen Hoffnung zu bringen, hat mich sehr bewegt.“

 Heckler erzählte den Zuhörern, dass sie in einem Aidsheim am Bett einer sterbenden Frau gesessen habe, die zuvor nie gesprochen habe. „Auf einmal hat sie mit mir geredet und mich angestrahlt – das ist mir sehr nahe gegangen. Und mir ist klar geworden, was für ein Geschenk es ist, dass wir hier sein dürfen.“ Viele Menschen hätten kaum eine Möglichkeit, sich medizinisch behandeln zu lassen, „das geht nur gegen Cash – und oft fehlen die Spezialisten, die benötigt würden“. „Mercy Ships“ sei oft die letzte Hoffnung: Häufig könne man mit kleinen Operationen viel bewegen (etwa für Menschen mit großflächigen Gesichtstumoren oder Entstellungen). Außerdem ist die Organisation auch im Bereich der Schulung tätig. „Es ist nicht nur ein Kommen und Gehen – ‚Mercy Ships‘ setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit“, wusste Heckler zu berichten.

mig

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