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Was wird aus der Ortsmitte?

Dorferneuerung großes Thema Was wird aus der Ortsmitte?

In Vehlen ist und bleibt die Dorferneuerung eines der großen Themen des Jahres. Thomas Wünsche hat mit Ortsbürgermeister Werner Harder darüber, aber auch über eine neue Nutzung für das Dorfgemeinschaftshaus gesprochen.

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„Es wird eine öffentliche Zusammenkunft des Ortsrates geben, bei der es nur um die Nachnutzung der Dorfgemeinschaftsanlage gehen wird“, sagt Vehlens Ortsbürgermeister Werner Harder.

Quelle: tw

Vehlen. Vehlen.  Herr Harder, mit der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses inklusive des neuen Anbaues soll es in Kürze losgehen. Entwickelt sich das Projekt zur Zufriedenheit des Ortsbürgermeisters?

Ja, nicht nur zur Zufriedenheit des Ortsbürgermeisters, sondern in erster Linie zur Zufriedenheit der Feuerwehr. Die ist froh, dass sie nun endlich mit dem Umbau hat beginnen können – nachdem sie bereits im vergangenen Jahr viele Arbeitsstunden in das Projekt investiert hatte. Erst kürzlich wieder haben Freiwillige damit begonnen, im Inneren des Gebäudes Wände zu entfernen und den alten Estrich rauszunehmen. Der zweite Bauabschnitt soll noch 2015, der dritte mit der neuen Halle später fertiggestellt werden. Wir hoffen, dass dann auch Gelder dafür frei sind.

Überlegungen zur Nachnutzung der für einen Umbau vorgesehenen Dorfgemeinschaftsanlage (DGA) als U3-Kindergarten durch die Kirche haben in Vehlen hohe Wellen geschlagen. Bürger, Betreiber und Sportverein sind verunsichert. Was ist derzeit Stand der Dinge?

Dazu kann ich im Moment leider noch nicht sehr viel mehr sagen. Das Ingenieurbüro Volker Wehmeyer sollte ein Nutzungskonzept inklusive der dafür nötigen Umbaumaßnahmen entwickeln. Das jedoch war bislang noch nicht möglich, weil sich Herr Wehmeyer in erster Linie um das Feuerwehrgerätehaus kümmern musste. Ich gehe jetzt davon aus, dass es Mitte Februar wird, ehe dieses Konzept auf dem Tisch liegt. Erst dann können wir mit den Betreibern, dem Sportverein und den anderen Gruppen in unserer Gemeinde Gespräche darüber führen, wie es mit dem Gebäude weiter gehen könnte. Außerdem wird das Konzept natürlich im Ortsrat diskutiert. Das soll vielleicht sogar schon bei einer seiner nächsten Zusammenkünfte geschehen. Unabhängig davon wird es aber eine eigene Sitzung geben, bei der dann nur das Thema Nachnutzung auf der Tagesordnung stehen wird.

Der „Waschbetonbunker“, das alte Buswartehäuschen vor der früheren Diskothek „Herz As“ an der B65 sollte weg, steht aber immer noch. Wann kommt es weg, und was kommt danach?

Das Buswartehäuschen, dieser unansehnliche Betonklotz, kommt in jedem Fall weg. Volker Wehmeyer hatte bislang die Idee, zwischen seinem eigenen Gebäude und dem früheren Friseurgeschäft eine Sitzbank mit Glasüberdachung aufzustellen. Wird das nicht genehmigt, kommt vorne eine Glaskonstruktion hin. In jedem Fall soll die frühere Diskothek aber auch weiterhin zu sehen sein; deren Gebäude trägt jetzt den schönen Namen „Gasthaus Vehlen“ und ist von Herrn Wehmeyer phantastisch saniert worden. Wann die Aufstellung erfolgt, kann ich derzeit noch nicht sagen; das ist Aufgabe des Landkreises.

Seit Mitte Juli vergangenen Jahres gibt es in Vehlen ein neues Fest: das Dorffest. Soll es auch in diesem Jahr eines geben – und was wissen Sie über die Pläne?

Die Initiatoren dieses Festes haben sich vor geraumer Zeit getroffen. Es ist sicherlich nicht möglich, ein solches Fest jedes Jahr zu veranstalten. Das würde alle überfordern. Wir gehen daher davon aus, dass wir das Dorffest nur alle zwei oder sogar nur alle drei Jahre ausrichten werden; das dann aber in einem ähnlichen Stil wie das Jüngste. Kurz gesagt: Ein solches Fest wird es frühestens 2016 wieder geben, wahrscheinlich aber erst 2017.

Nachdem auch die letzte Gaststätte im Ort geschlossen hat: Wie lebendig ist Vehlen noch?

Vehlen lebt – und das sogar sehr gut. Es ist natürlich schade, dass mit der „Linde“ unlängst auch die letzte Gaststätte im Dorf geschlossen hat; das „Mediterrano“ steht ja bereits seit vielen Jahren leer – und es sieht auch nicht so aus, als ob es jemals wieder als Gaststätte genutzt werden könnte. Aber wir haben immer noch Hoffnung, dass in dem Gebäude, welches Volker Wehmeyer jetzt umgebaut hat, eine Gaststätte oder aber ein Bistro eingerichtet wird. Geplant ist das. Ob Herr Wehmeyer dafür aber Investoren findet, weiß ich nicht. Gleichwohl hat Vehlen auch unabhängig davon seine Feste; man trifft sich dann eben anderswo – zum Beispiel bei mir oder privat.

Im Zuge der Dorferneuerung sollte auch der Friedhofsvorplatz in Teilen umgestaltet werden. Ist das noch aktuell – und was genau ist dort geplant?

Das ist noch aktuell. Es geht darum, dass die Zuwegung zum Friedhof in einem unschönen Zustand ist. Einige Birken sind schon entfernt worden. Warum die letzten beiden noch stehen, wissen wir alle zwar nicht, aber eine dafür zuständige Dame bei der Stadt hat gesagt, dass sie noch nicht wegmüssten. In jedem Fall soll der Vorplatz im Zuge der Dorferneuerung mit angefasst und so befestigt werden, dass man auch bei schlechtem Wetter vernünftig zur Kapelle kommt. Inwieweit auch die Kirche in die Sache involviert ist, kann ich nicht sagen.

Ebenfalls mit Geld aus einem Fördertopf des Landes Niedersachsen sollte auch das Ehrenmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges saniert werden …

Ja, den Antrag auf Sanierung haben wir zusammen mit dem für das Buswartehäuschen gestellt. Zwar sind uns kurzfristig Gelder dafür in Aussicht gestellt worden, aber nur 24 Stunden später kam dann vom Land die Mitteilung, dass diese Gelder momentan doch nicht bereitstehen – frühestens 2015. Ich hoffe, dass dann auch das Ehrenmal zusammen mit dem Buswartehäuschen saniert werden kann. Wir stehen also beim Land auf der Warteliste.

Stichwort Neubau des Klinikums Schaumburg: Merken Sie im Dorf was davon, dass es in Ihrer Nachbarschaft eine Großbaustelle gibt?

Im Bereich der Vehlener Straße fahren relativ wenige Baufahrzeuge; die fahren überwiegend über Bückeburg/Bergdorf oder Ahnsen. Wir merken die Großbaustelle eigentlich nur in der Nacht, wenn in der Feldmark die großen Scheinwerfer leuchten. Lärm hören wir dagegen überhaupt keinen. Nun weiß ich aber nicht, ob das im Bereich der Straße Zum Felde anders ist.

Vor etwa einem Jahr hatten Sie an dieser Stelle im Gespräch mit der Redaktion den miserablen Zustand nicht weniger Straßen im Dorf angeprangert – allem voran den der K13. Ist da inzwischen etwas geschehen?

Wir beklagen den schlechten Zustand der Straßen in Vehlen schon seit Jahrzehnten. Im vergangenen Jahr ist damit begonnen worden, die ersten Randstreifen an der K13 zu sanieren. Das ist aber im Grunde genommen nur Flickwerk. Der Bereich, in dem die Straßenabläufe abgesackt waren, ist bis hin zur Bäckerstraße stark angehoben worden; fort geführt werden soll das bis zum Lidl-Markt.

Aber der gesamte Randstreifen ist nach wie vor in einem außerordentlich miserablen Zustand. Dabei ist die K13 nie für Schwerlastverkehr ausgelegt gewesen. Sowohl der Landkreis als auch das Straßenbauamt in Hameln haben erklärt, dass das Ganze ein großes Sanierungsprojekt sei; das sei momentan nicht machbar. Anderenfalls müsse der komplette Randstreifen aufgemacht werden. Doch das wäre dann fast ein Straßenneubau.

Nun sind wir zwar froh, dass erst mal die schlimmsten Verwerfungen beseitigt worden sind. Aber das Patchen auf den stadteignen Straßen ist nicht zur Zufriedenheit der Bürger ausgefallen. Es wurde nur sehr oberflächlich ausgeführt. Im Grunde wurde nur Teer auf die Löcher gespitzt, dann kam Splitt drüber. Doch die großen Verwerfungen sind damit nicht beseitigt worden; wahrscheinlich schafft das der Patcher auch gar nicht.

Von den Projekten der Dorferneuerung mal abgesehen: Was soll 2015 in Vehlen geschehen?

Das Hauptaugenmerk liegt zunächst einmal auf dem Ausbau und der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses. Das ist ein so großes Projekt: Wenn wir den ersten und zweiten Bauabschnitt fertig haben, erst dann können wir weiter sehen. Wobei: Geld aus dem Topf für die Dorferneuerung werden wir darüber hinaus vermutlich gar nicht mehr bekommen. Denn es geht ja dabei um eine immense Summe.

Denken Sie mal dran: Ursprünglich war von Ausbaukosten von „nur“ 130000 bis 140000 Euro die Rede gewesen; jetzt hat der Kämmerer dagegen von einer „enormen Summe“ gesprochen. Nein. Abgesehen vom Projekt Feuerwehrgerätehaus können wir nur noch sehen, dass wir unsere Straßen so einigermaßen in Ordnung bekommen. Das wird aber nur mit eigenen Mitteln möglich sein; von der Dorferneuerung ist da im Moment nichts zu erwarten.

Wenn Sie in die nähere Zukunft blicken – welche Entwicklung macht Ihnen mit Blick auf den Ort Kopfschmerzen? Immer noch die Dorferneuerung?

Wir sind froh, dass zumindest ein Teil der Gelder aus der Dorferneuerung in den Aus- und Neubau des Feuerwehrgerätehauses geht. Ich hoffe allerdings sehr, dass die Dorferneuerung in Vehlen damit nicht endet. Kommen wir nicht weiter, läuft das Projekt nämlich irgendwann aus. Ich hoffe sehr, dass wir bis dahin in den nächsten zwei, drei Jahren den Dorfmittelpunkt fertigstellen können.

Aber wirkliche Kopfschmerzen macht mir eher, dass wir in Vehlen als Zusammenschlüsse inzwischen im Grund genommen nur noch die Feuerwehr, den Turnverein sowie die Kirche haben – und Letztere hat ganz andere Aufgaben. Aber wir arbeiten zumindest recht gut zusammen.  „Es wird eine öffentliche Zusammenkunft des Ortsrates geben, bei der es nur um die Nachnutzung der Dorfgemeinschaftsanlage gehen wird“, sagt Ortsbürgermeister Werner Harder. tw

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