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00:17 09.12.2016
Ein Selfie aus Amerika: Anja Calabrese in dem von ihr auf Long Island geleiteten Spirituosen- und Weingeschäft. Quelle: pr.
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Vehlen/Long Island

Und auch bei Auswanderern und solchen, die es gerne wären, stehen die „United States“ und der „American Way of Life“ hoch im Kurs. Zu denjenigen, die den Sprung über den Großen Teich gewagt und sich in Amerika ein neues Leben aufgebaut haben, gehört Anja Calabrese (47), die früher mit Nachnamen Dallinga hieß und in Vehlen aufgewachsen ist.

Als gelernte Erzieherin war sie 1996 in die USA geflogen, um bei einer Familie auf Long Island (eine rund 190 Kilometer lange und zum Teil mehr als 30 Kilometer breite Insel nahe New York) als Au-pair-Mädchen zu arbeiten. Ein Jahr sollte der Aufenthalt dauern. Doch weil es ihr dort so gut gefiel, ließ sie ihr USA-Visum kurz vor Ablauf um ein Jahr verlängern, um noch nicht nach Deutschland zurückkehren zu müssen.

Größe und Vielfalt der Metropole

Was sie seinerzeit so an Amerika fasziniert hatte? Allein schon die Weltstadt New York, in der 24 Stunden am Tag etwas los sei, erklärt Calabrese. Ständig gebe es dort irgendwelche tollen Partys, Konzerte und andere Veranstaltungen. Zudem habe ihr die schiere Größe und Vielfalt dieser Metropole gefallen; ebenso der schöne, vom Wohnsitz ihrer damaligen Gasteltern in nur zehn Autominuten erreichbare Strand von Long Island. Alles Argumente, mit denen das kleine Schaumburger Dorf Vehlen nicht habe mithalten könne.

Dass sie nach dem zweiten Jahr weiterhin in den USA geblieben ist, lag indes nicht mehr nur daran, dass sie von New York, Long Island und dem ganzen Drumherum so angetan war. Sondern auch daran, dass sie einen Amerikaner kennen- und lieben lernte, den sie heiratete. Diese Ehe war zwar nicht von langer Dauer, aber die ihr von den Vereinigten Staaten von Amerika gewährte „Greencard“ (eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis) behielt ihre Gültigkeit.

Von der Bäckerei zum Spirituosenhandel

„Erst war es ein Jahr, dann noch ein Jahr und plötzlich sind zwanzig Jahre vergangen“, resümiert Calabrese, die immer noch die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Eine Zeit, in der viel passiert sei. Nach ihrer Aupair-Tätigkeit hatte sie zunächst bei der Kaffeehaus-Kette „Starbucks“ gejobbt, dann in einem Kaufhaus. Auch eine Berufsausbildung zur Bäckerin und Konditorin hat sie absolviert, wobei diese Ausbildung aus Theorie in einer berufsbildenden Schule plus Praktikum in einem Betrieb bestand und insgesamt nur neun Monate dauerte. Rund 10000 Dollar musste sie dafür bezahlen. Seit nunmehr zehn Jahren leitet die ehemalige Schaumburgerin auf Long Island, wo sie selbst auch wohnt, als Angestellte ein Fachgeschäft für Spirituosen und Wein.

„Die ersten zehn Jahre habe ich es hier in den USA echt genossen“, erzählt die Auswanderin weiter. Am Anfang sei sie ja auch erst 26 Jahre alt gewesen und habe einfach „Lust aufs Partymachen“ gehabt. Aber mit den Jahren sei das Leben in Amerika doch recht anstrengend geworden, was zum Teil auch an New York liege, das sie inzwischen als sehr laut empfinde. „Außerdem ist alles sehr, sehr teuer und man muss viel Geld verdienen, um sich hier etwas leisten zu können.“

Ihr Freund fliegt die Promis von A nach B

Apropos Wohnen: Zusammen mit ihrem neuen Lebensgefährten, einem Norweger, bewohnt die Ex-Vehlenerin auf Long Island ein ihm gehörendes Einfamilienhaus mit Garten. Ihr Freund ist beruflich als Hubschrauberpilot bei einem in der Nähe ansässigen Unternehmen tätig, das Personenbeförderungen durchführt, berichtet sie auf Nachfrage. Zu den Fluggästen würden auch Stars respektive Prominente zählen, die unter anderem vom Flughafen zu deren Villen geflogen werden – so etwa der Superstar Elton John, die Sängerin Beyoncé, der Rapper Jay-Z und der frühere US-Präsident Bill Clinton. Persönliche Kontakte zu den Promis gebe es jedoch allein schon aufgrund der gebotenen Diskretion nicht.

Bleibt als Fazit: „Es ist eine sehr gute Erfahrung“, kommentiert Calabrese ihr Leben in Amerika. Verbunden mit dem Rat, dass an sich Jeder mal eine Zeit lang etwas anderes von der Welt sehen sollte, um den eigenen Horizont zu erweitern.

Was sie vermisst, wenn sie an Deutschland denkt? Ihre Familie und Freunde, Currywurst sowie die leckeren Brötchen von der Bäckerei Achter aus Obernkirchen, verrät sie. wk

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