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Werner Harder nicht wieder Bürgermeister

Nach 17 Jahren ist Schluss Werner Harder nicht wieder Bürgermeister

 Ein letzter Handschlag, dann ist Schluss gewesen. Werner Harder, seit 17 Jahren Bürgermeister in Vehlen, nimmt seinen Hut. Nachfolger des Urgesteins wird Horst Lahmann, der bisher als Ortsbeauftragter fungierte.

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Der „Alte“ ist der „Neue“

Vehlen. Überraschend kam sein Abgang keineswegs. Er sei „gewusst, gewollt und geplant“ gewesen: So beschreibt Harder den Amtsverzicht aus seiner Sicht. „Ich bin nicht wehmütig – im Gegenteil. Ich denke, dass ich dieses Kapitel gut abgeschlossen habe.“ 25 Jahre im Ortsrat und 17 Jahre als Bürgermeister – „das ist, finde ich, genug, auch schon aus Altersgründen“. Er habe schließlich noch viel vor und viel zu tun. „Es war jetzt einfach an der Zeit“, so Harder. Schon 2013 hatte Harder sein Mandat im Stadtrat aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt – sein Amt als Ortsbürgermeister blieb davon unberührt.
In seiner Zeit als erster Bürger Vehlens hat Harder zahlreiche Projekte begleitet und zu einem guten Abschluss gebracht. Von der Dorferneuerung bis hin zur Schaffung eines Familienzentrums. Weitere Stichworte sind: die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses und des Schlauchturms. „Herr Harder hat viel Gutes für Vehlen geleistet“, befand ein Zuhörer der Sitzung. Ähnlich sah das an diesem Abend der Bürgermeister der Stadt Obernkirchen, Oliver Schäfer, der Harder seinen „Dank und seine Anerkennung“ aussprach. Als letzte Amtshandlung nahm der frühere Pädagoge die Verpflichtung des neuen Ortsrates vor. Danach bekam er – zusammen mit Lahmann, Christoph Schuster und Horst Sassenberg – eine Ehrung des Niedersächsischen Städtetages überreicht. Mit der Urkunde wurde das Quartett für seinen „langjährigen, unermüdlichen und selbstlosen Einsatz“ geehrt.
Nicht ganz so harmonisch wie die Verabschiedung verlief die Wahl des neuen Ortsbürgermeisters. Sassenberg, Chef der CDU-Fraktion, zeigte sich „überrascht über den Wahlablauf“ und führte an, dass der „Ortsbürgermeister angetreten ist, um abgewählt zu werden“. Das habe er schon vor der Wahl im Dorf verlauten lassen. Im Grunde habe das ja auch gut geklappt, weil Harder zu wenige Stimmen bekommen habe. Nichtsdestotrotz sei er der Meinung, dass Personen, die sich wählen lassen, auch zur Verfügung stehen sollten.
Leichte Kritik übte Sassenberg auch an der Kandidatur von Lahmann als neuer Ortsbürgermeister Vehlens. Bei der Kommunalwahl habe Lahmann ein „ernüchterndes Ergebnis“ bekommen, sagte der Fraktionsvorsitzende der CDU. „Unser Kandidat wäre Heiko Mevert gewesen, der das beste Ergebnis hatte – Mevert hätten wir auch mitgetragen.“ Darüber hinaus habe Mevert sehr konstruktiv mit allen Fraktionen zusammengearbeitet. Zwar schätze man auch Lahmann, der eine gute Arbeit im Ortsrat geleistet habe: „Aber wenn wir den Kandidaten, den wir gewollt hätten, nicht wählen können, dann können wir das nicht mittragen.“
Und Heiko Mevert? Der hat, laut eigener Aussage, viel zu viel um die Ohren, um das Amt richtig ausfüllen zu können. Genauer: „Bei meinem zeitlich sehr fordernden Beruf, traue ich mir nicht zu, diesen Job ordentlich machen zu können.“ Das Amt des Bürgermeisters nehme viel Zeit in Anspruch und brauche eine dauernde Präsenz am Ort. Sehr erfreut war er dagegen über die hohe Stimmenzahl bei der Kommunalwahl. „Ich fühle mich sehr geehrt und bin sehr dankbar, aber viele Bürger haben das sicher in Kenntnis der möglichen Konstellation mit mir als Stellvertreter gemacht.“ Lahmann habe seinen „Job als Ortsbeauftragter“ sehr gut gemacht und sei deshalb eine gute Wahl. „Ich denke, es gibt große Überschneidungen zwischen dem Ortsbeauftragten und dem Ortsbürgermeister.“
Die Wahl selbst ging dann schnell über die Bühne. Als neuen Bürgermeister bestimmte die Versammlung Lahmann – bei vier Ja- Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung. Lahmann dankte dem Rat für das Vertrauen und versprach möglichst viel für Vehlen und seine Bürger herauszuholen. Zwei Stimmen mehr bekam Mevert, den der Rat einmütig zum neuen stellvertretenden Bürgermeister bestimmte.
Bei der Beratung über die Ortschaftmittel kündigte Lahmann an, dass er eine Wippe für den Spielplatz bestellt habe. Die alte habe 40 Jahre auf dem Buckel und quietsche. Die neue Wippe soll im März aufgestellt werden. Für die nächste Sitzung kündigte Lahmann an, über die Prioritäten der gerade angelaufenden Wahlperiode beraten zu wollen. Zusätzlich will man schauen, wie auf das kommende Jahr übertragene Mittel verwendet werden sollten. 

mig

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