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„Wir werden uns durchboxen“

Gelldorf / SPD-Ortsverein „Wir werden uns durchboxen“

Das Pétanque-Turnier musste im letzten Jahr mangels Teilnehmern abgesagt werden, der Backtag wird nur noch alle zwei Jahre angeboten, bei der Kommunalwahl fuhren die direkten Konkurrenten 70 Prozent ein: Trotzdem wollte Kirsten Battaglia als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins nicht gänzlich unzufrieden sein.

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KirstenBattaglia

Gelldorf (rnk). Vor allem, dass die politischen Mitbewerber vom Team Gelldorf nach der Wahl öffentlich die Sektkorken knallen ließen, konnte sie nicht recht nachvollziehen: „Mit 30 Prozent konnten wir die Fahne halten, zudem hatte das Team Gelldorf Stimmenverluste.“ Die geringe Wahlbeteiligung habe auch eine Rolle gespeilt, aber: „Wir haben es schwer gegen das Team Gelldorf, das weiß jeder, aber wir konnten uns durchaus halten.“ Generell habe der Wahlkampf „viel Kraft gekostet“. Im neuen Ortsrat ist die SPD mit zwei Stimmen vertreten, fünf Sitze gab es für das Team Gelldorf. Dort, im Ortsrat, werde die SPD einen neuen Anlauf nehmen, und „wir werden uns durchboxen“, versprach die Vorsitzende.

 Purer Frust sei dagegen das Pétanque-Turnier gewesen: Immer wieder sei sie angesprochen worden, „aber als es zur Sache ging, hagelte es Absagen, das war schon deprimierend.“ Man wolle aber einen „neuen Angriff starten“, versprach Vorsitzende Battaglia, außerdem verzeichne auch die Boule-Stadtmeisterschaft nicht mehr den Boom, den sie einmal gehabt habe. Schwierig sei es auch mit dem Backtag, der auch von anderen angeboten werde. Der Vorschlag, ihn alle zwei Jahre anzubieten, werde im Vorstand besprochen.

 Generell forderte Kirsten Battaglia die 15 erschienenen Mitglieder der SPD auf, künftig mehr Präsenz zu zeigen, „es schmeckt auch in anderen Ortsvereinen“.

 Viel Zeit, nämlich rund 30 Minuten, nahm sich anschließend Karsten Becker, um als frisch gekürter SPD-Direktkandidat im Landtags-Wahlkreis „Schaumburg“ einen Blick auf die anstehenden Wahlen im Januar (Landtag) und im Herbst (Bundestag) zu werfen. Für den Landtag sah Becker eine klare Mehrheit von SPD und Grünen, eine „klare Machtoption“, aber eine Garantie seien die Umfrageergebnisse nicht, sondern eben nur Umfrageergebnisse. Zwar liege die CDU noch vor der SPD, doch mit den Grünen komme man zurzeit auf 49 Prozent – das sollte reichen, ließ Becker durchblicken, der bei seinen Rechenbeispielen weder Piraten noch Linke erwähnte.

 Anschließend nahm er sich die Landespolitik vor, stellte der CDU-FDP-Regierung in allen relevanten Bereichen ein schlechtes Zeugnis aus, kämpfte sich rhetorisch vom Mindestlohnbereich, das Tariftreuegesetz und prekären Arbeitsplätzen, dem demografischen Wandel und der Geburtenrate in Mecklenburg-Vorpommern über die Inklusion bis zur IGS vor, bei der er immerhin deutliche Worte fand: Durch unsinnige ideologische Entscheidungen werde Geld verbrannt, formulierte es Becker; kurz wehte ein Hauch von großem Wahlkampf durch die Räume der Gelldorfer Feuerwehr.

 Becker widmete sich an- und abschließend dem Landkreis. Fusionen mit anderen Kreisen erteilte er dabei nicht ganz unerwartet eine Abfuhr, den Landkreis Schaumburg werde es daher noch in 50 Jahren geben, „bei einer Fusion werden wir ein Anhängsel“. Egal ob man mit Nienburg, Hameln oder Minden fusioniere – „der Landkreis Schaumburg würde niemals profitieren“. Noch seien es reine Gedankenspiele, „noch hat niemand angeklopft“, sagte Becker, ehe er nach einem kurzen Moment des Nachdenkens ein Wort nachschob: „Offiziell.“

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