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„Wohnblöcke“: Röhrkastener protestieren

Bürgerprotest formiert sich gegen Bebauungsplan „An der Bombeeke“ „Wohnblöcke“: Röhrkastener protestieren

Dort, wo vor einigen Monaten noch die ehemalige Gärtnerei „Loges“ und etliche Bäume standen, haben Motorsägen und Bagger ganze Arbeit geleistet: Die alten Gebäude und nahezu alle Bäume sind verschwunden, das Areal ist planiert und an der Eilsener Straße verrät ein Schild, dass ein Bauunternehmen auf diesem Grundstück ein Vorhaben verwirklichen will.

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Gemeinsam mit einigen Mitstreitern zeigen Ernst Struckmann (links) und Silke Kaps (rechts) eine Liegenschaftskarte, in der die Lage der drei geplanten Wohnkomplexe und der zukünftige Verlauf des Baches zu sehen sind.

Quelle: wk

Röhrkasten. Konkret geht es um drei Wohnkomplexe mit insgesamt 32 Wohneinheiten, die auf dem mehrere Tausend Quadratmeter großem Gelände errichtet werden sollen (wir berichteten). Doch gegen den hierfür aufgestellten Bebauungsplan R 5 „An der Bombeeke“ formiert sich ein Bürgerprotest, wobei vor allem die Größe der geplanten Gebäude der Stein des Anstoßes ist.

Wenn dort Ein- oder Zweifamilienhäuser gebaut werden würden, hätte man nichts einzuwenden, aber drei rund 15 Meter hohe „Wohnblöcke“ wolle man da nicht haben, erklärt Ernst Struckmann, einer der Gegner des Bauvorhabens. Denn solch eine Wohnbebauung passe nicht zum Dorfbild in Röhrkasten.

Um die Dimension zu verdeutlichen, verweist Struckmann darauf, dass Röhrkasten derzeit gerade mal rund 320 Einwohner zähle. Allein durch die drei Wohnkomplexe würden aber fast 70 Einwohner hinzukommen, sofern die 32 Wohneinheiten jeweils von zwei Personen bewohnt werden würden.

Dass auf dem Gelände gebaut wird, dagegen spreche zunächst nichts, aber es müssen Gebäude sein, die der dörflichen Lage angemessen sind, bestätigt die Anwohnerin Silke Kaps. Außerdem müsse auch noch Platz für eine große Grünanlage bleiben, die heimischen Tieren als Lebensraum dienen kann. Nicht nur wegen der Ausmaße der drei geplanten Wohnkomplexe, sondern auch aufgrund der dafür benötigten Pkw-Stellplätze befürchtet sie jedoch, dass letztlich nur wenig Platz für eine mit Sträuchern und Bäumen reich bepflanzte Grünanlage verbleiben würde. Zudem moniert Kaps, dass ein auf dem Areal vorhandener Bachlauf verlegt und teilweise sogar verrohrt werden soll, um an der Stelle des bisherigen Verlaufes einen der drei Wohnkomplexe bauen zu können.

Ernst Struckmann & Co. sammeln Unterschriften

Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, sammeln Struckmann, Kaps und einige andere Mitstreiter derzeit Unterschriften: „Auf dem Grundstück an der Bombeeke wurde ein seit Jahrzehnten bestehender Baum- und Buschbestand, der zirka 2200 Quadratmeter bedeckte, vollständig entfernt“, heißt es in dem Protestschreiben, das der Stadt Obernkirchen überreicht werden soll. Laut Bundesnaturschutzgesetz sei es indes „untersagt, Bäume zu fällen, in denen sich Lebensstätten wild lebender Tierarten befinden. Auch dann, wenn seitens der Gemeinde keine Baumschutzverordnung besteht“. Erwähnt wird in dem Schreiben auch, dass geplant sei, den Bachlauf umzuleiten, der – ebenso wie der damalige Baumbestand – „ein wichtiger Lebensraum für eine große Feuersalamanderpopulation“ sei. Und: „Gemäß Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz ist der Feuersalamander in Deutschland ,besonders geschützt‘. Dies bedeutet unter anderem, dass die Tiere nicht eingefangen, verletzt oder getötet werden dürfen.“

Vor diesem Hintergrund stellen die Unterzeichner auf den Unterschriftensammellisten „die Zulässigkeit der geplanten Umstrukturierung/ Verlegung des Bachlaufs und der schon erfolgten Rodungsarbeiten infrage“. Zudem fordern sie „eine Renaturierung mit erheblich größerem Wiederaufforstungsaufwand, als derzeit aus den Planungsunterlagen ersichtlich ist“, wobei dieses Habitat „sowohl qualitativ als auch quantitativ im Sinne eines zusammenhängenden Grüngürtels“ wieder herzustellen sei.

Das Protestschreiben schließt mit dem Hinweis, dass „eine Bebauung des Areals zu 40 Prozent der Fläche“ und eine „weitgehende Versiegelung der Oberflächen mit Parkplätzen, Zuwegung et cetera“ ein „weitreichender Eingriff“ sei und dass der Verlauf des Baches Bombeeke „als natürliches Biotop berücksichtigt und geschützt“ werden sollte.

mw

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