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Obernkirchen Stadt 1000 helfende Herzen
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13:18 29.09.2018
Ein Herz für Patientinnen des Brustzentrums: Lotte Plaßmann (von links), Viktoriya Kortschak, Dr. Momme Arfsten, Katharina Engelking und Silke Andressen. Quelle: pr
Obernkirchen

So wichtig die hohe Diagnose- und Behandlungsqualität auch ist, sind es auch die „kleinen Dinge“, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Denn auch, wenn Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind, gute Heilungschancen haben, ist die Krebsdiagnose häufig ein Schock. Sie reißt eine betroffene Frau aus ihrem Alltag, ihrem bis dahin normalen Leben und ist damit immer eine einschneidende Situation.

Lotte Plaßmann und Silke Andressen sind zwei von insgesamt zehn ehrenamtlichen Herzkissen-Näherinnen und freuen sich, dass auch die Gruppe „Quiltspaß“ aus Stadthagen die Flickenrunde immer wieder bei der Erstellung der Herzkissen unterstützt. Plaßmann: „Diese Kissen gehen von Herz zu Herz, wir wollen mit ihnen Freude machen. Wir nähen sie mit etwas längeren ,Ohren‘, damit die Frauen sie bequem unter den Arm klemmen können.“

Garn würde 14 mal um Sportplatz reichen

780 Meter Stoff, 5600 Meter Garn und 170 Kilogramm Füllwatte wurden bisher vernäht. „Wir haben ausgerechnet, dass das Garn 14 mal um ein Sportplatzfeld gelegt werden könnte“, sagt Plaßmann.

Die farbenfrohen Stoffherzen helfen, nach der Operation den operierten Bereich zu entlasten, Druck zu mindern, und bieten gleichzeitig auch Schutz bei ruckartigen Bewegungen, während sie direkt unter der Achselhöhle geklemmt getragen werden. Grundsätzlich wird jedes Kissen – von dem ersten Waschgang vor der Stoffverarbeitung bis zur liebevollen Verpackung mit Namenskärtchen – von nur einer Näherin hergestellt. Silke Andressen: „So ein Kissen ist ein sehr persönliches Geschenk. Und wir möchten nicht, dass es vorab durch unzählige Hände geht. Auf unsere Kärtchen wird oft ein Dankeschön an die jeweilige Näherin geschrieben, das freut uns natürlich besonders.“

400.000 Betroffene

Rund 75.000 Frauen werden jedes Jahr, als Neuerkrankungen, mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Zählt man alle Frauen mit Diagnose bundesweit zusammen, kommt man vermutlich auf über 400.000 betroffene Frauen in Deutschland. Chefarzt Dr. Momme Arfsten: „In unserem zertifizierten Zentrum haben wir uns auf die Behandlung dieser Erkrankung spezialisiert. Das heißt, hier arbeiten Spezialisten aller Disziplinen zusammen, die für die Diagnostik und Therapie notwendig sind.“

Leitende Oberärztin Viktoriya Kortschak fügt hinzu: „Jedes Jahr stellen sich rund 170 Patientinnen in unserem Brustzentrum mit Erstdiagnose Brustkrebs vor. In bis zu 80 Prozent aller Fälle kann die Brust erhalten werden, denn wir operieren mit sehr schonenden Techniken. Außerdem möchten wir, dass unsere Patientinnen auch nach der erfolgreichen Behandlung optimal betreut werden.“

Wer der „FlickenrundeStadthagen Baumwollstoff, Spitzen, Knöpfe und Bänder spenden möchte, kann sich gern an Lotte Plaßmann, Telefon (05723) 3201, Silke Andressen, Telefon (05721) 8978386, und Kerstin Badtke, Telefon (05722) 21888, wenden. Wer die Patchworkerinnen kennenlernen möchte, kann dies am 27. und 28. Oktober im Kulturzentrum Alte Polizei, Obernstraße 29, in Stadthagen tun. r