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120 Mitarbeiter müssen gehen

ITT Bornemann 120 Mitarbeiter müssen gehen

Nach wochenlangen, harten Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung des in Gelldorf ansässigen Pumpenherstellers ITT Bornemann ist es zu einer Einigung über den von dem Unternehmen gewollten Stellenabbau gekommen.

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Blick aufs Firmengelände: 120 Mitarbeiter des Pumpenherstellers Bornemann verlieren ihren Job. 

Quelle: wk

GELLDORF. Zwar fallen im Ergebnis 120 Arbeitsplätze weg, womit der im Frühjahr dieses Jahres von der Unternehmensführung in einer Größenordnung von „120 plus x“ Mitarbeitern angekündigte Personalabbau im Grunde Realität geworden ist. Jedoch hat das Unternehmen mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich getroffen.

„Die Geschäftsleitung ist uns entgegengekommen, was die Bedingungen des Sozialplanes betrifft“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Axel Weinert. So zahle ITT Bornemann für jene 60 Mitarbeiter, die am 29. und 30. Juni 2016 eine betriebsbedingte Kündigung erhalten haben, eine höhere Abfindung als ursprünglich vorgesehen. Alternativ haben die betroffenen Personen die Wahl, auf die Abfindung zu verzichten und statt dessen für eine Dauer von bis zu zwölf Monaten in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Mitarbeiter: Abfindung oder Transfergesellschaft

Dies bedeutet, dass die gekündigten Mitarbeiter direkt im Anschluss an ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen formal bei der Transfergesellschaft beschäftigt und somit „nicht arbeitslos“ sind. Tatsächlich bleiben sie aber trotz Gewährung eines monatlichen Gehaltes zu Hause, um sich – mit Unterstützung der Agentur für Arbeit – intensiv um das Finden neuer Arbeitsplätze kümmern zu können.
Die Gründung einer entsprechenden Transfergesellschaft sei ein Entgegenkommen, dass die Geschäftsführung von ITT Bornemann zuvor „vehement abgelehnt“ habe, betont Weinert. Zudem sei es „wichtig“ zu wissen, dass der Betriebsrat diesmal keiner Namensliste hinsichtlich derjenigen Mitarbeiter zugestimmt habe, die sich das Unternehmen für die betriebsbedingten Kündigungen ausgeguckt habe. „Die Mitarbeiter sind also einseitig von der Geschäftsleitung ausgewählt worden.“

Zuvor hatten laut Weinert bereits 60 „Bornemänner“ einen ihnen von dem Pumpenhersteller angebotenen Aufhebungsvertrag unterschrieben, so dass es unterm Strich insgesamt 120 Stellen sind, die wegfallen. Wobei die betriebsbedingten Kündigungen übrigens zum „frühestmöglichen Datum“ ausgesprochen worden sind, das – abhängig von der Dauer der bisherigen Betriebszugehörigkeit der davon betroffenen Mitarbeiter – in manchen Fällen schon der 1. August 2016 ist.„Was wir auch erreichen konnten, ist eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für zwei Jahre“, ergänzt der Betriebsratsvorsitzende und hebt hervor: „Das hat es im ITT-Konzern noch nicht gegeben.“

Mindestbeschäftigungszahl festgeschrieben

Konkret sei in der Vereinbarung für den genannten Zeitraum eine Mindestbeschäftigungszahl festgeschrieben worden. Außerdem beinhalte der Interessenausgleich, dass „der Standort in der jetzigen Form erhalten bleiben“ muss und keine einzelnen Sparten aus dem Unternehmen herausgezogen werden dürfen.
Klar ist freilich, dass die vom Betriebsrat in den Verhandlungen erreichten Zugeständnisse letztlich nur ein Kompromiss sind: Am Abbau der insgesamt 120 Arbeitsplätze habe man leider nichts ändern können, resümiert Weinert. „Dafür aber haben wir für die restlichen Arbeitsplätze für zwei Jahre sichern können.“

Dies gebe ITT Bornemann Zeit, sich neu aufzustellen und Arbeitsprozesse zu optimieren. Und um hieran aktiv mitzuwirken habe der Betriebsrat inzwischen einen externen Gutachter beauftragt, der den Betriebsrat hinsichtlich der bestehenden Optimierungsmöglichkeiten fachlich beraten soll.
Nach Abschluss des jetzigen Personalabbaus, sprich: wenn die davon betroffenen 120 Mitarbeiter nach Ablauf der jeweiligen (Kündigungs-)Fristen tatsächlich ausgeschieden sind, verbleiben laut Weinert noch 213 „aktive Mitarbeiter“ am Standort Gelldorf. Rechnet man die Auszubildenden und die Studenten sowie die in Elternzeit oder Altersteilzeit weilenden „Bornemänner“ hinzu, komme man auf ungefähr 335 bis 340 Personen, die dem Unternehmen dann noch angehören. wk

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