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15-Jähriger gibt zu: Sex mit Stiefmutter war freiwillig

Obernkirchen/Bückeburg / Vor Gericht 15-Jähriger gibt zu: Sex mit Stiefmutter war freiwillig

Viele junge Männer träumen davon, ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit einer erwachsenen Frau zu machen. Für einen Obernkirchener ist der Traum zum Albtraum geworden, denn das Beisammensein hatte ein hochnotpeinliches Nachspiel vor Gericht.

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Quelle: dpa

Obernkirchen/Bückeburg (ly). Mit 15 war der Junge von seiner Stiefmutter im Schlafgemach überrumpelt worden, wenn man es so nennen möchte. In Gegenwart seines Vaters zeigte er die Frau daraufhin bei der Polizei wegen dreifacher Vergewaltigung an. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Vor Gericht machte der Jugendliche jetzt reumütig einen Rückzieher.

 Jedes Wort musste Richter Dirk von Behren dem Zeugen mühsam aus der Nase ziehen. Auf die Frage, ob dieser den Geschlechtsverkehr im Nachhinein vielleicht doch genossen habe, antwortete er: „Ich kann es nicht ausschließen.“ Für den Jungen eine unangenehme Aussage, für den Vater eine völlig neue Situation.

 Die Stiefmutter ist einerseits Opfer einer falschen Verdächtigung, zugleich aber Täterin.

 Der Vergewaltigung hat ihr Stiefsohn sie zu Unrecht bezichtigt. Strafbar waren die Schäferstündchen trotzdem: 1800 Euro Geldstrafe wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener in drei Fällen werden sie daran erinnern. Weil die Alkoholikerin jeweils betrunken war, billigte das Bückeburger Schöffengericht ihr verminderte Schuldfähigkeit zu.

 Dass die 40-Jährige bestraft wird, möchte der junge Mann übrigens nicht mehr. Jetzt ist es zu spät. Ihm selbst droht ebenfalls eine Strafe. Staatsanwältin Martina Hollah signalisierte jedoch bereits, dass sie von einem Verfahren wegen falscher Verdächtigung wohl absehen wird. Vermutlich ist der Junge schon genug gestraft. Dass er den ersten Sex zunächst wie eine Vergewaltigung empfunden haben könnte, schließt Richter von Behren nicht aus.

 Auf der anderen Seite hat die Obernkirchenerin ihrem Stiefsohn eine Zitterpartie zu verdanken. Im Raum stand eine mehrjährige Haftstrafe. Zum Prozessauftakt hatte die Angeklagte ihre Unschuld beteuert. „Ich hatte niemals irgendeine Art von Sex mit ihm“, betonte sie. Vom Vater des Jungen lebt die 40-Jährige inzwischen getrennt. Die Ehe soll schon zuvor kaputt gewesen sein.

 Im Prozess ergaben sich bereits recht früh Zweifel an der belastenden Aussage des jungen Mannes. So hatte er während der Taten nicht um Hilfe gerufen, obwohl sich weitere Familienmitglieder in der Wohnung aufhielten. Das Haus gilt als hellhörig. Bei der Polizei hatte der 15-Jährige dazu erklärt, er habe „keinen stören“ wollen.

 Ebenfalls verdächtig: Trotz vorausgegangener Übergriffe hatte sich der 15-Jährige weiterhin mit seiner Stiefmutter aufs Bett gelegt, um gemeinsam Fernsehen zu gucken.

 Mal angenommen, es wäre eine Vergewaltigung gewesen: Dass Frauen Männer zum Sex zwingen, kommt eher selten vor. Verteidiger Ralf Jordan kennt nur drei Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zu vergleichbaren Fällen.

 Auch ein Polizist betrat mit der Vernehmung des Jugendlichen Neuland. „Es war das erste Mal, dass ich so etwas überhaupt gehört habe“, berichtete der Beamte. „Denn eigentlich ist es unnatürlich, dass eine Frau einen Mann vergewaltigt.“

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