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30 Problembäume an den Gleisen

Holzeinschlag 30 Problembäume an den Gleisen

Noch bis Ende Februar wird an der Eisenbahn Rinteln-Stadthagen Holz geerntet. „Die Winterzeit bietet sich nicht nur wegen des geringeren Bahnverkehrs an. Aufgrund der Saftruhe sind jetzt auch keine Schäden durch Pilzbefall und Insekten zu befürchten“, sagt Thomas Stübke, Geschäftsführer der Bückebergbahn.

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Alexander Roman setzt die Säge Bereich des Stiftswaldes an einen Birkenstamm. Der jüngste Sturm hat am Gleisbett einiges an Bruch verursacht.

Quelle: tw

Obernkirchen. Der Holzeinschlag erfolge im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, also der Freihaltung des sogenannten Lichtraumprofils über den Gleisen und von Sichtachsen – „teilweise wegen Anliegern, dazu hat der letzte Sturm Bruch verursacht“, fügt Stübken hinzu.

 Alexander Roman kennt seine Pappenheimer. Knapp 30 Problembäume hat der Streckenwärter der Bückebergbahn entlang der monatlichen Routineinspektion entlang des 21 Kilometer langen Schienenstrangs zwischen Rinteln und Stadthagen ausgemacht: Bäume, die über kurz oder lang abgängig sind, weil sie abgestorben sind, kaum noch Stehvermögen haben und/oder dem Gleisbett zu nahe gekommen sind. Steigert sich Starkwind – wie jüngst – zur Orkanstärke, findet Roman solche Wackelkandidaten entwurzelt im Gleisbett. Manchmal sind es auch nur Kronen oder armdicke Äste.

 „Bei Sturm besonders betroffen sind meist die drei Bereiche Stiftwald (Obernkirchen), B83 bis Buchholz (Steinbergen) und Georgsschacht (Stadthagen)“, weiß der Streckenwärter. Als die Bahnstrecke ab 1901 gebaut wurde, standen dort links und rechts der künftigen Gleise noch keine Bäume. „Inzwischen“, sagt Roman, „wird das Lichtraumprofil an der Strecke jedoch vielfach unterschritten.“ Nicht wenige Bäume stehen dabei so dicht, dass sie sich gegenseitig die „Sonne stehlen“ und so verkümmern.

 Dann ist es für den Streckenwärter Zeit, in Absprache mit dem Förster die Motorsäge an die Stämme der Problembäume zu legen. Die werden dann als Brennholz verkauft. „Der Erlös“, sagt Roman, „wird wieder komplett in die Bahnstrecke investiert.“ Diese Aktion jedoch bringt der Bückebergbahn immer wieder Kritik ein. So wird ab und an der Vorwurf laut, die Bahn wolle mit dem Fällen der – vermeintlich gesunden – „Brennholz“-Bäume nur Geld verdienen. Weit gefehlt, winkt Roman ab. Im Gegenteil: Zwar trügen Anwohner der Schiene eben diese Bitte oft an die Bahn heran, weil sie sich an dem Laub- und Früchtefall stören – doch das Fällen gesunder Bäume wird regelmäßig abgelehnt.

 Aber nicht nur Bäume und Windbruch machen dem Streckenwärter Probleme – auch gedankenlose Zeitgenossen. Das sind zum einen Menschen – oft Schüler – die mitten im Gleisbett laufen und den Schienen- als Gehweg und Abkürzung nutzen. Zum anderen sind es Anlieger, die ihren Kompost immer wieder direkt am Bahndamm entsorgen. „Der rutscht im Laufe der Zeit von ihrer Grundstücksgrenze nach unten und setzt die Entwässerungsgräben neben den Gleisen zu. Die sind an einigen Stellen schon fast eingeebnet“, ärgert sich Roman. Die Folge: Die „Gräben“ können Starkregen nicht mehr halten, die Gleise werden überspült.

 Besonders schlimm: Bei einem Schalthäuschen in Bad Eilsen verstopft Kompost immer wieder die Lüftungsschlitze in der Tür. Ein Techniker hat den Streckenwärter bereits gewarnt. „Durch die Verstopfung kann es zu einem Wärmerstau im Inneren des Häuschens kommen.“ Im schlimmsten Fall kann dadurch sogar die Signalanlage des benachbarten Bahnübergangs ausfallen.

 Das Holz, das im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht von der Bückebergbahn gefällt wird, ist käuflich. Unterschiedliche Sorten Laubholz können auf ein Meter Länge und gespalten erworben werden; dazu fällt auch Kronenholz an. Die Abholung kann an verschiedenen Stellen an der Strecke vereinbart werden. Gegen weiteres Entgelt sind auch Anlieferung und weitere Aufspaltung möglich. Bei Interesse genügt ein Anruf unter (0174) 2533332 (Alexander Roman, Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen GmbH). Mitglieder des Fördervereins der Bahn erhalten ihr Holz zu einem Sonderpreis. tw

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