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80-Jährige gefesselt und beraubt

Mindener in U-Haft 80-Jährige gefesselt und beraubt

Ausgerechnet an Heiligabend ist für eine 80-Jährige aus Obernkirchen ein Albtraum wahr geworden. Gegen 5.30 Uhr stand plötzlich ein Maskierter im Schlafzimmer und verlangte Geld. Der Unbekannte tastete die Seniorin ab, drückte sie mit einem Stemmeisen aufs Bett und fesselte ihre Hände mit Klebeband.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Obernkirchen/Bückeburg. Das Opfer erlitt Quetschungen und Hämatome. Als der Mann die Fesseln löste, um die Rentnerin auf Toilette gehen zu lassen, konnte diese aus der Wohnung fliehen und um Hilfe rufen. Zunächst soll er die alte Dame gezwungen haben, mit ihm zusammen nach weiteren Wertsachen zu suchen. Beute des Einbrechers: rund 1400 Euro in Scheinen und Münzgeld. Außerdem fielen ihm der Personalausweis, die EC-Karte und ein Schlüsselbund in die Hände.

Vor dem Landgericht in Bückeburg muss sich seit Donnerstag der mutmaßliche Täter verantworten, ein 27-Jähriger aus Minden. Er und seine Verlobte haben früher mit der Seniorin im selben Haus gewohnt. Die Obernkirchenerin fand beide damals „sehr sympathisch“ und kann speziell über den Mann „nichts Schlechtes sagen“.

In einer schriftlichen Erklärung, verlesen von Verteidiger Dimitrios Kotios, hat der Angeklagte die Vorwürfe von Staatsanwältin Karin Dubben zum Prozessauftakt bestritten. Nicht einmal einen Gedanken würde er daran verschwenden, eine so abscheuliche Tat zu begehen, heißt es darin. Der Überfall solle ihm in die Schuhe geschoben werden. „Ich habe zur Tatzeit neben meiner Verlobten geschlafen“, erklärt der Mindener.

Mindener glaubt an Komplott

Sinngemäß unterstellt er, dass die Familie seiner Lebensgefährtin ein Komplott gegen ihn geschmiedet hat. Diese Familie, so der Mindener, sei ihm „nicht wohlgesonnen“ und habe „die Initiative ergriffen, um mir Schaden zuzufügen“. Der Angeklagte hat jedoch „die Hoffnung, dass eine DNA-Untersuchung dazu führen wird, den wahren Täter zur Rechenschaft zu ziehen“. Konkret äußert er die Vermutung, dass der Lebensgefährte der Mutter seiner Verlobten die Tat begangen haben könne. Er selbst habe sich jedenfalls in seinem Leben nichts zuschulden kommen lassen.

Vernommen hat das Gericht zum Prozessbeginn auch die Seniorin, die den Saal mit Gehstützen betrat und kurz weinte, nachdem sie sich hingesetzt hatte. Körperlich wirkt die 80-Jährige gebrechlich, geistig für ihr Alter topfit. Als Täter identifizieren konnte die Zeugin, die vom Bückeburger Büro der Opferhilfe betreut wird, den Angeklagten nicht. „Ich habe ihn nicht erkannt“, sagte sie nach einem Blick zur Anklagebank. „Es kann auch ein anderer gewesen sein.“ Bekannt kamen der Obernkirchenerin allerdings Handbewegungen vor, die der Einbrecher gemacht haben soll. Sie fühlte sich dadurch an den Mindener erinnert.

 Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, hat vier Sitzungstage anberaumt und acht Zeugen geladen. Das Urteil soll Anfang Januar verkündet werden. Der Angeklagte sitzt seit Mitte Juli in Untersuchungshaft. ly

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