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Obernkirchen Stadt „Abgesperrt wie ein Hochsicherheitstrakt“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Abgesperrt wie ein Hochsicherheitstrakt“
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21:08 07.11.2012
Ein „Schilderbaum“ verbietet seit Kurzem nicht nur Radfahrern im Zuge der Bauarbeiten die Benutzung des am Standort des geplanten Klinikum-Neubaus vorbeiführenden Wirtschaftsweges. Quelle: wk
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Obernkirchen/Vehlen (wk)

Waren bei der Premiere nach Auskunft von Christina Louise Steinmann gerade einmal drei Externe gekommen, konnte sie diesmal bereits sechs Gäste begrüßen. Ein Anstieg um 100 Prozent, wie Fraktions-Vize Thomas Stübke erfreut anmerkte.

 Eine konkrete Tagesordnung gab es bei dieser Veranstaltung zwar nicht, weil den Bürgern die Möglichkeit geboten werden sollte, die diese beschäftigenden Themen einzubringen. Der grüne Ratsherr Michael Dombrowski nutzte aber die Gelegenheit, den Gästen die Hintergründe des von der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur nächsten Kommunalwahl beantragte Abschaffung der Ortsräte zu erläutern. An Argumenten für diesen Vorstoß (wir berichteten) nannte er unter anderem die Einsparung von Sitzungsgeld und die Reduzierung der Arbeitsbelastung bei der Stadtverwaltung, die – sollte der Antrag mehrheitliche Zustimmung finden – dann keine Einladungen zu und Protokolle über die Ortsratssitzungen mehr schreiben müsste.

 „Ob irgendwo eine Hecke zu schneiden ist, muss nicht ein Ortsrat entscheiden“, betonte Dombrowski. Um diese und andere zweitrangige Fragen könne sich vielmehr ein kleiner, für alle Ortsteile Obernkirchens zuständiger Ausschuss kümmern, der gegebenenfalls auch mit sachkundigen Bürgern (pro Ort einer) besetzt werden könnte. Außerdem müsse man von diesen Ortsräten wegkommen, damit die Stadt Obernkirchen zukünftig als Einheit auftritt.

 Weitere von den Grünen angesprochene Themen waren die diskutierte Aufstellung eines Abgusses einer mehrere Quadratmeter großen Sandsteinplatte mit Dinosaurierfährten nebst einer dazu passenden Dino-Skulptur in Obernkirchen sowie der geplante Neubau des Großklinikums in der Vehlener Feldmark.

 Die dort vor Kurzem begonnene Einrichtung einer Baustraße veranlasste eine Besucherin der offenen Fraktionssitzung zu harscher Kritik: „Der ,Stapel‘ ist ja abgesperrt wie ein Hochsicherheitstrakt“, schimpfte Katharina Drinkuth aus Ahnsen, die den Wirtschaftsweg (Auf dem Stapel) regelmäßig für die Fahrt zur Arbeit mit dem Fahrrad benutzt. Außerdem sei es „ein absolutes Unding“, dass diese Strecke selbst zu Zeiten, in denen am geplanten Klinikumsstandort nicht gearbeitet wird, gesperrt ist. Und: „Hier wird Macht demonstriert – für mich ist das ’ne ganz klare Kiste.“ Statt des asphaltierten Feldweges die Ahnsener Straße zu benutzen – das ist für Drinkuth nach eigenen Angaben deshalb keine Alternative, weil es an der Ahnsener Straße keinen Radweg gibt und es zu gefährlich sei, die stark befahrene Straße in der Dunkelheit mit dem Fahrrad zu befahren. „Der Radfahrverkehr muss bleiben“, stellte Stübke denn auch klar, worauf Steinmann zusicherte, seitens der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt einen diesbezüglichen Antrag zu stellen.

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