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Obernkirchen Stadt Abzeichen für das Selbstbewusstsein
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Abzeichen für das Selbstbewusstsein
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06:16 04.04.2012
Kinder und Jugendliche können künftig in den Vereinen und Schulen kostenlos das Sportabzeichen erringen. Quelle: Foto: rnk
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Es ist ein symbolisches Geschenk, denn die größere Gabe überreicht Nickel gemeinsam mit BKK-24-Vorstand Friedrich Schütte in Richtung Sport: Krankenkasse und Geldinstitut spendieren dem Kreissportbund jeweils 5000 Euro für die nächsten drei Jahre, die zweckgebundenen eingesetzt werden: Damit wird sichergestellt, dass Kinder und Jugendlichen an den Schulen und in den Vereinen das Sportabzeichen künftig kostenlos ablegen können. Denn 1,50 Euro pro jugendlichen Teilnehmer müssen an den Landessportbund abgeführt werden.

Aber gerade für Kinder und Jugendliche soll das Erreichen eines sportlichen Zieles und einer damit verbundenen Auszeichnung ein großer Erfolg sein. Es soll für das eigene Selbstverständnis, die Selbstsicherheit und die Anerkennung durch Gleichaltrige eine sehr wichtige Stufe sein.
Den mit Fakten und Zahlen unterlegten Hintergrund erläutert Michael Sauer als Referent für das Sportabzeichen im Landkreis Schaumburg. 139 000 Menschen haben in Niedersachsen im vergangenen Jahr das Sportabzeichen abgelegt, davon 3900 im Landkreis. Über die erfolgreiche Abnahme wachen 180 Prüfer in 44 Vereinen.

Das Sportabzeichen, sagt Sauer, „ist weitverbreitet und stark verwurzelt.“ Und es erfülle in mehr als einer Hinsicht soziale Aspekte, weil es oftmals für Kinder und Jugendliche, aber auch für Ältere, für alle also, der erste Schritt hin zu einem Verein, zu einer Gemeinschaft sein könne.
Natürlich seien die Schulen eine besondere Zielgruppe, erklärt KSB-Vorsitzender Dieter Fischer, 15 Prozent der Kinder, die eingeschult würden, litten unter Bewegungsdefiziten und könnten zum Teil nicht einmal mehr einfachste sportliche Tätigkeiten ausüben: Slalom laufen, rückwärts laufen – „ganz einfache Dinge“, sagt Fischer. Auch Sauer spricht von koordinatorischen und motorischen Defiziten. Ausgebildete Übungsleiter in Ganztagsschulen, so Fischer, das sei ein Ziel. Das Sportabzeichen, so Sauer, „ist ein Grundbaustein, um Kinder und Jugendliche an den Sport heranzuführen, Fischer kann sich auch gut vorstellen, dass in Betrieben ganze Gruppen die Bedingungen für die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsportes ablegen. Für BKK-Vorstand Schütte passt das Sportabzeichen in das eigene Länger-besser-leben-Programm, in dem es dafür Bonus-Punkte gibt. Und generell habe man mit der Krankenkasse viel mit Vereinen in Obernkirchen zusammengearbeitet, jetzt sei es Zeit, auch Vereine außerhalb der Stadt zu erreichen.

Bei der Frage, ob Nickel und Schütte selbst schon einmal die Leistungen für das Sportabzeichen abgelegt haben, müssen beide passen. Aber dafür, so schiebt Michael Sauer nach, sei es doch nie zu spät: Viele Menschen würden im höheren Alter noch mit dem Sport beginnen. Und das Sportabzeichen selbst könne ohne Vereinszugehörigkeit abgelegt werden. Man müsse sich einfach informieren, wann der Sportverein in der Nähe entsprechende Übungs- und Abnahmetermine anbiete – und dann hingehen.
Und die Zeiten, in denen das Sportabzeichen aus den Kategorien „laufen, springen, werfen“ bestanden, sind auch längst vorbei, erklärt Referent Sauer noch: Man habe sich immer der sportlichen Nachfrage angepasst, und so sei es heute auch möglich, bei den Kategorien Inliner zu wählen. Beispielsweise.

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