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Acht Bildhauer auf dem Kirchplatz am Werk

Stadt gibt Künstlern die Ehre Acht Bildhauer auf dem Kirchplatz am Werk

Sie kommen in fleckigen Overalls und T-Shirts zum Ratsempfang, die derben Arbeitsschuhe noch voller Steinstaub – doch sie stechen in ihrer Arbeitskluft jeden Nadelstreifen und jede Krawatte aus. Bis buchstäblich zur letzten Minute hat das Oktett der Bildhauer auf dem Kirchplatz gearbeitet, ehe es die schweren Hämmer gegen den filigranen Kugelschreiber tauscht und sich ins Goldene Buch der Bergstadt einträgt.

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Tutani Mgabazi aus Simbabwe hat vor dem Trafohaus bereits Schaugäste.

Quelle: tw

Obernkirchen. Tatsächlich hat Oliver Schäfer das Geräusch der Werkzeuge in seinem Arbeitszimmer im benachbarten Rathaus fast bis Glockenschlag 18 Uhr hören können. „Es rattert und knattert und staubt: Das sagen wir in Obernkirchen nur alle drei Jahre. Dann weiß jeder“, so der Bürgermeister, „es ist Internationales Bildhauersymposium.“ Seit Montagabend auch ganz offiziell – und zum jetzt bereits zehnten Mal.

 Wenngleich: „Es rattert und knattert und staubt auf dem Kirchplatz tatsächlich schon das ganze Jahr“, schränkt der Rathauschef ein. Das allerdings mit einem Unterschied: „Bislang wurde und wird mit der Stiftskirche ein vor vielen Jahrhunderten geschaffenes Kunstwerk saniert. Jetzt wird vor diesem großen Kunstwerk von acht Künstlerinnen und Künstlern neue Kunst geschaffen“, freut sich Schäfer. Sein Dank geht außer an Klaus Köster und die Sandsteinbrüche und den Förderverein Internationales Obernkirchener Bildhauer-Symposium (IOBS) um Charlotte Köster an die evangelische Kirchengemeinde. Diese nämlich hat dem Symposium trotz der „Großbaustelle St. Marien“ den Kirch- und damit Arbeitsplatz bereitgestellt.

 Leider fehle dem Symposium 2015 ein bislang „wichtiges und bewährtes Zahnrad“ im Getriebe, und zwar für immer: Denn über viele Jahre hinweg hatte Rolf-Bernd de Groot das IOBS vor seiner Haustür tatkräftig unterstützt, erinnert Schäfer. Nach dem Tod des Ehrenamtlichen im Jahr 2013 hätten diesmal andere, neue Zahnräder greifen müssen. Dass das gelinge, liege zum großen Teil an dem praktischen Engagement von Volker Wybranitz.

 „Wir haben uns zum Zehnjährigen überlegt: Wir machen ein Treffen mit alten Freunden“, erklärt Charlotte Köster mit Blick auf sechs der acht Bildhauer, die nicht nur dem Förderverein von früheren Symposien her ans Herz gewachsen sind. Beim Stadtempfang stellt Köster jeden der acht Bildhauer kurz vor – und verrät dabei im Falle von Poul Bækhøj (Dänemark): „Poul arbeitet auch dieses Mal wieder an der Skulptur einer Schraube.“ Die Organisatorin: „Bislang sind 83 Bildhauer bei uns zu Gast gewesen, aber noch niemals jemand aus Kuba.“ Oscar A. Comendador ist der Erste. Tutani Mgabazi (Simbabwe), der im Jahre 2000 die Skulptur „Imagine of beauty“ und 2006 „Relaxing beauty“ schuf, wird auf dem Kirchplatz diesmal erneut an einer „Schönheit“ arbeiten – um nur einige der acht Bildhauer und ihre Projekte zu erwähnen.

 Einer, der sich wie viele andere auch über die 14 Tage Symposium freut, ist Jörg Farr. „Das Format passt zu Obernkirchen, ja es passt zu Schaumburg“, befindet der Landrat, der oft auf dem Skulpturenweg unterwegs ist. Ergo habe er den Obernkirchener kürzlich im Überschwang der Gefühle öffentlich bereits als „Schaumburger Sandstein“ bezeichnet. Egal. Toll sei so der so, dass die Menschen auf dem Kirchplatz echte Handwerkskunst erleben können. Dank des Einsatzes von Kai Kandziora, der noch bis einschließlich Freitag vor dem Museum einen Workshop anbietet, können das übrigens auch Kinder. Diese nämlich würden die Welt sonst oft nur noch virtuell erleben.  tw

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