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Aids-Forscher ausgezeichnet

Obernkirchen/Ulm/Berlin / Ernst-Schering-Preis Aids-Forscher ausgezeichnet

Große Freude bei den Bergstädtern Gert und Christa Kirchhoff: Ihr Sohn Frank Kirchhoff, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie am Universitätsklinikum Ulm, erhält den Ernst-Schering-Preis für Aidsforschung.

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Frank Kirchhoff

Quelle: pr.

Obernkirchen/Ulm/Berlin. Die Auszeichnung ist mit 50000 Euro dotiert. Frank Kirchhoff (50) ist der Älteste von vier Geschwistern; in Bückeburg geboren, besuchte er die Grundschule in Obernkirchen und wuchs in der Bergstadt auf. Dem Abitur am Gymnasium Adolfinum folgte ein Studium der Biologie in Göttingen. Die Preisverleihung ist für heute, Montag, in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin geplant.

 Professor Frank Kirchhoff erhält den Preis für seine wegweisenden Forschungen zur Entstehung der Immunschwächekrankheit Aids und insbesondere für seine bahnbrechenden Erkenntnisse zur Evolution des HI-Virus. Seine Untersuchungen zum lentiviralen Nef-Protein, einem zentralen Zellmanipulator des HI-Virus, haben zur Aufklärung der Pathogenese von HIV/Aids beigetragen. „Lentiviral“ bedeutet „langsame Viren“ und leitet sich vom lateinischen Wort lentus (= langsam) ab, da viele dieser Viren langsam fortschreitende, chronisch degenerative Krankheiten auslösen. Aktuelle Erkenntnisse zu natürlichen Verstärkern der HIV-Infektion eröffnen neue Ansätze zur Prävention.

 Kirchhoffs Forschungsinteresse gilt der Frage, wie Primatenlentiviren wie das HI-Virus das Immunsystem manipulieren, Artengrenzen überschreiten und Aids verursachen. Er konzentriert seine Forschung zum einen auf die Frage, wie HI-Viren die antivirale Immunantwort ausschalten oder unterlaufen können. Er konnte zeigen, dass das von ihm erforschte virale Nef-Protein (negative factor) menschliche Immunzellen auf vielfältige Weise manipuliert und zur effektiven Ausbreitung und hohen Virulenz von HIV im Menschen beiträgt. Weiterhin untersucht er, welche natürlichen Faktoren im menschlichen Körper eine Rolle bei der Viruspathogenese und -übertragung spielen und für neuartige therapeutische oder präventive Ansätze optimiert werden können.

 Reinhard Kurth, Vorsitzender des Stiftungsrats der Schering Stiftung, gratuliert Kirchhoff zur Ehrung und begründet die Wahl der Schering Stiftung: „Frank Kirchhoff ist einer der überragenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der molekularen Virologie. Mit seiner Forschung hat er einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Übertragungen des HI-Virus geleistet und neue Möglichkeiten der Therapie und Prävention aufgezeigt.“

 Kirchhoff studierte Biologie an der Universität Göttingen und promovierte von 1988 bis 1991 am Deutschen Primatenzentrum über einen neuen HIV-2-Stamm. Im Anschluss wechselte er als Postdoc (1991-1994) ans New England Primate Research Center der Medizinischen Fakultät der Universität Harvard in Southborough (USA), wo er sich schwerpunktmäßig mit Aids-Lebendimpfstoffen und der Funktion des lentiviralen Nef-Proteins beschäftigte. 1994 gründete er am Institut für Virologie an der Uni Erlangen-Nürnberg seine eigene Forschungsgruppe. 2001 erhielt er den Ruf als Professor für Virologie an die Universität Ulm, wo er 2009 Direktor des neu gegründeten Instituts für Molekulare Virologie wurde. Kirchhoff erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeiten, darunter den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 2009. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher Leopoldina und des Nationalen Aids-Beirats.

 Die Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG gegründet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur mit einem besonderen Fokus auf Naturwissenschaften und zeitgenössische Kunst. Der mit 50000 Euro dotierte Ernst-Schering-Preis ist einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen auf internationaler Ebene im Bereich der medizinischen, biologischen und chemischen Grundlagenforschung. tw, r

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