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Aktuell 60 Flüchtlinge

Problematik Aktuell 60 Flüchtlinge

Das Problem, angesichts zahlreicher Anfragen Quartiere für Flüchtlinge aus den aktuellen Krisengebieten dieser Welt zu finden, macht derzeit zahlreichen Landkreisen und Kommunen Kopfzerbrechen.

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Kommt als Flüchtlingsquartier der Stadt definitiv nicht in Frage: das „mehr als abgängige“ Schlafhaus an der Stoevesandtstraße.

Quelle: tw

Obernkirchen. In Hameln-Pyrmont hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf Anweisung der Bundesregierung angeboten, Flüchtlingen Wohnungen und Häuser der abgezogenen britischen Soldaten zur Verfügung zu stellen; in Schaumburg wird inzwischen die Option nicht mehr ausgeschlossen, Flüchtlinge notfalls auch in Wohn-Containern unterzubringen.

 Anders in Obernkirchen. „In Obernkirchen leben aktuell bereits etwa 60 Flüchtlinge“, berichtet Bürgermeister Oliver Schäfer. „Sie sind dezentral in mehr oder minder großen Wohnungen nahezu über das gesamte Stadtgebiet verteilt.“ Diese dezentrale Unterbringung gilt gemeinhin als die beste Form, weil sie einer „Gettoisierung“ vorbeugt.

 Überhaupt sei die Bergstadt beinah traditionell eine Kommune, in der auch in der Vergangenheit immer vergleichsweise viele Flüchtlinge gelebt hätten. Das liege nicht zuletzt daran, dass es in Obernkirchen viele Hauseigentümer gebe, die dafür schon immer Privatquartiere bereitgestellt hätten. Einen signifikanten Anstieg der Flüchtlingszahlen durch die jüngsten Ereignisse in Syrien habe es dagegen nicht gegeben.

 Fakt sei zwar, dass der Landkreis Schaumburg immer bemüht sei, neue Wohneinheiten für Flüchtlinge zu finden, aber: „Der Schwerpunkt des Landkreises“, so der Bürgermeister, „liegt dabei aktuell auf denjenigen Kommunen in Schaumburg, die im Vergleich mit den Städten deutlich weniger Menschen aufgenommen haben.“ Die Bergstadt habe dabei – nach den drei großen Städten Stadthagen, Rinteln und Bückeburg – mit besagten 60 Menschen den vierthöchsten Anteil an Flüchtlingen; gleichwohl sei das noch immer deutlich unter einem Prozent der Bevölkerung.

 Schäfer: „Wir als Stadt haben keine eigenen Immobilien mehr, in denen wir Kapazitäten bereitstellen könnten.“ Was gleichwohl frei sei, müsse gemäß einer Auflage des Gesetzgebers vom Rathaus als Quartier für mögliche Obdachlose vorgehalten werden – zum Beispiel für Bürger, die nach einem verheerenden Brand Haus und Hof verloren haben.

 Dennoch sei klar, dass die kleineren Kommunen, die die Kreisverwaltung bei der Quartiersuche derzeit in den Blick nehme, auf Dauer nicht die Masse an Flüchtlingen aufnehmen könnten. „Irgendwann“, so Schäfer. „werden auch die Städte im Schaumburger Land wieder in der Pflicht sein – und damit auch Obernkirchen.“ Vor diesem Hintergrund mache man sich im Rathaus der Bergstadt bereits jetzt entsprechende Gedanken. „Es gibt erste Überlegungen, wie wir Immobilien in unseren Besitz bringen können, die für das Unterbringen zusätzlicher Flüchtlinge geeignet sind“, so der Bürgermeister. Das sogenannte Schlafhaus an der Stoevesandtstraße komme dafür allerdings nicht in Frage; es sei „mehr als abgängig“.

 Mögliche Probleme beim Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen in der Bergstadt sind Schäfer bislang nicht zu Ohren gekommen; auch die Unterbringung sei reibungslos verlaufen. Das sind Gründe, warum der Rathauschef mit Blick auf die Bergstadt lieber von einer „Flüchtlingsthematik“ als einer „Flüchtlingsproblematik“ spricht.

 Wie berichtet, hatte die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge dem Landkreis Schaumburg gegenüber 660 Personen für das Jahr 2015 angekündigt. Hinzu kommt, dass Schaumburg auch noch seine Quote für das Jahr 2014 erfüllen muss. Dabei handele es sich um weitere 100 bis 140 Menschen. Der Landkreis geht daher für das laufende Jahr von 800 Flüchtlingen aus, für die in Stadt und Land Quartiere besorgt werden müssen; das Flüchtlingsheim in Bad Eilsen soll von derzeit 15 Bewohnern auf 36 aufgestockt werden.

tw

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