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Altenpfleger darf auf Freispruch hoffen

Obernkirchen/Bückeburg / Prozess Altenpfleger darf auf Freispruch hoffen

Von Totschlag spricht keiner mehr: Im Prozess gegen einen früheren Altenpfleger (36) des Seniorenzentrums „Sonnenhof“ wird ein Freispruch immer wahrscheinlicher. Gestern hat das Bückeburger Schwurgericht den Haftbefehl aufgehoben, nachdem dieser am ersten Verhandlungstag bereits außer Vollzug gesetzt worden war.

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Bereits am morgigen Mittwoch sollen die Aktendeckel zugeklappt werden.

Quelle: tol

Obernkirchen/Bückeburg.  Den Antrag hatte Verteidiger Ralf Jordan gestellt, Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig stimmte sofort zu. Nach mehr als fünf Monaten in Untersuchungshaft ist der Angeklagte seit knapp einer Woche wieder auf freiem Fuß. Nun geht alles ganz schnell: Bereits morgen, Mittwoch, halten Dreißig, Jordan sowie dessen Anwaltskollege Alexander Berndt ihre Plädoyers. Noch am selben Tag soll das Urteil verkündet werden.

 Totschlag setzt Vorsatz voraus. Zuletzt hatte die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus den rechtlichen Hinweis gegeben, dass im Fall eines Schuldspruchs auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung denkbar wäre. Doch das könnte ebenfalls schon wieder Schnee von gestern sein. Ein Rechtsmediziner, vom Gericht als Sachverständiger eingeschaltet, kommt in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass die Seniorin (91) auch eines natürlichen Todes gestorben sein könnte. Die schwerstpflegebedürftige Frau litt an mehreren Krankheiten. Zum Tode hatte dem Gutachten zufolge eine Unterversorgung des Herzens mit Blut geführt.

 Ursache dafür kann entweder der schlechte Zustand des Herzens selber oder „sanftes Ersticken“ gewesen sein. Mit Sicherheit ist dies nach Darstellung des Gerichtsmediziners nicht nachweisbar. Zugunsten des Angeklagten dürften die fünf Richter daher von einem natürlichen Tod ausgehen.

 Fest steht, dass die alte Frau am Mittag des 2. September einen Müllbeutel auf dem Gesicht hatte, während der Pfleger im Zimmer war. Dieser versichert, die Tüte erst bemerkt zu haben, als ein Vorgesetzter den Raum betrat. Er räumt ein, zerstreut gewesen zu sein und den frischen Beutel nach dem Leeren des Mülleimers neben den Kopf der Bewohnerin gelegt zu haben.

 Dass der Obernkirchener der Greisin den Beutel über das Gesicht gestülpt haben könnte, ist durch DNA-Spuren nicht zu belegen. Ein Wettergutachter hält es zudem nicht für ausgeschlossen, dass ein Windstoß den dünnen Beutel erfasst hat, während Fenster und Terrassentür auf kipp standen.

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