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Anfassen ist erlaubt, knicken nicht

Aktionstag im Obernkirchener "Comic Keller" Anfassen ist erlaubt, knicken nicht

Comics, wohin das Auge schaut, vom Boden bis zur Decke fein säuberlich in Regalen aufgereiht: Nicht Hunderte, sondern Tausende dieser Hefte und Bücher hat Michael Swoboda in seinem Am Bleißmer 1a gelegenen „Comic Keller“ vorrätig.

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Jede Menge Lesestoff für Comic-Fans wie Heinz Wolnik (links) hat Michael Swoboda (rechts) in seinem „Comic Keller“. So auch die von dem Kirchhorstener heiß geliebten „Akim“- und „Sigurd“-Geschichten.

Quelle: wk

Obernkirchen. Massenware à la Donald Duck & Co., wie man sie in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken bekommt, führt er zwar auch, der Großteil seines Sortimentes besteht jedoch aus Comic für den gehobenen Anspruch, denen man die Qualität allein schon von der Aufmachung her ansieht.

 Das fängt bei hochwertigen Hardcover-Einbänden an und reicht über vergleichsweise schwere Seiten aus Hochglanzpapier bis hin zu limitierten Auflagen und mitunter sogar vom jeweiligen Zeichner signierten Exemplaren. Auf den ersten Blick ist zudem klar, dass das Herz des Sammlers angesprochen wird. Apropos: Jede Menge antiquarische Comics aus den vergangenen 50 Jahren hat Swoboda, der hauptberuflich im Bauamt der Stadt Obernkirchen tätig ist, ebenfalls im Programm.

 „Das Sortiment ist sehr gut“ berichtet der Kirchhorstener Heinz Wolnik, einer der vielen Stammkunden des „Comic Keller“. Und Titel, die dort nicht vorrätig seien, könne Swoboda auf Wunsch schnell besorgen. Er jedenfalls sei schon seit rund 30 Jahren Kunde und komme einmal im Monat nach Obernkirchen, um durch das Angebot zu stöbern und etwaige vorbestellte Comics abzuholen.

 Was er sich den Spaß kosten lässt? „Einen Hunderter lasse ich immer hier“, verrät der 67-Jährige, der sich für die Archivierung seiner Comic-Sammlung in seinem Haus ein extra Zimmer eingerichtet hat.

 Sein Thema sind dabei unter anderem Comic-Reihen wie „Sigurd“ und „Falk“ (beides Rittergeschichten), „Tibor“ und „Akim“ (beides Dschungelabenteuer) und „Nick“ (Science-Fiction), die allesamt der mit vielen renommierten Preisen ausgezeichnete Illustrator Hansrudi Wäscher zeichnet. An Wäschers Werken schätzt Wolnik nicht nur dessen „schönen Strich“ und das „saubere Bild“, sondern auch die gut erzählten Geschichten an sich.

 Egal, um was für einen Comic es sich handelt, eines sollte man als Laie allerdings unbedingt wissen, bevor man solche Hefte oder Bücher bei einem Sammler (oder auch im Geschäft) in die Hand nimmt, um darin zu blättern: „Anfassen ist erlaubt, aber Knicken ist nicht in Ordnung – damit es keine Gebrauchsspuren gibt“, erklärt Peter Vergin. „Denn es ist ja nicht nur viel Geld, das man dafür ausgibt, sondern es steckt halt auch eine Menge Leidenschaft drin.“

 Auf 4000 Comics schätzt der 39 Jahre alte Lauenhäger den Umfang seiner im Laufe von zwei Jahrzehnten aufgebauten privaten Sammlung. Das Gros machen dabei sogenannte „Superhelden-Comics“ aus, von denen er zwischen 2500 und 3000 Exemplare sein Eigen nennt und in denen bekannte Figuren wie etwa „Batman“, „Flash“ und „Superman“ die Hauptrolle spielen. Besondere Vorlieben hat er mittlerweile jedoch für anspruchsvolle Science-Fiction-Comics und ebenfalls in Comic-Form präsentierte „historische Geschichten“. „Der Geschmack verändert sich, und deshalb ist man mit der Sammelei eben auch nie fertig“, resümiert er.

 Geöffnet hat der „Comic Keller“ von Swoboda freitags 16 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 13 Uhr. Der Vertrieb erfolgt außerdem über das Internet. wk

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