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Auflagen machen Strich durch die Rechnung

Obernkirchen Auflagen machen Strich durch die Rechnung

Vom „Fünfziger-Jahre-Fieber“ infiziert, haben sich fünf Musiker überlegt, einen stilechten „Kultur-Club“ in Obernkirchen zu eröffnen.

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Anders als ursprünglich geplant, kommt das in der Friedrich-Ebert-Straße 21 gelegene „rosa Haus“ aufgrund behördlicher Auflagen nicht mehr als „Kultur-Club“ infrage. 

Quelle: wk

Obernkirchen. Die Rockband „The Sound Doctors“ – bestehend aus Gründer Guido Schmidt (Gitarre, Gesang), Manuel Tietje (Kontrabass, Gesang), Jérôme Wolff (Schlagzeug) sowie den beiden Brüdern Micha und Dirk Rybicki (jeweils Percussion, Technik) – sind seit langem fasziniert von der Ära des Rock’n’Roll. Das „rosa Haus“ an der Friedrich-Ebert-Straße 21 kommt aufgrund von Brandschutzauflagen aber nicht mehr infrage, die Musiker sind auf der Suche nach einer geeigneten „Bleibe“ – womöglich am Bahnhof.

Eingerichtet werden sollte der Club im Chic der fünfziger Jahre, mit Live-Musik in Form öffentlicher Bandproben und Auftritte befreundeter Bands, mit Vorführungen von Schwarz-Weiß-Filmen aus der guten alten Zeit (James Dean, Elvis Presley, Miss Marple und so weiter) sowie mit einer Bewirtung, wie sie damals angesagt war, verrät Schmidt.

Zunächst hatten sich die „Sound Doctors“ für dieses Projekt ein in der Friedrich-Ebert-Straße 21 stehendes Haus ins Auge gefasst. Nachdem sie den Eigentümern dieser Immobilie ihre Idee bezüglich eines solchen „Kulturhaus“ vorgestellt hatten, wurden sie sich mit diesen schnell einig und mieteten das Objekt an. Seitens der Stadt Obernkirchen, der Schmidt dieses Vorhaben ebenfalls vorgestellt hatte, wurde ihm sogar ein Investitionszuschuss in Höhe von 4000 Euro aus einem städtischen Förderprogramm zugesagt.

In Gesprächen mit Stadtverwaltung und Gebäudeeigentümern sei ihnen gesagt worden, dass für dieses Objekt eine Genehmigung für die Nutzung des Objektes als Gastronomiebetrieb existiere und dass sich die Eigentümer darüber freuen, dass nach einem Bistro, einer Kneipe, einem Eis-Café und zuletzt einem Friseur nun wieder ein Café eröffnet werden solle. Zudem verfüge das Gebäude über einen Eingang, einen Notausgang und eine Feuerleiter sowie über separate Toilettenräume für Damen, Herren und das Personal. Bei einer durchgeführten Besichtigung des Landkreises in der Immobilie sei dann jedoch herausgekommen, dass dieses Gebäude derzeit weder geschäftlich noch privat genutzt werden dürfe, berichtet Schmidt. Vielmehr müsse, da die bisherige Nutzungsgenehmigung erloschen sei, zunächst ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden – und zwar entweder für eine gewerbliche Nutzung oder für eine Nutzung als privater Wohnraum. Bei einer gewerblichen Nutzung des Obergeschosses, die auch dann vorliegt, wenn Gäste die Toiletten im ersten Stock benutzen dürfen, sind sogar bauliche Änderungen wegen des Brandschutzes erforderlich.

Um diese Auflagen zu erfüllen, müssten die „Sound Doctors“ mindestens 7500 Euro für Umbauten investieren – ein Betrag, der von der Band aber nicht zu schultern sei.

„Wir haben dann aus der Bevölkerung heraus diverse Angebote bezüglich alternativer Locations bekommen“, sagt Schmidt. Und darunter sei auch der Vorschlag gewesen, den „Kultur-Club“ im Bahnhof aufzuziehen. Für das alte Gebäude spreche, dass es dafür bereits eine Zulassung als Gastronomiebetriebe gebe und dass die Sanitäranlagen erst vor Kurzem modernisiert worden seien. „Außerdem passt es vom Flair und Ambiente.“

Ergo haben Schmidt und Co. wegen ihrer Projektidee inzwischen auch Kontakt zur Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen GmbH, der Eigentümerin des Bahnhofgebäudes, aufgenommen, um von dieser grünes Licht für die Anmietung der Bahnhofsgaststätte zu erhalten: „In Zusammenarbeit mit der Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen werden wir die Kneipe so herrichten, dass dort ein Fünfziger-Jahre-Flair entsteht – in Anlehnung an den früheren Originalzustand“, sagt Schmidt.

Eröffnen wollen die Musiker „schnellstmöglich“, versichert der Frontmann der „Sound Doctors“. Bereits Mitte des Monats treffe man sich wegen dieses Themas erneut mit Thomas Stübke, einem der beiden Geschäftsführer der Bückebergbahn, um mit ihm und dem Vorstand der Förderverein Eisenbahn Rinteln Stadthagen (FERSt) den Mietvertrag durchzusprechen und die weiteren zeitlichen Abläufe zu planen. wk, r

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