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Aufruf bleibt ohne Echo

Obernkirchener Seniorenbeirat will Projekt vorantreiben Aufruf bleibt ohne Echo

„Generationenfreundliches Einkaufen“ – es ist eine Krux mit diesem Gütesiegel: Offensichtlich will es in Obernkirchen kaum ein Händler haben.

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Winkt als Lohn der Mühe: das Gütesiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“, mit dem Obernkirchener Geschäftsleute an ihrer Eingangstür werben können.

Quelle: pr.

Obernkirchen. „Bis heute hat es aus der Geschäftswelt keinerlei Reaktionen auf die vom Behinderten- und Seniorenbeirat unterstützte Aktion gegeben“, berichtet der Chef des Gremiums, Albrecht Stein. Sein Beirat ist ratlos.

 Bilanz des jüngsten und jetzt bereits zweiten Treffens zum Thema: Stein will in Erfahrung bringen, ob die Resonanz in anderen Kommunen des Schaumburger Landes ähnlich schlecht wie in Obernkirchen ist. Bis das Ergebnis vorliegt, steht eine Empfehlung von Beate Krantz im Raum: „Stellen Sie die beiden positiven Beispiele für generationenfreundliches Einkaufen heraus, die wir mit dem E-Center Künneke und dem Markant Markt nah & frisch Schauenstein haben – und gut ist es.“

 Damit rennt die CDU-Ratsfrau beim Beirat im Multifunktionsgebäude an der Bornemannstraße offene Türen ein. „Wenn schon auf das Schreiben der Stadt kein Geschäftsmann reagiert hat, haben wir uns dann nicht vielleicht verrannt?“, fragt sich ein Mitglied. Ein anderes: „Wenn wir schon als Stadt aus Geldmangel keinen Behinderten-Aufzug am Rathaus hinbekommen, wie wollen wir da den Händlern vorschreiben, was sie in Sachen Barrierefreiheit tun sollen?“

 Die Skepsis gegenüber dem vom Handelsverband Niedersachen-Bremen (HNB) und dem Landesseniorenrat Niedersachen ausgelobten Gütesiegel ist so groß, dass Beiratsmitglieder erklären, nun doch nicht in die Bergstadt-Geschäfte gehen zu wollen und die Kaufleute zum Ausfüllen des 63 Fragen umfassenden Papiers, an dessen Ende das Gütesiegel winken könnte, zu bewegen. Eben dieses „Nachfassen“ aber hatte das Stein-Gremium beschlossen, nachdem die Resonanz auf den ersten Aufruf der Stadt im März 2015 gleich null gewesen war. Denn „von den 15 Obernkirchener Geschäften, die wir als Stadt in Sachen ,Generationenfreundliches Einkaufen‘ angeschrieben haben, hat es nicht eine einzige Rückmeldung gegeben“, hatte Bürgermeister Oliver Schäfer damals enttäuscht festgestellt (wir berichteten).

Das Projekt „Generationenfreundliches Einkaufen“ will im Einkaufsalltag Hürden abbauen und das Einkaufen für ältere Menschen, aber auch für jüngere erleichtern. Denn wenn etwa der Eingangsbereich eines Geschäfts Stufen aufweist, ist es unerheblich, ob man es mit einem Rollstuhl, Rollator oder aber einem Kinderwagen betreten will. Kaufleuten droht im Falle eines schlechten Abschneidens keine Negativbewertung; in dem Fall würde das Ergebnis einfach verschwiegen werden. Anders ausgedrückt: Es gibt bei der Aktion „Generationenfreundliches Einkaufen“ nur Gewinner. Der komplette Fragebogen des HNB ist auf der Homepage der Stadt abrufbar: www.obernkirchen.de.

 Alternative Überlegungen des Beirats gingen bei seinem jüngsten Treffen zunächst dahin, lediglich die großen Lebensmittler und eventuell noch den einen oder anderen größeren Obernkirchener Einzelhändler zur Teilnahme an der Zertifizierungs-Aktion zu bewegen. Dagegen spricht nach Dafürhalten von Beiratsmitgliedern aber, dass die „kleinen“ Geschäftsführer der großen Ketten ohnehin an die Weisungen ihrer Konzernspitzen gebunden seien und keinen oder kaum einen eigenen Ermessensspielraum hätten.

 Generelle und achselzuckende Einschätzung der „Stein“-Senioren am Ende: „Den meisten Geschäftsleuten sind Kundenfreundlichkeit und gute Beratung wohl wichtiger als ein Logo an ihrer Ladentür.“

 Die Themen gehen dem Behinderten- und Seniorenbeirat trotz des jüngsten Dämpfers allerdings nicht aus: So will er sich jetzt verstärkt um die Anforderungen kümmern, die ein mögliches Familienzentrum im früheren Aldi-Gebäude am Bornemannplatz aus Sicht der älteren Menschen erfüllen muss. Die alte Beeker Schule hatte der Beirat wegen der vielen Treppenstufen im Gebäude als aus seiner Sicht ungeeignet bereits abgelehnt.  tw

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