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„Aufwertung wäre Priemer“

Rinteln „Aufwertung wäre Priemer“

Rund 200 Erzieher aus den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont haben gestern Vormittag in Rinteln für höhere Gehälter demonstriert: „Anerkennung und Aufwertung wären Priemer“ war auf Protestplakaten zu lesen.

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Die demonstrierenden Erzieher treffen gegen 10.40 Uhr auf dem Marktplatz ein.

Quelle: pk

Rinteln. Um 10 Uhr startete der Protestmarsch am Bahnhof in Richtung Altstadt. Bei der anschließenden Kundgebung auf dem Marktplatz gegen 10.45 Uhr erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Patschkowski, dass sich Verdi mit den Arbeitgeberverbänden auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt habe. Dies bedeute, dass der Streik am Montag zunächst ausgesetzt werde, die Kindertagesstätten ab nächster Woche also wieder wie gewohnt geöffnet sein werden. Als Schlichter werde der als arbeitnehmerfreundlich geltende ehemalige Oberbürgermeister von Hannover fungieren, Herbert Schmalstieg.

 Die Verhandlungen, die sich durchaus schwierig gestalteten, gingen weiter, erklärte Patschkowski: „Wir versuchen, einen Kompromiss zu finden.“

 Davon abgesehen vermisst der Gewerkschaftssekretär vonseiten der Politik „eine klare Position“ zum Kampf der Erzieher. Die Politiker sollten ihren Einfluss in den Arbeitgeberverbänden für die Erzieher geltend machen.

 Keinen leichten Auftritt hatte der Erste Stadtrat Jörg Schröder, der in Vertretung von Bürgermeister Thomas Priemer die Position der Stadt Rinteln, also des Arbeitgebers vieler Erzieher, erläuterte. Sechs Millionen Euro lasse sich die Stadt jährlich die Betreuung der knapp 1000 Kinder in Rinteln kosten – „auf Pump“, so Schröder. Aber als Kommune befinde man sich nun mal „am Ende der finanziellen Nahrungskette“, was den Handlungsspielraum der Stadt beschränke.

 Eine Argumentation, die von den Demonstranten mit Pfiffen und Buhrufen quittiert wurde – und Verdi-Sprecherin Anja Bregulla, Erzieherin aus Rodenberg, nicht gelten ließ: „Geld ist genug da, das ist nur eine Frage der Verteilung.“ Die Erzieher würden in ihrer Arbeit große Verantwortung übernehmen und arbeiteten oft auch in ihrer Freizeit. Zudem habe sich der Beruf in den vergangenen 20 Jahren stark gewandelt, sei anspruchsvoller geworden. „Wie wäre es wohl, wenn wir nur so arbeiten würden, wie wir bezahlt werden?“, fragte Bregulla rhetorisch. Qualität habe nun mal ihren Preis. Deshalb: „Aufwertung jetzt.“pk

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 Die Demonstranten kamen aus den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont. Michael Patschkowski (r.) fordert von der Politik „ein klare Position“ im Kampf der Erzieher.

 Die demonstrierenden Erzieher treffen gegen 10.40 Uhr auf dem Marktplatz ein.pk

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